"Festung Europa"

Eine der vier Grundfreiheiten innerhalb der Europäischen Union stellt der freie Personenverkehr dar, seit 2007 entfallen die Grenzkontrollen zwischen allen EU-Mitgliedsstaaten. Visuelles Zeugnis davon sind Fotos verwaister Grenzkontrollstationen an den zwischenstaatlichen Grenzübergängen sowie Hinweistafeln an den Grenzen, wie es beispielsweise an der deutsch-polnischen Grenze zu beobachten ist (Abb. 1). Ein Schild Polens für die AutofahrerInnen im deutsch-polnischen Grenzgebiet heißt beispielsweise die BesucherInnen mit „Zapraszamy/We invite/Wir laden ein“ willkommen. Durch das gleichberechtigte Anbringen der Flaggen der Europäischen Union und Polens kommt es zur Verbindung von nationalstaatlicher und EU-europäischer Ikonographie, der gemeinsame Raum wird auf diese Weise visualisiert. Seit der EU-Erweiterung 2004 finden sich die beiden Nachbarstaaten Deutschland und Polen als Partner in der Union wieder – das historisch belastete Verhältnis der beiden Staaten im Bezug auf eine von beiden Seiten respektierte Ziehung der Grenze wird nunmehr in gewisser Weise im gemeinsamen EU-Raum ausgeglichen.[1]

Diesem grenzfreien Raum in EU-Europa liegt das Schengener Abkommen von 1985 zugrunde. Der Auf- und Ausbau des Europäischen Binnenmarkts wurde von Harmonisierungsbestrebungen einer gemeinsamen Sicherheitspolitik nach außen begleitet: „Die volle Bewegungsfreiheit von Bürgern der Europäischen Union innerhalb dieser Union korrespondierte mit dem möglichst dichten Abschluss gegenüber Menschen, die von außerhalb dieses Raums kamen. Das aber wiederum bedeutete einen weiteren Schub an europäischer Integration: Der Wegfall der Grenzen nach innen, der beinahe von allen als positiv empfunden wird, korrespondiert unmittelbar mit Aufbau von Grenzen nach außen.“[2] Die Verabschiedung erster Maßnahmen einer gemeinsamen Grenzpolitik fand im Zuge des Schengener Durchführungsabkommens 1990 statt. Die Entfernung der zwischenstaatlichen Grenzen der EU-Mitgliedsstaaten geht teilweise mit unsichtbaren Strukturen eines EU-Grenzregimes einher, das sich räumlich ausdehnende Kontroll- und Überwachungssysteme beinhaltet, die weit ins Landesinnere sowie in Nachbar- und Drittstaaten hineinreichen.[3]  Vor allem an den Südgrenzen der Union haben sich aber Bildmotive der EU-Außengrenzen und der Einwanderung herausgebildet, die in Debatten mit der Metapher „Festung Europa/Fortress Europe/Forteresse d’europe/ Fortezza Europa/Fortaleza Europa betitelt werden. Schon mit der Entstehung des Schengener Abkommens wurde diese Sprachmetapher als Chiffre für die Abgrenzung dieses gemeinsamen Binnenraumes von KritikerInnen in die Debatte um Inklusion und Exklusion im europäischen Raum eingeführt.[4] Als politische Metapher wurde das Sprachbild „Festung Europa“ im 20. Jahrhundert zuvor u.a. im Nationalsozialismus als Slogan der ersten Kriegsjahre des Zweiten Weltkriegs verwendet, „[…] der die Stärke des von der Achse beherrschten Kontinents im Kampf gegen die Alliierten ausdrücken sollte“[5]. Die Verwendung des Begriffs wurde allerdings ab Ende 1942 untersagt, da es ein negativer Ausdruck sei, der einen defensiven Sinn verkörpere.

