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Abb.9: „Barcode“

Logo „Barcode“, Rem Kolhaas
© AMO

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Bemühungen, den Symbolhaushalt der EU zu institutionalisieren beziehungsweise auszubauen, bleiben bis dato umstritten: Angesichts der Stellung und fatalen Wirkung politischer Symbolangebote im 19. Jahrhundert und vor allem im 20. Jahrhundert bis 1945 waren solche Bestrebungen nicht primäres Ziel der Gründer des Europäischen Einigungsprojekts,[1] aber auch nationale Regierungen können sich nicht für eine offizielle gemeinsame Symbolik erwärmen, wie die Debatten um die Verankerung der „Symbole der Union“ in einem neuen EU-Vertrag zeigen.

In diesem Zusammenhang wurden im Jahr 2001, ausgehend vom damaligen Kommissionspräsidenten Romano Prodi und dem belgischen Premierminister Guy Verhofstadt, Versuche gestartet, eine neue Visualisierung des Zusammenspiels der Staaten in der EU zu kreieren: Es wurden der niederländische Architekt Rem Koolhaas und die Gruppe AMO beauftragt, ein neues Logo zu entwerfen. Koolhaas’ beliebig erweiterbares Logo vereint die Länderflaggen aller EU-Mitgliedsstaaten von Westen (links) nach Osten (rechts) und vermittelt die EU-europäischen Merkmale der Weiterentwicklung, Dynamik und Bewegung.[2] Damit symbolisiert dieses Logo einen Wechsel von der traditionellen Staatsrepräsentation hin zum Alltagsbereich der EU-BürgerInnen als KonsumentInnen.[3] Weitab von blauer Farbe und Sternenbanner spiegelt dieser „Barcode“ zum einen stärker den wirtschaftlichen Hintergrund des europäischen Integrationsprojekts wider, zum anderen wird die Staatenbunds-Konzeption durch das Nebeneinander aller Flaggen hervorgehoben. Koolhaas’ Entwurf hat sich allerdings (noch) nicht durchgesetzt, als „Super-Icon“wird weiterhin die europäische Flagge als DAS Symbol für EU-Europa verwendet.

Petra Mayrhofer


[1] Bernhardt, Petra u.a. 2009. Europäische Bildpolitiken. Politische Bildanalyse an Beispielen der EU-Politik. Wien: Facultas, S. 36.

[2] Bernhardt, Petra u.a. 2009. Europäische Bildpolitiken. Politische Bildanalyse an Beispielen der EU-Politik. Wien: Facultas, S. 33f.

[3] Pribersky, Andreas. 2005. „Europa als Symbol politischer Image-Konstruktionen.“ In Europa-Bilder, hg. v. Vrääth Öhner u.a., S. 87–103. Innsbruck u.a., hier S. 92.

 

 

 


Zitierempfehlung: Mayrhofer, Petra, "Barcode". Bildanalysetext zur Abbildung 9 der Ikone „Ikonographie EU-Europas“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/eu-europa/abb9-barcode.html

Copyright (c): Demokratiezentrum Wien / Ludwig-Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit Wien, 2009. Der Text ist lizenziert unter der Creative Common-Lizenz by-nc-nd/3.0/Austria. Für das verwendete Bildmaterial wurden die Nutzungerechte ausschließlich für dieses Projekt erworben. Wir haben uns bemüht, alle Inhaber von Bildrechten ausfindig zu machen. Sollten dennoch Urheberrechte verletzt worden sein, werden wir nach Anmeldung berechtigter Ansprüche diese entgelten.

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