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Kniefall

Die politische Situation in Europa war nach 1945 zutiefst von den Folgen der Verbrechen des NS-Regimes geprägt. Der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistischen Massenmorde belasteten das Verhältnis der Deutschen zu nahezu allen europäischen Nationen – einschließlich der eigenen. Die sozialistische DDR suchte sich dieser Problematik durch ihren antifaschistischen Gründungsmythos zu entziehen. Bundesrepublikanische SpitzenpolitikerInnen hingegen haben mit ihren europäischen PartnerInnen jahrzehntelang immer wieder daran gearbeitet, Erinnerungsorte der Entschuldigung oder zumindest der Versöhnung in das europäische (Bild-)Gedächtnis einzuarbeiten.[1] Offensichtlich eignen sich körpersprachliche Akte politischer Repräsentationsfiguren sehr gut dazu, solch komplexe Vorgänge prägnant darzustellen: Berühmt geworden ist in diesem Zusammenhang beispielsweise eine gemeinsame Geste des französischen Staatspräsidenten François Mitterrand und des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl in Verdun am 22. September 1984 (Abb. 1). Doch bereits ein Vierteljahrhundert nach Kriegsende hatte der Sozialdemokrat Willy Brandt mit seinem „Warschauer Kniefall“ das wohl radikalste und auch wirkmächtigste Zeichen für die Anerkennung deutscher Schuld gesetzt: Im Dezember 1970 weilte der amtierende Bundeskanzler in der polnischen Hauptstadt. Brandts sogenannte „Ostpolitik“ war darauf ausgerichtet, die Verhältnisse in den sozialistisch regierten Staaten durch eine vorsichtige Annäherung allmählich zu ändern. Dazu dienten im Jahr 1970 der Moskauer sowie der Warschauer Vertrag – Letzteren sollte der Kanzler bei seinem Besuch in Polen unter Dach und Fach bringen. Dabei ging es unter anderem um die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie, also um die Unverletzlichkeit der polnischen Westgrenze. Spätere Stationen dieser wechselseitigen Abstimmung liberalkapitalistisch-parlamentarischer und staatssozialistischer Politik waren etwa das Berlin-Abkommen der Siegermächte, der Grundlagenvertrag mit der DDR sowie die Aufnahme beider deutscher Staaten in die UNO. Brandts Strategie legte letztlich auch einen Grundstein für die weitgehend friedlichen Umbrüche in Osteuropa gegen Ende der 1980er-Jahre.

Diese Entwicklung mit ihrer weltpolitischen Strahlkraft war 1970 allerdings noch lange nicht absehbar. Stattdessen stand für Brandt diplomatische Feinarbeit auf dem Programm: Am Vormittag des 7. Dezember absolvierte er zwei Gedenkrituale in Warschau.[2] Brandt besuchte zunächst das Grabmal des Unbekannten Soldaten, dann stand auf seinen persönlichen Wunsch hin eine Kranzniederlegung am Denkmal des Warschauer Gettos (Abb. 2) an. Kleine Zeichen machten die damaligen Präferenzen der polnischen Geschichtspolitik deutlich: Nicht nur, dass sich weitaus mehr Menschen am Denkmal des Unbekannten Soldaten versammelt hatten. Dort war auch eine Ehrenkompanie aufmarschiert, während am jüdischen Mahnmal nur ein Doppelposten stand. Bei Wind und Regen traf Brandt gegen 10.30 Uhr ein. Zunächst schien der Kanzler ein weiteres der üblichen Gedenkrituale abzuhalten, wie sie an Denkmalen und Gedenkstätten tausendfach stattfinden. Er richtete die Schleifen eines Kranzes. Dann trat er zurück, verharrte jedoch auf den Stufen, die ihn zu dem Monument geführt hatten. Mit einem Mal sank Brandt auf beide Knie.[3] (Abb. 3, Abb. 4) In dieser demütigen Haltung verharrte der Kanzler einige Sekunden. Sein Berater Klaus Harpprecht hatte wenige Wochen zuvor eine positive Geste von ihm gefordert, um das belastete Verhältnis der Bundesrepublik zu Israel zu entspannen.[4] Definitiv wird allerdings wohl nicht mehr zu klären sein, wie berechnet die emotionale Warschauer Inszenierung des Kanzlers war. Immer wieder wird kolportiert, seine BeobachterInnen hätten zunächst geglaubt, Brandt sei gestürzt. Auch wenn dessen erinnerungspolitische Geste ungeheuerlich gewesen sein mag: Die anwesenden Bildjournalisten waren doch so geistesgegenwärtig, sie abzulichten. Filmische und fotografische Schlüsselbilder entstanden, durch die das Ereignis später zum Medienereignis und damit zum europäischen Erinnerungsort geworden ist.[5] Dabei hat sich kein spezifischer Blickwinkel durchgesetzt, vielmehr werden immer wieder verschiedene Ansichten des Kniefalls (auch in bewegten Bildern) gezeigt. Nachdem Brandt sich wieder erhoben hatte, fuhr seine Wagenkolonne weiter zum Dienstsitz des Vorsitzenden des polnischen Ministerrates, Józef Cyrankiewicz. Nach einem Gespräch wurde dann im Palais des Ministerrates der Warschauer Vertrag unterzeichnet (Abb. 5).