Die Sprachmetapher „Festung Europa“ bzw. deren Visualisierung und mit ihr konnotierte Bilderwelten erfährt im Kontext mit Migration einen zweifachen Bedeutungszusammenhang: Erstens wurde die Metapher im Kontext mit dem EU-Erweiterungsdiskurs im Sinne einer restriktiven Erweiterungspolitik gegenüber potenziellen Beitrittskandidaten, vor allem den ehemals kommunistischen ostmitteleuropäischen Staaten, verwendet. Dazu kam, dass mitunter nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ die Migration von Menschen ostmitteleuropäischer Staaten als „[…] eine, wenn nicht als Hauptgefahr für die öffentliche Ordnung, Sicherheit und Stabilität im Westen“[6] charakterisiert wurde und angesichts der Verabschiedung erster Maßnahmen einer gemeinsamen Grenzpolitik im Zuge des Schengener Durchführungsabkommens 1990 der grenzfreie Schengen-Raum mitunter als „Festung Europa“ im Sinne einer Abschottung von Westeuropa gegen Osteuropa verstanden wurde.[7] Eine dahingehende Visualisierung findet sich beispielsweise in Karikaturen (Abb. 2) in Form einer Burg, welche den gemeinsamen Raum fast unerreichbar auf einer Bergspitze, abgeschottet mit Stacheldraht, darstellt. Im historisch-politischen Kontext spielt die Affichierung des Stacheldrahtes auf die Vergangenheit Europas an, auf die politisch-ökonomische Trennung zu Zeiten des Ost-West-Konflikts, als der sogenannte „Eiserne Vorhang“ Europa trennte. Diese Karikatur thematisiert damit ein gesellschaftliches Bedrohungsszenario, das die Debatten in den 1990er-Jahren prägte im Sinne einer „Festung Europa“, die von Stacheldraht umzäunt ist, der die befürchtete Migration aus Osteuropa abwehrt.[8]

Seit Mitte der 1990er-Jahre wird die Metapher „Festung Europa“ in Debatten um oftmals illegale Zuwanderungsbestrebungen von Nicht-EU-BürgerInnen vornehmlich aus dem Süden und Diskursen um eine gemeinsame EU-europäische Asyl- und Sicherheitspolitik verwendet. Die Festungsmetapher wird dabei vor allem mit Bildern von Einwanderungsbestrebungen in Südeuropa, beispielsweise den Bildern der Grenzbefestigungen der spanischen Exklaven auf dem afrikanischen Kontinent, Ceuta und Melilla, konnotiert: Zentrales Bildmotiv dazu sind die „Sicherheitszäune“ um Melilla und Ceuta (Abb. 3).Das statische, ästhetisierte Motiv der Sicherheitszäune mit patrouillierenden Grenzsoldaten ist zentraler Bestandteil der Visualisierung der „Festung Europa“. Bis zur Errichtung der sogenannten Sicherheitszäune von Ceuta und Melilla wurden die Schengen-Außengrenzen nicht mit solchen Grenzanlagen gesichert, damit diese visuell nicht an die Grenzsicherungsmaßnahmen des Warschauer Paktes oder an die Berliner Mauer erinnern könnten.[9] Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Befestigungen von Ceuta und Melilla mit ihrem inhärenten Bollwerksgedanken mitunter als neuer „Eiserner Vorhang“ betitelt werden.[10] Hierbei zeigt sich auch der transmediale Charakter dieser Bilder: Infrarotbilder des Überwindens dieser Zäune fungieren für das Bildmedium Fernsehen als „Realsymbol“[11] (Filmsequenz A).

Kritik am Grenzregime der EU wird ebenso von linken Gruppierungen anhand der Metapher „Festung Europa“ vorgebracht, Ikonographien dazu referieren auf die „Sicherheitszäune“ von Ceuta und Melilla und im Speziellen auf die Stacheldrahtauflage:[12] Beispielsweise verschmilzt ein symbolisches Logo dazu die Ikonographie der Europäischen Union mit jener des Stacheldrahts, welche bereits anhand der „Sicherheitszäune“ von Ceuta und Melilla mit der „Festung Europa“ konnotiert ist (Abb. 4).

Ein weiteres Bildmotiv der „Festung Europa“ ist – im Sinne des Sprachbilds – der „Wassergraben“ Mittelmeer, wobei das Motiv des Bootes in diesem Kontext einen doppelten Symbolwert aufweist: Zum einen rekurriert es auf die biblische Arche Noah, die vor der Sintflut rettet. Das Boot/Schiff wirkt als Symbol für den Zusammenhalt derjenigen, die im gleichen Boot sitzen, und trennt den sicheren Raum innerhalb des Bootes von der gefahrvollen Außenwelt.[13]

