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Abb. 3: Gemeinschaftswährung Euro

Gemeinschaftswährung Euro
© Europäische Gemeinschaft, 2009

Die Präsenz spezifischer EU-Symbole im Alltagsleben der EU-BürgerInnen hat sich seit den späten 1990er-Jahren intensiviert, da sie von vielen verschiedenen Gruppen wie Intellektuellen, PolitikerInnen, FunktionärInnen, zivilgesellschaftlichen Gruppen und den BürgerInnen diskutiert bzw. ihre Bedeutungshorizonte neu interpretiert und erschaffen werden.[1] Beispielhaft manifestiert sich dies anhand der Gemeinschaftswährung Euro, die das visualisierte Europa in den Geldbeutel bringt. „[…] näher dran geht es nicht“, urteilt Wolfgang Schmale, der allerdings durch die nicht vorhandene Kongruenz von EU-Raum und Eurozone ikonographisch eine neue Zweiteilung konstatiert,[2] in der Grenzziehungen zwischen EU-Mitgliedsstaaten der Eurozone, EU-Mitgliedstaaten und Nicht-EU-Staaten sowie zwischen EU-BürgerInnen und Drittstaatsangehörigen u.a. durch die Gültigkeit der Gemeinschaftswährung manifest werden. Im Jahr 2008 wurde der Euro in einer Eurobarometer-Umfrage als wichtigstes Element der europäischen Identität bezeichnet.[3]

Die Ikonographie der Euroscheine verweist im Gegensatz zu den Euro- und Cent-Münzen auf ein anderes Verhältnis zwischen EU-europäischer und nationalstaatlicher Identität: Um keinen Mitgliedsstaat zu bevorzugen, zeigen die Scheine zentrale Architekturstile EU-Europas, nämlich antike Klassik, Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko, Eisen- und Glasarchitektur sowie moderne Architektur des 20. Jahrhunderts. Diese architektonische Symbolik nimmt nicht zuletzt Bezug auf eine christlich geprägte Kultur und repräsentiert damit die Vorstellung eines gemeinsamen kulturellen Erbes seit Jahrhunderten.[4] Die sieben verschiedenen Banknoten zeigen auf der Vorderseite jeweils Fenster und Tore, welche laut offizieller Kurzbeschreibung der Europäischen Zentralbank für Offenheit und Zusammenarbeit in der EU stehen, auf der Rückseite sieht man Brücken, welche die Verständigung zwischen den Völkern innerhalb der Union sowie zwischen EU und der Welt symbolisieren sollen.[5] Die geografische Darstellung zeigt den Kontinent Europa, Sterne verweisen auf die europäische Flagge, die ebenfalls die Scheine in detailgetreuer Abbildung ziert.

Petra Mayrhofer


[1] Vgl. Kaelble, Hartmut. 2003. „European Symbols, 1945–2000: Concept, Meaning and Historical Change.“ In Figures d’Europe. Images and Myths of Europe, hg. v. Luisa Passerini, S. 47–65. Bruxelles, hier S. 59 f.

[2] Schmale, Wolfgang. 2000. Geschichte Europas. Wien/Köln/Weimar: Böhlau, S. 262.

[3] European Parliament. Eurobarometer, The 2009 European elections: expectations of the Europeans, Analysis Summary, EB 70.1, Report 01/09, Ref. Number 303, ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_303_synt_en.pdf (letzter Zugriff 21.1.2009)

[4] Vgl. Uhl, Heidemarie. 2004. „EU-Europa als visuelles Narrativ.“ In Kulturrisse 2: S. 38–39, Zugriff Onlinequelle www.demokratiezentrum.org, hier S. 1.

[5] www.ecb.int/euro/banknotes/html/index.en.html (letzter Zugriff 3.2.2009)


Zitierempfehlung: Mayrhofer, Petra, Gemeinschaftswährung Euro. Bildanalysetext zur Abbildung 3 der Ikone „Ikonographie EU-Europas“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/eu-europa/abb3-gemeinschaftswaehrung-euro.html

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