Das ikonische Ereignis des Kniefalls fand nicht zufällig in Warschau statt. Vielmehr hatte Brandt dafür einen Gedächtnisort deutscher Verbrechen gewählt. Am Anfang des Zweiten Weltkriegs im September 1939 standen gezielte Luftangriffe auf die polnische Hauptstadt: Darauf folgte jahrelanger Terror der Besatzungsmacht gegen die Bevölkerung. In diesem Zusammenhang entwickelten sich zwei große Warschauer Aufstände: zum einen der jüdische Aufstand gegen die Auflösung des Gettos im Jahr 1943, zum anderen die Erhebung der polnischen Heimatarmee im August/September 1944. Die Deutschen behielten jeweils die Oberhand, doch wurden die blutigen Ereignisse zu Gründungsmythen des polnischen und israelischen Staates. Der Aufstand der Heimatarmee wurde in der Zeit des Stalinismus noch nicht mit einem eigenen Denkmal in Warschau geehrt, sondern eher kritisch gesehen – hatte sein Ziel doch darin bestanden, die Stadt schon vor dem Einmarsch der Roten Armee von den Deutschen zu befreien.[6] Anders verhielt es sich mit dem jüdischen Aufstand, dessen Geschichte europaweit deutlich stärker rezipiert worden ist: Zu den zentralen Stätten des Holocaust hatten neben den Konzentrations- und Vernichtungslagern auch jene Gettos gezählt, in welchen das jüdische Alltagsleben in Vorbereitung der folgenden Deportationen zwangsweise isoliert wurde. Der Überlebenskampf der Menschen im Warschauer Getto wird bis heute immer wieder massenwirksam thematisiert. Neben der häufig reproduzierten Fotografie eines kleinen Jungen mit erhobenen Armen (Abb. 6) stehen dafür beispielsweise Roman Polanskis Spielfilm „Der Pianist“ (eine europäische Koproduktion aus dem Jahr 2002), Andrzej Szczypiorskis Roman „Die schöne Frau Seidenmann“ oder Marcel Reich-Ranickis Autobiographie „Mein Leben“.[7] Das grausame Ende des Gettos bietet viel Stoff für solche Adaptionen: In den Besatzungsjahren hatten die Deutschen diesen Teil Warschaus zunehmend von seinem Umfeld abgetrennt. Hunderttausende Menschen wurden in wenigen Straßenzügen zusammengezogen und von einer drei Meter hohen Mauer umgeben. Von Juli bis September 1942 lief eine systematische Mordaktion gegen die ohnehin unterversorgten BewohnerInnen des Gettos, welche von der SS in Zusammenarbeit mit der deutschen Polizei und der Gettopolizei zu einem großen Teil in das Vernichtungslager Treblinka gebracht wurden. Gegen die endgültige Auflösung des Gettos organisierte sich eine jüdische Widerstandsorganisation (Żydowska Organizacja Bojowa) mit dem jungen Kommandeur Mordechai Anielewicz. Am 19. April 1943 begann deren aussichtsloser Aufstand gegen die Deportation Zehntausender, die bis dahin noch im Getto verblieben waren. Bis zum Mai hielt sich der erbitterte Widerstand. Als Kommandeur der deutschen Truppen, welche die Erhebung blutig niederschlugen, fungierte der SS-Gruppenführer und Generalmajor der Polizei Jürgen Stroop. Am 16. Mai 1943 berichtete er, dass der ehemalige jüdische Bezirk in Warschau nun nicht mehr existiere; bereits einige Tage zuvor war die Symbolfigur des Aufstands, Anielewicz, gestorben. Vor dem Einmarsch der Deutschen hatte in Warschau die größte jüdische Gemeinde Europas gelebt. Nun aber wurde das Getto vollständig zerstört, nur ein kleiner Teil der BewohnerInnen überlebte. Im Zusammenhang mit dem Warschauer Aufstand der polnischen Heimatarmee wurde 1944 dann auch die restliche Stadt systematisch in Schutt und Asche gelegt.

