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Österreichs Beschäftigungs- und Sozialpolitik von 1970 bis 2000

Autor:

Unger, Brigitte

Beschreibung:

Der internationale Trend steigender Arbeitslosigkeit seit den 1970er Jahren erfasste auch Österreich, das länger als andere Länder versuchte, keynesianische Nachfragesteuerung fortzusetzen und damit den ersten Ölschock erfolgreich meistern konnte. Das österreichische Modell enthielt neben nachfrageseitigen Elementen wie z.B. Staatsausgaben und niedrigen Zinsen für Investitionsanreize allerdings auch angebotsseitige Elemente wie Exportförderungen und Investitionsanreize sowie eine starke Verstaatlichte Industrie, die eine flexiblere als eine rein nachfrageseitige Steuerung ermöglichten. Die Sanktion einer Politik niedriger Zinsen durch internationale Finanzmärkte und der Zusammenbruch der Verstaatlichten Industrie in den 1980er Jahren führten zu steigenden Arbeitsmarktproblemen. Diese wurden durch Frühpensionen und öffentliche Beschäftigung reduziert, was jedoch das Budget und die Pensionsversicherung belastete. Der kontinentale Wohlfahrtsstaat kam in Probleme. Reformen wurden aufgeschoben und tröpfchenweise gemeistert. Massivere Reformen stehen noch aus. Österreich ist ein Nachzügler und mit seiner "Entdeckung der Langsamkeit" im internationalen Vergleich erfolgreich gewesen, weil es eine hohe institutionelle Reformkapazität hat. Die wohlfahrtsstaatlichen Einrichtungen und sozialpartnerschaftlichen Institutionen sind bis dato nicht zerschlagen worden, obgleich eine konservativere Ausrichtung festzustellen ist.

Quelle:

in: Forum Politische Bildung (Hg.), Materialpaket Politische Bildung, Wien 2001

PDF-Datei:

ungar_1.pdf
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