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Abb.4: “Europa bringt Frieden”

“Europa bringt Frieden” (“Your choice is peace“), Plakatkampagne 2005-2006
Quelle:www.esn.be<br/>

Die Vertragsunterzeichnung bildete das vorläufige Fundament eines Europäischen Integrationsprojekts, dessen Anfänge im Spannungsgefüge des Ost-West-Konflikts in historischem Gegensatz zu den Weltkriegen, Holocaust und Nationalitätskonflikten des 20. Jahrhunderts standen und in dessen Rahmen nationale und kulturelle Gegensätze überwunden werden sollten.[1] Dieses zentrale Motiv „Friedensprojekt Europa“ gibt dem Europäischen Integrationsprojekt die Legitimation, auf Basis der Lehren aus der Geschichte des Zweiten Weltkrieges „die“ Friedenszone im vom Kalten Krieg determinierten Europa darzustellen.[2]

Die historische Sinnformel „Friede in Europa, weil es europäische Integration gibt“ wurde damit in der politischen Rhetorik vor dem Hintergrund der Entwicklungen (EU-)europäischer Institutionen (Europarat, Montanunion, Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Europäische Gemeinschaft, Europäische Union) tradiert.[3] Dieser Gedanke wurde anno 2007 zu den Feierlichkeiten anlässlich „50 Jahre Römische Verträge“ nicht nur auf Textebene in den Jubiläumssites und in der Berliner Erklärung thematisiert, sondern vorab bereits bildlich 2005 und 2006: Die EU ließ Plakate mit dem Slogan „Your Choice is Peace“ – die deutsche Version trug den Titel „Europa bringt Frieden“ – auf 23 europäischen Flughäfen affichieren. Die Plakatkampagne sollte ein Bewusstsein für die globale Rolle der EU für Friedenssicherung und Stabilität erzeugen.[4]

Petra Mayrhofer


[1] Bernhardt, Petra et.al. 2009. Europäische Bildpolitiken. Politische Bildanalyse an Beispielen der EU-Politik. Wien: Facultas.wuv, S. 156.

[2] Rathkolb, Oliver. 2007. „Bringt Europa Frieden?“ In Geschichte Macht Herrschaft. Zur Politik mit dem Vergangenen, hg. v. Florian Wenninger, Paul Dvořak und Katharina Kuffner, S. 129–138. Wien: Braumüller, hier S. 130.

[3] Rathkolb, Oliver. 2007. „Bringt Europa Frieden?“ In Geschichte Macht Herrschaft. Zur Politik mit dem Vergangenen, hg. v. Florian Wenninger, Paul Dvořak und Katharina Kuffner, S. 129–138. Wien: Braumüller, hier S. 132; siehe soziologischen Theoriehintergrund: Geideck, Susan/Liebert, Wolf-Andreas, Hg. 2003. Sinnformeln. Linguistische und soziologische Analysen von Leitbildern, Metaphern und anderen kollektiven Orientierungsmustern. Berlin.

[4] http://www.esn.be/index_en.cfm?page=tools|news (3.2.2009)

 


Zitierempfehlung: Mayrhofer, Petra, “Europa bringt Frieden”. Bildanalyse zur Abbildung 4 der Ikone „Römische Verträge. Die Europäische Integration als Geschichtserzählung“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/roemische-vertraege/abb4-europa-bringt-frieden.html

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