Im Kontext mit Zuwanderung wurde diese Metapher erstmals im Zusammenhang mit der Schweizer Debatte um die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge 1942 diskutiert, als der Schweizer Justizminister Eduard von Steiger die Schweiz mit einem überfüllten kleinen Rettungsboot verglich, eine Metapher, die bis heute als fixer Bestandteil des Schweizer Diskurses zur Flüchtlingspolitik wirkt.[14] Debatten um Zuwanderung in den 1990er- Jahren in EU-Europa bedienten sich des Slogans „Das Boot ist voll“ und Visualisierungen dieser Symboldimension der Metapher Boot zeigen eine mit Menschenmassen völlig überfüllte Arche, wie es in Deutschland in Karikaturen, auf Zeitschriftencovern wie auf dem Titelcover des deutschen Nachrichtenmagazins „Der SPIEGEL" 1991 ersichtlich wird (Abb. 5).

Dem Boot/Schiff kommt noch eine zweite differierende Symbolwirkung zu: Gerade im Kontext der Wanderungsbestrebungen aus dem Süden zeigen die Bilderwelten das Boot als ein zentrales rettendes Vehikel, um die „Festung Europa“ auf dem Seeweg zu erreichen: Auf der visuellen Ebene sind die Versuche, in den EU-Raum zu gelangen, nicht nur mit den Bildern von Ceuta und Melilla, sondern vor allem mit Boatpeople, also vorwiegend Menschen in Flüchtlingsbooten (Abb. 6), verbunden. Der Topos der Boatpeople wurde in Fotografien erstmals anhand von vietnamesischen Bootsflüchtlingen im Zuge des Vietnam-Krieges Anfang der 1970er-Jahre in Europa visualisiert. Im Kontext mit der „Festung Europa“ sind die dazugehörigen Bilderwelten von zumeist farbigen männlichen Menschengruppen in kleinen Booten geprägt, welche vom afrikanischen Kontinent aus versuchen, in den EU-Raum, vornehmlich auf die vorgelagerten Inseln Spaniens (Balearen, Kanaren), Italiens (Lampedusa, Sizilien), Griechenlands, nach Zypern und Malta, zu gelangen. Die Bergung von toten und sterbenden Insassen eines vollen Flüchtlingsbootes im Oktober 2003, das an die Küste Lampedusas getrieben worden war, wurde live im Fernsehen übertragen.[15] Die gefahrvolle Überfahrt hat Schätzungen zufolge seit 1993 bereits 9000 Bootsflüchtlingen das Leben gekostet, rund 50.000 Bootsflüchtlinge werden pro Jahr an den EU-Außengrenzen aufgegriffen.[16]

In diesem Kontext steht auch das Medienereignis um das albanische Flüchtlingsschiff „Vlora“ (Abb. 7). Die mit über 10.000 AlbanerInnen völlig überbesetzte „Vlora“ lief am 8. August 1991 in Bari ein. Die italienischen Behörden schoben die meisten der ausgehungerten Flüchtlinge schon nach wenigen Tagen ab, um angesichts einer baldigen Aufnahme in das Schengen-System Härte zu demonstrieren.[17] Das Bild des Fotografen Luca Turi wurde via Associated Press weit verbreitet und fand in den Ausstellungskatalog Augenblicke des Jahrhunderts. Meisterwerke der Reportagefotografie von Associated Press Eingang.[18] Als Illustration des Flüchtlingsdramas bekannt, wurde das Foto 1992 in einer kommerziellen Benetton-Werbekampagne als Versinnbildlichung des Themas Migration in die Reihe der anderen „Schreckensbilder des Jahrzehnts“ dieser Kampagne gestellt, welche Fotos von Mafia-, AIDS-, und Kriegsopfern zeigt. Es verankerte damit das „volle Boot“ ein weiteres Mal in der öffentlichen Betrachtung.[19]

Das Bildmotiv des überfüllten Schiffes repräsentiert Flüchtlinge als namenlose Menschenmasse, die subjektiven Migrationsmotive werden visuell nicht kommuniziert. Unterstützt durch diese Darstellungsweise wird im Kontext öffentlicher und politischer Debatten von einer „Flut“ oder einem „Ansturm“ gesprochen, die beide das negativ bedrohliche „Außen“ symbolisieren.[20] Im Kontext mit der Südwanderung finden sich EU-BürgerInnen – mit Ausnahme als PolizistInnen, Wachpersonal oder ÄrztInnen – kaum auf dem Bild. Eine Ausnahme davon stellt das Bildmotiv eines entkräfteten gestrandeten Mannes auf einem Strand dar, der von geschockten TouristInnen betreut wird (Abb. 8). Ende Juli 2006 war am Tejita-Strand von Teneriffa ein überfülltes Boot angekommen, die erschöpften Bootsflüchtlinge und die sich sonnenden TouristInnen begegneten einander am selben Strand der „Festung Europa“, die EU-EuropäerInnen wurden mit dem Elend der Boatpeople konfrontiert. Das Foto dieses Zusammenpralls zweier Welten wurde beim World Press Award 2007 mit dem zweiten Preis prämiert.[21] Es kommt in diesem Foto zum Zusammenprall der Genres des Urlaubsfotos mit jenem der Bootsflüchtlinge.

