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Abb. 3: Sonderprägung 50 Jahre Römische Verträge

50 Jahre Römische Verträge, Sonderprägung der 2-Euro-Münze 2007
© Europäische Kommission

Die Präsenz spezifischer EU-Symbole im Alltagsleben der EU-BürgerInnen hat sich seit den späten 1990er-Jahren als „normal“ intensiviert, da diese von vielen verschiedenen Gruppen wie Intellektuellen, PolitikerInnen, FunktionärInnen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und den BürgerInnen diskutiert bzw. deren Bedeutungshorizonte neu interpretiert und erschaffen werden.[1] Beispielhaft manifestiert sich dies anhand der Gemeinschaftswährung Euro, die das visualisierte Europa in den Geldbeutel bringe, „… näher dran geht es nicht“, urteilt Wolfgang Schmale, der allerdings durch die nicht vorhandene Kongruenz von EU-Raum und Eurozone ikonographisch eine neue Zweiteilung konstatiert[2], indem Grenzziehungen zwischen EU-Mitgliedsstaaten der Eurozone, EU- Mitgliedsstaaten und Nicht-EU-Staaten sowie zwischen EU-BürgerInnen und Drittstaatsangehörigen u.a. durch die Gültigkeit der Gemeinschaftswährung manifest werden. Im Jahr 2008 wurde der Euro in einer Eurobarometer-Umfrage als wichtigstes Element der Europäischen Identität bezeichnet.[3]

Durch das gleichberechtigte Nebeneinander von EU-europäischer und nationalstaatlicher Symbolik werden auf den Münzen nationale und die EU-europäische Identität gleichermaßen gezeigt, die Münzen visualisieren damit eine „Bindestrich-Identität“[4]. Die einheitlich gestaltete Seite differiert zwischen den Euro- und den Centmünzen, wobei allerdings beide neben dem Münzwert eine kartographische Darstellung, den Schriftzug EURO und Sterne als Pars pro Toto für die europäische Flagge aufweisen. Euromünzen, die vor 2004 geprägt wurden, zeigen den EU-Raum vor dieser Erweiterungsrunde, seit 2007 ist eine geographische Darstellung Europas [sic!] auf den Münzen der Eurozone zu finden. Eine Seite der Münzen ist mit nationaler Gestaltung[5] – wie landestypische Bauwerke, Flora und Fauna, Persönlichkeiten, HerrscherInnenportraits oder aber Allegorien und Symbolik – und die andere mit einer einheitlichen EU-europäischen Gestaltung versehen.

Jeder Staat der Eurozone sowie Monaco, San Marino und Vatikanstadt können eine 2-Euro-Sonderprägung mit einer anderen Gestaltung der länderspezifisch gestalteten Seite herausgeben. Im Jahr 2007 wurde erstmals anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Unterzeichnung der Römischen Verträge eine 2-Euro-Münze mit der Darstellung der Piazza del Campidoglio in Rom – Ort der Vertragsunterzeichnung am 25.3.1957 – geprägt, eine zweite solche Münzprägung erschien 2009 anlässlich 10 Jahren Wirtschafts- und Währungsunion. Damit gibt es nun in der Eurozone auch einheitliche Münzgestaltungen zur Erinnerung an dasselbe Ereignis, deren nationale Differenz nur in Aufschrift und Prägestempel erkennbar ist.

Petra Mayrhofer


[1] Kaelble, Hartmut. 2003. „European Symbols. 1945–2000: Concept, Meaning and Historical Change.“ In Figures d’Europe. Images and Myths of Europe, hg. v. Luisa Passerini, S. 47–65. Brüssel, hier S. 59 f.

[2] Schmale, Wolfgang. 2000. Geschichte Europas. Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag, S. 262.

[3] The 2009 European elections: expectations of the Europeans, Analysis Summary, EB 70.1, Report 01/09, Ref. Number 303, http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_303_synt_en.pdf (21.1.2009)

[4] Assmann, Aleida. 2006. Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. München: C. H. Beck, S. 251.

[5] Eine detaillierte Beschreibung findet sich unter http://www.ecb.int/euro/coins/html/index.en.html (3.2.2009)

 


Zitierempfehlung: Mayrhofer, Petra, Sonderprägung 50 Jahre Römische Verträge. Bildanalyse zur Abbildung 3 der Ikone „Römische Verträge. Die Europäische Integration als Geschichtserzählung“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/roemische-vertraege/abb3-sonderpraegung-50-jahre-roemische-vertraege.html

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