Willy Brandt kniete im Dezember 1970 auf dem Gelände des ehemaligen Warschauer Gettos (Abb. 3Abb. 4). Durch seine persönliche Biografie stand außer Frage, dass der sozialdemokratische Bundeskanzler immer ein Gegner des Nationalsozialismus gewesen war: Vor der NS-Diktatur floh der Widerstandskämpfer 1933 nach Skandinavien, kehrte aber kurzzeitig für die sozialistische Untergrundarbeit nach Deutschland zurück und berichtete dann 1937 aufseiten der Republikaner von deren vergeblichem antifaschistischen Kampf im Spanischen Bürgerkrieg. 1940 geriet er, der seinen Geburtsnamen Herbert Frahm seit Langem abgelegt hatte, in Norwegen unerkannt in deutsche Kriegsgefangenschaft, setzte sich dann aber nach Schweden ab und erhielt schließlich von der Exilregierung die norwegische Staatsbürgerschaft. Brandt war seit den 1940er-Jahren für mehrere Jahrzehnte eine zentrale Figur der europäischen Sozialdemokratie. 1957 bis 1966 amtierte er als Regierender Bürgermeister von Berlin (unter anderem also in der Zeit des Mauerbaus und von 1969 bis 1974 als Bundeskanzler. 1971 wurde Brandt für seine Versöhnungspolitik mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Als Mensch stand Willy Brandt also nicht symbolisch für die nationalsozialistischen Verbrechen, sondern eher für den zeitgenössischen Widerstand dagegen und für den erinnerungskulturellen Bruch damit: Aufgrund dieser frischen Note, die er in die deutsche Politik einbrachte, konnte er sich beispielsweise in den 1960ern als „deutscher Kennedy“ inszenieren und wurde in späteren Jahren zum Gegenstand eines politischen Starkults.[8] In seiner Funktion als Bundeskanzler repräsentierte er jedoch auch die Verantwortung für die politische Vorgeschichte der Bonner Republik.[9] Brandt kniete im Dezember 1970 also weniger als Mensch denn als Amtsträger: Er machte in seiner Stellvertreterfunktion bildhaft deutlich, dass Deutschland seine Schuld aus der Zeit der NS-Diktatur anerkannte, sich aber zugleich von den Prinzipien und Praktiken der nationalsozialistischen Herrschaft distanzierte. Durch seinen beidbeinigen Kniefall („genuflexio duplex“) vermischte Brandt politische und religiöse Symbolik; er schien dabei stellvertretend für seine Nation die Vergebung einer übergeordneten Instanz zu erbitten.[10] Als Ort für diese spektakuläre Geste wählte er das zentrale Denkmal des Warschauer Gettos (Abb. 2). Eine wichtige Ursache für die lange andauernde erinnerungskulturelle Wirksamkeit des Kniefalls liegt in seinem visuellen Charakter: Der Bezugspunkt der Geste blieb relativ offen, sie konnte wahlweise auf die jüdischen Aufständischen in Warschau oder auf alle Opfer des Holocaust bzw. auch auf die deutschen Verbrechen gegenüber der polnischen Nation bezogen werden.[11] Ein klares Wort hätte hier vielleicht verengend gewirkt und den Unmut einer sich ausgeschlossen fühlenden Gruppe hervorgerufen. Zugleich hatte die Geste eine besondere visuelle Tiefendimension: Seit antiken Zeiten und auch in der christlichen Ikonographie dient der Kniefall der körpersprachlichen Beglaubigung politischer Unterwerfung, aber auch der Veranschaulichung religiöser Ekstase oder eines Bußakts. Brandt Geste war also einerseits von uralten Traditionen überformt, andererseits aber radikal neu, weil sie im diplomatischen Ritual seiner Zeit nicht vorgesehen war. Die religiöse Dimension des Kniefalls wurde schnell registriert; der Publizist Henri Nannen etwa soll gesagt haben: „Der hat sich nicht hingekniet, es hat ihn hingekniet.“[12]