Die fassungslosen Gesichter der beiden TouristInnen und ihrer Versuche, dem Entkräfteten mit Decke und Wasser zu helfen, geben dem Foto eine gänzlich andere Aussage als Bilder der anonymisierten Menschenmassen von Zuwanderungswilligen: Diese Momentaufnahme zeigt den Flüchtling und die EU-BürgerInnen in gleicher Bekleidung – einem Strandoutfit – und beide Gruppen befinden sich innerhalb der „Festung Europa“, wenngleich die Gründe für den Aufenthalt am Strand in Teneriffa gänzlich verschieden sind bzw. der Aufenthaltsstatus des Mannes innerhalb EU-Europas nicht geklärt ist.

Wenn Flüchtlinge also die „Festung Europa“ bezwingen können, werden im medialen Diskurs folgende Orte für den weiteren Verbleib in Bildern gezeigt: Politische und mediale Debatten rund um strengere Grenzkontrollen, Illegalität, Abschiebungen werden oft mit Fotografien von Flüchtlingslagern versehen, wobei die Personen wiederum als anonyme Masse dargestellt werden und die EU-BürgerInnen in Form von PolizistInnen im Bild erscheinen (Abb. 9). Ein konkretes Beispiel zeigt Flüchtlinge im Flüchtlingslager der italienischen Insel Lampedusa. Die Bildaussage und die Bildunterschrift versinnbildlichen, wie sich die „Festung Europa“ gegenüber Immigration abschottet.[22]

Visualisierungen der „Festung Europa“ fanden – angesichts des Endes des Ost-West-Konflikts, der steten Erweiterung der Europäischen Union und der Einführung und Ausweitung des Schengen-Raumes – im Zusammenhang mit Migration erst ab den 1990er-Jahren in Europa statt. Zuvor waren politische und mediale Debatten rund um das Thema Zuwanderung im Sinne einer vonseiten (West-)Europas intendierten Arbeitsmigration[23] auf binationaler Ebene vor allem Ende der 1960er- und in den 1970er-Jahren durch gezieltes Anwerben von ArbeiterInnen („GastarbeiterInnen“) geprägt. Dazugehörige Bilderwelten zeigen die Ankunft beziehungsweise Heimfahrt der „GastarbeiterInnen“ mit Bahn, Bus und Auto. Beispielhaft dafür steht das Bild des ersten Bustransports türkischer Arbeiter vor dessen Abfahrt nach Österreich 1971 (Abb. 10). Die Menschen werden in solchen Sujets gut gekleidet, hoffnungsfroh, in Aufbruchsstimmung und voller Erwartungen an ihr „neues Leben“ gezeigt. Ein weiteres Sujet der GastarbeiterInnendarstellung sind Fotografien, welche die angeworbenen ArbeitsmigrantInnen bei ihrer Arbeit zeigen, wie es beispielsweise in den Bilderwelten der europäischen Wanderausstellung Crossing Borders – Überschreiten von Grenzen vor Augen geführt wurde.[24]

Ebenso gilt es, die Lage für Migration der EU-BürgerInnen innerhalb des gemeinsamen Binnenmarktes EU-Europas differenziert zu sehen: Zum einen war der gemeinsame Schengen-Raum und damit der freie Personenverkehr bis 2007 für die BürgerInnen der „neuen“ Mitgliedsstaaten nicht gegeben. In Bezug auf den Arbeitsmarkt innerhalb der EU gab und gibt es bis 2011 Beschränkungen für EU-BürgerInnen der „neuen“ ostmitteleuropäischen Mitgliedsstaaten, die sich innerhalb der EU uneinheitlich gestalten: Großbritannien oder Irland haben den Arbeitsmarkt für „neue“ EU-BürgerInnen bereits 2004 geöffnet, zweisprachige Hinweistafeln an britischen Autobahnen weisen auf diesen Umstand visuell hin. In anderen EU-Mitgliedsstaaten gab es hingegen heftige Debatten, die sich auch visuell repräsentierten, wie es anhand der polnischen Kampagne des „polnischen Installateurs“ als Reaktion auf den französischen Diskurs um die Dienstleistungsrichtlinie 2005/2006 zu beobachten war (Abb. 11).

