zur normalen Ansicht

Themen > Europa > Europäisches Bildgedächtnis > Zweiter Weltkrieg > Abb.1: Titelseite der NS-Auslandsillustrierten „Signal“ 

Abb. 1: Titelseite der NS-Auslandsillustrierten „Signal“

Titelseite der NS-Auslandsillustrierten „Signal“
© Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz / SBB

Titelseite der NS-Auslandsillustrierten „Signal“
© Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz / SBB

(Bild-)Kommunikation spielte zwischen 1939 und 1945 neben dem eigentlichen Kampfgeschehen eine entscheidende Rolle in der Kriegsführung. Diese Entwicklung hatte sich bereits im Ersten Weltkrieg beziehungsweise im Spanischen Bürgerkrieg angedeutet: Das Oberkommando der Wehrmacht schloss deshalb 1938/39 ein Abkommen mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, in dem Propagandakrieg und Waffenkrieg ausdrücklich auf eine Stufe gestellt wurden.[1] Im Zweiten Weltkrieg arbeiteten dann Tausende in den deutschen Propagandakompanien an der Berichterstattung in Wort, Ton und Bild. Für visuelle Formate waren Kameramänner und Pressefotografen zuständig. Systematisch wurden Massen von Kriegsfotografien erstellt, wobei die meisten in einschlägigen Illustrierten wie Die Wehrmacht oder Signal erschienen.[2] Unsere Abbildung zeigt ein Titelfoto vom April 1940. Damals erschien das erste Heft der NS-Auslandsillustrierten Signal als Sonderausgabe der Berliner Illustrierten Zeitung. Die Publikation orientierte sich gestalterisch am legendären US-amerikanischen Magazin Life und fand mit ihren Kriegs- und anderen Fotografien ein großes Publikum: Quer durch Europa wurde Signal gelesen. Sie erschien bis zum März 1945 zumeist zweimal pro Monat, zwischen 1942 und 1944 lag ihre Auflage bei über zwei Millionen.[3] Das Ziel, die deutsche Kriegspropaganda mit bildjournalistischen Mitteln international zu verbreiten, wurde also erreicht. Das hier gezeigte Titelblatt unterstreicht die angebliche Authentizität der Signal-Berichterstattung: Ein Wehrmachtssoldat ist als Rückenfigur abgebildet. Er hat sich mit seiner Standkamera ein Stück vor einem Panzer und brennender Architektur aufgebaut und der Text zum Bild unterstreicht diese Nähe zum Geschehen: „In vorderster Front: Deutsche Kriegsberichterstatter“, heißt es da. Auf dem roten Streifen am linken Bildrand ist der Zeitschriftenpreis unter anderem für Belgien, Italien, Norwegen, Portugal und die Türkei angegeben. In der Nachkriegszeit zählten einige ehemalige Signal-Mitarbeiter zur Elite des bundesrepublikanischen Fotojournalismus, so etwa der Fotograf Hilmar Pabel, der unter anderem für das Magazin Stern tätig war.

Benjamin Drechsel


[1] Paul, Gerhard. 2004. Bilder des Krieges – Krieg der Bilder. Die Visualisierung des modernen Krieges. Paderborn: Schöningh, S. 226.

[2] Anmerkungen zur Bedeutung von Zeitschriften für die NS-Propaganda im Zweiten Weltkrieg bei Sachsse, Rolf. 2003. Die Erziehung zum Wegsehen. Fotografie im NS-Staat. Dresden: Philo Fine Arts, S. 198–200.

[3] Rutz, Rainer. 2009. „Signal. Der Zweite Weltkrieg in Farbe.“ In Das Jahrhundert der Bilder. Band I: 1900 bis 1949, hg. v. Gerhard Paul, S. 566–573. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.


Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, Titelseite der NS-Auslandsillustrierten „Signal“. Bildanalysetext zur Abbildung 1 der Ikone „Zweiter Weltkrieg“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009,
URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/zweiter-weltkrieg/abb1-titelseite-der-ns-auslandsillustrierten-signal.html

Copyright (c): Demokratiezentrum Wien / Ludwig-Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit Wien, 2009. Der Text ist lizenziert unter der Creative Common-Lizenz by-nc-nd/3.0/Austria. Für das verwendete Bildmaterial wurden die Nutzungerechte ausschließlich für dieses Projekt erworben. Wir haben uns bemüht, alle Inhaber von Bildrechten ausfindig zu machen. Sollten dennoch Urheberrechte verletzt worden sein, werden wir nach Anmeldung berechtigter Ansprüche diese entgelten.

© Demokratiezentrum Wien

Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org