Bereits seit 1948 erinnert ein Monument auf dem ehemaligen Gelände des Warschauer Gettos an den fünf Jahre zuvor von der SS blutig niedergeschlagenen Aufstand. Schöpfer der „Gedenk-Ikone“[13] war der jüdische Bildhauer Nathan Rapoport. Sie hat insofern eine spezifisch europäische Komponente, als sie in Russland geplant, in Paris ausgeführt und in Polen errichtet wurde. Zudem war das Material der Stützmauer ursprünglich für ein nationalsozialistisches Denkmal Arno Brekers vorgesehen und stammte aus Schweden. Zentrales Motiv von Rapoports Werk ist eine Gruppe von sieben Figuren, die aus der Westmauer des Gettos hervorzubrechen scheinen. Es handelt sich um typisierte Heldengestalten. Zu Füßen dieser Figuren, auf der Treppe vor dem Denkmal, kniete Willy Brandt im Jahr 1970. Er erwies damit unter anderem dem jüdischen Widerstand seine Reverenz, denn die Dargestellten signalisieren durch ihre Bewaffnung, dass sie zum Kampf bereit sind. Auch ihre Physiognomien verweisen auf diese trotzige Entschlossenheit. Als dominantes Element der Gruppe fungiert die Figur des Mordechai Anielewicz. Er ist durch seinen muskulösen Oberkörper, zerschlissene Kleidung und eine Hammer-ähnliche Handgranate bewusst als proletarischer Held inszeniert. Eine Frau im Hintergrund erinnert hingegen durch ihre entblößte Brust an das revolutionäre Pathos des Gemäldes „Die Freiheit führt das Volk an“ von Eugène Delacroix aus dem Jahr 1830. Rapoports Denkmal zeigt allerdings auf der Rückseite noch eine weitere Figurengruppe. In diesem Fall handelt es sich um ein Flachrelief (Abb. 7). Darauf symbolisieren zwölf dicht gedrängte Gestalten die Stämme Israels und zugleich das jüdische Exil. Niedergeschlagen marschieren die Märtyrerfiguren von rechts nach links und bleiben der steinernen (Ghetto-)Mauer des Denkmals verhaftet, während ihre heroischen Pendants um Anielewicz dynamisch aus dem Stein auszubrechen scheinen. So vereinigt Rapoports Denkmal das Klischee der jüdischen Opfer mit dem Sinnbild eines Heldenmuts, der prägend für das Selbstverständnis des Staates Israel und seiner Armee wurde. Deshalb befindet sich eine modifizierte Kopie des Warschauer Denkmals unterdessen in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem.[14]

Brandts Kniefall ist heute ein Musterfall gelungener symbolischer Politik, auch wenn seine Tragweite nicht allen ZeitgenossInnen sofort bewusst geworden war. Doch die Geste hat unterdessen ihren Weg in den öffentlichen Bilderhaushalt Europas gefunden. Mittlerweile ist sie sogar Gegenstand einer Oper geworden.[15] (Abb. 8) Gerhard Rosenfeld, ein Schüler Hanns Eislers, hat „Kniefall in Warschau“ komponiert. Wenige Jahre nach Willy Brandts Tod (er starb 1992) fand die Uraufführung des Stücks statt.[16] Vielen ZeitgenossInnen und auch der internationalen Presse des Jahres 1970 war des Kanzlers Warschauer Kniefall vor Rapoports Denkmal nicht so wichtig wie der anschließende sachpolitische Akt der Vertragsunterzeichnung erschienen. Die polnische Reaktion war wohl unter anderem auch deshalb kühl, weil der Kniefall sich nicht explizit auf den Warschauer Aufstand von 1944 bezog.[17] In späteren Jahren aber wurde dann zunehmend die symbolische Geste des Kniefalls zum beherrschenden Thema der Erinnerung an den 7. Dezember 1970. Die dadurch angestoßene europäische Bilderspirale drehte sich im Jahr 2000 um eine wichtige Umdrehung weiter: Damals reiste Gerhard Schröder, zu diesem Zeitpunkt amtierender deutscher Bundeskanzler, nach Warschau und weihte gemeinsam mit dem polnischen Ministerpräsidenten Jerzy Buzek den Willy-Brandt-Platz ein. Dort ist seither auch ein Denkmal zu sehen, das formal eng auf Rapoports Werk bezogen ist und auf einem Relief den berühmten Kniefall nachbildet. (Abb. 9) Brandts Geste vor einem Monument ist am Ende der „Charismatisierungsschleife“[18] also selbst wiederum monumentalisiert worden.

Benjamin Drechsel

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[1] Zur transnationalen Verbreitung dieser Variante symbolischer Politik vgl. Malik, Kenan et al. 2007. „Es tut mir leid. Eine Debatte über die Mode der Entschuldigungen.“ Merkur 7 (Juli): S. 604–614.

[2] Zu den folgenden Ausführungen vgl. Wolffsohn, Michael/Brechenmacher, Thomas. 2005. Denkmalsturz? Brandts Kniefall. München: Olzog, S. 13–19.