(Arbeits-)Migration innerhalb und außerhalb des EU-europäischen Raumes stellt im Europa des 21. Jahrhunderts weiterhin ein politisch hochaktuelles Thema dar oder wie es 2007 der spanische Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero hinsichtlich einer harmonisierten EU-Einwanderungspolitik forderte: „Europa kann keine Festung, kein geschlossenes Haus sein. Dies würde unseren Werten und Prinzipien als Europäer widersprechen.“[25] Nicht zu vergessen ist in diesem Kontext auch die Tatsache, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts europäische Arbeitsmigrationsbewegungen nicht von Einwanderung auf den europäischen Kontinent geprägt waren, sondern Auswanderung die Bilderwelt prägte: Daran erinnern neben den Fotografien überfüllter Schiffe, die großteils in richtung amerikanischer Kontinent ausliefen, auch Denkmäler wie das Auswandererdenkmal an der Ostmole in Bremerhaven oder aber auch The Emigrants von Eamonn O’Doherty am Waterloo Place in Londonderry (Abb. 12) in der nordirischen Provinz Ulster, sieben lebensgroße Bronzefiguren, welche auf die massiven Auswanderungswellen der irischen Bevölkerung in die Vereinigten Staaten oder nach Australien angesichts schlechter ökonomischer Bedingungen rekurrieren. Denkmäler über die Auswanderung zeugen von den Bestrebungen der Menschen, auf anderen Kontinenten bessere Lebensbedingungen vorzufinden, eine universal geltende Vorstellung, die Menschen ein Jahrhundert später veranlasst, in die „Festung Europa“ zu gelangen.

Petra Mayrhofer

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[1] Vgl. www.demokratiezentrum.org/de/bildatlas/konzepte.html (letzter Zugriff 2.10.2008)

[2] Mergel, Thomas. 2008. „Migration und europäisches Selbstverständnis.“ In Selbstverständnis und Gesellschaft der Europäer. Aspekte der sozialen und kulturellen Europäisierung im späten 19. und 20. Jahrhundert, hg. v. Hartmut Kaelble und Martin Kirsch, S. 251–299. Frankfurt, hier S. 290 f.

[3] Vgl. Schwenken, Helen. 2003. „‚Papiere für alle‘. Selbstorganisation und Protestmobilisierung in der EU im Bereich illegaler Migration.“ In: Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa, hg. v. Ansgar Klein u.a., S. 117–141. Opladen, hier S. 119.

[4] Vgl. Leuthardt, Beat. 2004. „Essay über die EU-Außengrenzen: Ausgrenzung vom Süden Spaniens bis zum Osten Litauens.“ In Nationale Grenzen in Europa, hg. v. Christian Banse, S. 262–276. Frankfurt u.a.: Lang, hier S. 264.

[5] Berning-Schmitz, Cornelia. 2000. Vokabular des Nationalsozialismus. Berlin/New York: de Gruyter, S. 232.

[6] Busch, Nicholas. 2006. Baustelle Festung Europa. Beobachtungen, Analysen, Reflexionen. Klagenfurt: Drava, S. 119.

[7] Vgl. Treibel, Annette. 2003. Migration in modernen Gesellschaften. Soziale Folgen von Einwanderung, Gastarbeit und Flucht. Weinheim u.a.: Juventa-Verlag, S. 75.

[8] www.demokratiezentrum.org/de/bildatlas/baustelle.html (letzter Zugriff 2.10.2008)

[9] Vgl. Stobbe, Holk. 2004. „EU-Grenzpolitik im Vergleich: Die US-mexikanische Grenze.“ In Nationale Grenzen in Europa, hg. v. Christian Banse, S. 276–295. Frankfurt u.a.: Lang, hier S. 286.

