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Pionierinnen der Frauenbewegung

In der Gallery Pionierinnen der Frauenbewegung werden Frauen portraitiert, die sich für die Rechte der Frauen und deren Umsetzung in der Politik engagiert haben.

Jede Frau wird mit einer Kurzbiographie, einem Foto und weiteren Hintergrundinformationen vorgestellt. Zusammen ergeben die einzelnen Portraits, die in einer Gallery gesammelt werden, einen biografischen Einblick in die jüngere Frauengeschichte.

Simone de Beauvoir


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Bildquelle:CC BY-SA 3.0 Milner Moshe/Government Press Office via Wikimedia Commons

Feministin, Philosophin, Schriftstellerin
geboren am 9. Jänner 1908, gestorben am 14. April 1986


Als Simone Lucie Ernestine Marie Betrand de Beauvoir 1908 in Paris geboren, wuchs Simone de Beauvoir in einer großbürgerlichen Familie mit streng katholischer Erziehung auf. Während des Philosophiestudiums an der Sorbonne und der Ecole Normale Supérieure lernte sie Jean-Paul Sartre kennen. Ihre lebenslange Beziehung widersetzte sich den traditionellen Normen und war von Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung geprägt.

1943 erschien ihr erster Roman "Sie kam und blieb" (L´Invitée). Beauvoir gab ihre Tätigkeit als Lehrerin auf und war ab diesem Zeitpunkt als freie Schriftstellerin, Theaterautorin und Philosophin tätig. In ihrem Werk dekonstruierte sie das Geschlechterverhältnis als patriarchales System. Ihre Position des Gleichheitsfeminismus wurde zum Ausgangspunkt des Neuen Feminismus in den 1960er Jahren. Sie engagierte sich in der Frauenbewegung und bekannte 1971 gemeinsam mit 343 prominenten Französinnen, abgetrieben zu haben ("Le Manifeste des 343 salopes"). 1974 war sie Präsidentin der Liga für Frauenrechte in Frankreich.

In ihrem Schlüsselwerk "Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau" ("Le Deuxième sexe") thematisierte Beauvoir 1949 die Rolle der Frau im Geschlechterverhältnis als Konstruktion: "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es" (Simone de Beauvoir 1949 zit. nach Rosenberger/Sauer 2004: 35). Beauvoir nahm damit die Differenzierung zwischen biologischem und sozialem Geschlecht – Sex und Gender – vorweg. Sie analysierte, dass die ungleiche Stellung zwischen Frau und Mann nicht auf einen biologischen, sondern einen gesellschaftlichen Ursprung zurückzuführen sei. Beauvoir forderte die Gleichheit der Geschlechter und die Emanzipation der Frauen.

Quellen:
Rosenberger, Sieglinde K./Sauer, Birgit (2004) (Hrsg.): Politikwissenschaft und Geschlecht. Konzepte – Verknüpfungen – Perspektiven. Wien.
Der Standard (2003): Simone de Beauvoir – Leitfigur des Feminismus. In: www.diestandard.at/?url=/?id=916421 (21.7.2015)
www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/frauenarchiv/ausstellungen/europa/
beauvoir/index.html (21.7.2015)


Weitere Links/Literaturtipps:
Buchta, Dagmar (2013): Simone de Beauvoir: "Mutterschaft ist heute eine wahre Sklaverei". In: www.diestandard.at/1356426765676/Simone-de-Beauvoir-Mutterschaft-ist-heute-eine-wahre-Sklaverei (21.7.2015)
De Beauvoir, Simone (1951): Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau. Ins Deutsche übersetzt von Eva Rechel-Mertens (Band 1) und Fritz Montfort (Band 2).Hamburg.
Galster, Ingrid (2015): Simone de Beauvoir und der Feminismus: ausgewählte Aufsätze. Hamburg.
Gilcher-Holtey, Ingrid (2015): Eingreifende Denkerinnen: weibliche Intellektuelle im 20. und 21. Jahrhundert. Tübingen.
Hervé, Florence (2003) (Hg.): Absolute Simone de Beauvoir. Freiburg im Breisgau.

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