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Abb. 5: „Schiff Europa“

„Schiff Europa“, Siegerentwurf ERP-Plakatwettbewerb 1950
©Deutsches Historisches Museum Berlin / Künstler: Reyn Dirksen

Anlässlich des „Geburtstags der EU“ wurden in mehreren EU-Mitgliedsstaaten Sonderbriefmarken herausgegeben, so auch in Polen. Die polnische Jubiläumsmarke war außer mit dem Together since 1957-Logo mit den Flaggen der 27 EU-Mitgliedsstaaten gestaltet. Diese Flaggenparade als visuelle Umsetzung für das Europäische Integrationsprojekt stellt ein häufig wiederkehrendes Bildmotiv dar, das sich nicht zuletzt durch das Plakat „Schiff Europa“, dem Siegerentwurf von Reyn Dirksen zum Plakatwettbewerb zum „Marshallplan“ 1950, im politischen Bildgedächtnis verankert hat.

Um für den Marshallplan zu werben, wurden Bilderwelten von Europa in Form von Broschüren oder aber Plakaten angeboten. Auf Dirksens Plakat segelt das Schiff Europa noch unter westeuropäischen Flaggen inklusive jener der Türkei und Islands und blendete in Zeiten des Kalten Krieges Ost(mittel)europa visuell komplett aus. Die Nennung des ERP-Programms fehlt am Plakat, somit ist das „Staatsschiff“ in verschiedenen Kontexten als Visualisierung von Europa verwendbar. Wolfgang Schmale meint, dass das von den USA ausgehende Wirtschaftsprogramm European Recovery Program (ERP), oft als „Marshallplan“ tituliert, trotz der Nichtbeteiligung der osteuropäischen Staaten als „Initialzündung der kommenden europäischen Einigung“ angesehen werden kann.[1]

Petra Mayrhofer


[1] Schmale, Wolfgang. 2000. Geschichte Europas. Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag, S. 226 f.


Zitierempfehlung: Mayrhofer, Petra, “Schiff Europa”. Bildanalyse zur Abbildung 5 der Ikone „Römische Verträge. Die Europäische Integration als Geschichtserzählung“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/roemische-vertraege/abb5-schiff-europa.html

Copyright (c): Demokratiezentrum Wien / Ludwig-Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit Wien, 2009. Der Text ist lizenziert unter der Creative Common-Lizenz by-nc-nd/3.0/Austria. Für das verwendete Bildmaterial wurden die Nutzungerechte ausschließlich für dieses Projekt erworben. Wir haben uns bemüht, alle Inhaber von Bildrechten ausfindig zu machen. Sollten dennoch Urheberrechte verletzt worden sein, werden wir nach Anmeldung berechtigter Ansprüche diese entgelten.

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