[10] Vgl. Schmale Wolfgang. 2008. „,Osteuropa‘: Zwischen Ende und Neudefinition?“ In Europa im Ostblock, Vorstellungen und Diskurse (1945–1991), hg. v. José M. Faraldo, Paulina Jurgiel-Gulinska und Christian Domnitz, S. 23–37. Köln/Weimar/Wien, hier S. 35; vgl. auch Millborn, Corinna. 2006. Gestürmte Festung Europa. Einwanderung zwischen Stacheldraht und Ghetto. Das Schwarzbuch. Wien/Graz/Klagenfurt: Styria, S. 15.

[11] Thiele, Matthias. 1995. Flucht, Asyl und Einwanderung im Fernsehen. Konstanz: UVK-Verlag, S. 71.

[12] Zum Beispiel dient im Header der Homepage www.no-fortress-europe.eu die Stacheldrahtauflage als zentraler Eye-Catcher.

[13] Eine dahingehende Debatte in den Medien erlebte Deutschland Anfang der 1990er-Jahre, wobei die Visualisierung des „vollen Bootes“ durch Plakate, Karikaturen und Fotos erfolgte. Vgl. Pagenstecher, Cord. 2008. „,Das Boot ist voll‘. Schreckensvision des vereinten Deutschland.“ In Das Jahrhundert der Bilder. 1949 bis heute, hg. v. Gerhard Paul, S. 606–614. Göttingen: Vandenboeck&Ruprecht, hier S. 611.

[14] Vgl. Kreis, Georg. 2004. „Das Bild und die Bilder von der Schweiz zur Zeit des Zweiten Weltkrieges.“ In Mythen der Nationen. 1945 – Arena der Erinnerungen. Band 1, hg. v. Monika Flacke, S. 593–619. Mainz: Phillipp von Zabern, hier S. 602.

[15] Millborn, Corinna. 2006. Gestürmte Festung Europa. Einwanderung zwischen Stacheldraht und Ghetto. Das Schwarzbuch. Wien/Graz/Klagenfurt: Styria, S. 55.

[16] Brickner, Irene. 2008. „Europa, lieber allein zu Haus.“ In Der Standard Album vom 16. August: S. A1.

[17] Pagenstecher, Cord. 2008. „,Das Boot ist voll‘. Schreckensvision des vereinten Deutschland.“ In Das Jahrhundert der Bilder. 1949 bis heute, hg. v. Gerhard Paul, S. 606–614. Göttingen: Vandenboeck&Ruprecht, hier S. 609.

[18] Grewenig, Meinrad Maria, Hg. 1999. Augenblicke des Jahrhunderts. Meisterwerke der Reportagefotografie von Associated Press. Ostfildern-Ruit: Cantz, S. 149 u. 199.

[19] Vgl. Pagenstecher, Cord. 2008. „,Das Boot ist voll‘. Schreckensvision des vereinten Deutschland.“ In Das Jahrhundert der Bilder. 1949 bis heute, hg. v. Gerhard Paul, S. 606–614. Göttingen: Vandenboeck&Ruprecht, hier S. 606 f.

[19] Pagenstecher, Cord. 2008. „,Das Boot ist voll‘. Schreckensvision des vereinten Deutschland.“ In Das Jahrhundert der Bilder. 1949 bis heute, hg. v. Gerhard Paul, S. 606–614. Göttingen: Vandenboeck&Ruprecht, hier S. 609.

[20] Thiele, Matthias. 1995. Flucht, Asyl und Einwanderung im Fernsehen. Konstanz: UVK-Verlag, S. 29.

[21] Brickner, Irene. 2008. „Europa, lieber allein zu Haus.“ In Der Standard Album vom 16. August: S. A1–A2

[22] www.demokratiezentrum.org/de/bildatlas/politikfelder.html (letzter Zugriff 06.10.2008)

[23] Für Migration im Sinne von politischer Flucht siehe Ikone „Flucht und Vertreibung“.

[24] Die Ausstellung wurde von Partnermuseen in Dänemark, Schweden, Deutschland, Österreich, Spanien und Großbritannien realisiert und 2003/2004 in verschiedenen Städten Europas gezeigt.

[25] Artikel „Spain, Greece want migrant pact, no fortress Europe“, siehe uk.reuters.com/article/latestCrisis/idUKL1021283420080710 (letzter Zugriff 06.10.2008)


Zitierempfehlung: Mayrhofer, Petra, "Festung Europa". Bildaufsatz der Ikone „Festung Europa“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/festung-europa.html

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