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Abb. 1: GriechInnen verlassen Kleinasien

GriechInnen verlassen Kleinasien, 1922
© Keystone / Eyedea / picturedesk.com

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Gemäß der griechisch-türkischen Konvention, die am 30.1.1923 in Lausanne zwischen der Türkei und Griechenland unterzeichnet wurde, wurde erstmals der Austausch der jeweiligen Minderheitsbevölkerung beschlossen. Mehr als 1,5 Millionen griechisch-orthodoxe BürgerInnen der Türkei und muslimische BürgerInnen Griechenlands waren davon betroffen, die Religionszugehörigkeit stand damit stärker als die Sprache als Zuschreibung ethnischer Zugehörigkeit im Vordergrund.[1] Ein weiterer als „Bevölkerungsaustausch“ titulierter population transfer fand 1923–1924 zwischen Griechenland und Bulgarien statt. Hintergrund dieser staatlich legitimierten Zwangsmigrationen bildete die Annahme, dass anstelle multiethnischer Staaten homogene Nationalstaaten Konflikte zwischen den unterschiedlichen Ethnien vermeiden könnten. Schon zuvor waren GriechInnen aus Kleinasien geflohen, wie unser Bildbeispiel aus dem Jahr 1922 zeigt. Das Foto bildet das für Zwangsmigrationen typische Motiv eines Fortbewegungsmittels, in diesem Falle einen Pferdewagen, um Besitz zu transportieren ab.

Petra Mayrhofer

 


[1] Ahonen, Pertti (u.a.). 2008. People on the move. Forced Population Movements in the Second World War and its Aftermath. Oxford (u.a.): Berg, hier: S. 8.


Zitierempfehlung: Mayrhofer, Petra, GriechInnen verlassen Kleinasien.Bildanalysetext zur Abbildung 1 der Ikone "Zwangsmigration und Flucht“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/zwangsmigration-und-flucht/abb1-griechinnen-verlassen-kleinasien.html

 

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