[3] Zum allgemeineren Hintergrund solcher Gesten vgl. Kämpfer, Frank/Wenger-Deilmann, Astrid. 2006. „Handschlag – Zeigegestus – Kniefall. Körpersprache und Pathosformel in der visuellen politischen Kommunikation.“ In Visual History. Ein Studienbuch, hg. v. Gerhard Paul, S. 188–205. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

[4] Vgl. Wolffsohn, Michael/Brechenmacher, Thomas. 2005. Denkmalsturz? Brandts Kniefall. München: Olzog, S. 23.

[5] Weniger bekannt ist heute ein weiterer Kniefall eines Bundeskanzlers, der im deutsch-polnischen Verhältnis für Aufregung sorgte: 1958 kniete der Christdemokrat Konrad Adenauer im Kölner Dom bei seiner Aufnahme in den Deutschen Orden (vgl. www.deutsche-und-polen.de/_/ereignisse/ereignis_jsp/key=adenauer_im_ordensmantel_1958.html, letztmals eingesehen am 12. Februar 2009).

[6] Vgl. Krzemiński, Adam. 2005. „Der Kniefall.“ In Deutsche Erinnerungsorte. Eine Auswahl, hg. v. Etienne François und Hagen Schulze, S. 431–446. München: Beck, hier S. 435.

[7] Vgl. www.thepianistmovie.com; Reich-Ranicki, Marcel. 1999. Mein Leben. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt; Szczypiorski, Andrzej. 1996. Die schöne Frau Seidenmann. Zürich: Diogenes [polnisches Original 1986].

[8] Vgl. Münkel, Daniela. 2008. „Willy Brandt. Vom Reformer zum Denkmal.“ In Das Jahrhundert der Bilder. Band 1: 1949 bis heute, hg. v. Gerhard Paul, S. 442–449. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

[9] Zum Verhältnis von politischem Amt und Körperlichkeit vgl. den Klassiker von Kantorowicz, Ernst H. 1997. A Study in Mediaeval Political Theology. Princeton: University.

[10] Vgl. Schneider, Christoph. 2006. Der Warschauer Kniefall. Ritual, Ereignis und Erzählung. Konstanz: UVK.

[11] Zu den verschiedenen Bedeutungsebenen des Ereignisses vgl. Schneider, Wolfgang L. 2004. „Brandts Kniefall in Warschau. Politische und ikonographische Bedeutungsaspekte.“ In Tätertrauma. Nationale Erinnerungen im öffentlichen Diskurs, hg. v. Bernhard Giesen und Christoph Schneider, S. 157–194. Konstanz: UVK.

[12] Zitiert nach Schneider, Christoph. 2006. Der Warschauer Kniefall. Ritual, Ereignis und Erzählung. Konstanz: UVK, S. 207.

[13] Young, James E. 1997. Formen des Erinnerns. Gedenkstätten des Holocaust. Wien: Passagen [engl. Original 1993], S. 219.

[14] Vgl. Young, James E. 1997. Beschreiben des Holocaust. Frankfurt am Main: Suhrkamp [engl. Original 1988], S. 289.

[15] Vgl. Vgl. Rauer, Valentin. 2004. „Geste der Schuld. Die mediale Rezeption von Willy Brandts Kniefall in den neunziger Jahren.“ In Tätertrauma. Nationale Erinnerungen im öffentlichen Diskurs, hg. v. Bernhard Giesen und Christoph Schneider, S. 133–155. Konstanz: UVK, hier S. 149f.

[16] Vgl. Rauer, Valentin. 2004. „Geste der Schuld. Die mediale Rezeption von Willy Brandts Kniefall in den neunziger Jahren.“ In Tätertrauma. Nationale Erinnerungen im öffentlichen Diskurs, hg. v. Bernhard Giesen und Christoph Schneider, S. 133–155. Konstanz: UVK, hier S. 149f.

[17] Vgl. Krzemiński, Adam. 2005. „Der Kniefall.“ In Deutsche Erinnerungsorte. Eine Auswahl, hg. v. Etienne François und Hagen Schulze, S. 431–446. München: Beck, hier S. 441.

[18] Schneider, Christoph. 2008. „Der Kniefall von Warschau. Spontane Geste – bewusste Inszenierung?“ In Das Jahrhundert der Bilder. Band 1: 1949 bis heute, hg. v. Gerhard Paul, S. 410–417. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.


Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, Kniefall. Bildaufsatz der Ikone „Kniefall“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/kniefall.html 

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