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Filmsequenz C: Symbolisches Durchschneiden des Eisernen Vorhangs

Zerschneiden des Eisernen Vorhangs, 27.06.1989 (Österreich 1989)
Produktion: Österreichischer Rundfunk (ORF)
Quelle: Archivmaterial ORF
Sequenz: Sequenz: 00:00 – 00:02 (ganzer Beitrag)

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Am 27. Juni 1989 durchschnitten der österreichische Außenminister Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn bei Sopron (Ödenburg) gemeinsam den Grenzzaun in einem symbolischen Akt. Im ungarischen Fernsehen verkündete Horn am 10. September, dass Ungarn den zahlreichen DDR-BürgerInnen, die sich im Land aufhielten, die Ausreise gestatten werde. Mit seinem medienwirksamen Auftritt trug er entscheidend zum Fall der Berliner Mauer am 9. November bei.

Der Fernsehbeitrag zeigt die Vorbereitungen des symbolischen Akts und gestattet damit einen Blick hinter die Kulissen der Medieninszenierung. Damit relativiert die Medienberichterstattung des Fernsehens die politische Inszenierung der StaatsrepräsentantInnen. Diese Tendenz wird verstärkt, indem ungarische Soldaten gezeigt werden, die passiv und untätig auf den „hohen Besuch“ warten und nicht an der Demontage des Eisernen Vorhangs weiterarbeiten können. Mock und Horn treten somit eher als Verhinderer der „eigentlichen“ politischen Arbeit auf – ihr repräsentativer Akt wird dadurch im Fernsehbericht auf subtile Weise ironisiert.

Ramón Reichert


Zitierempfehlung: Reichert, Ramón, Symbolisches Durchschneiden des Eisernen Vorhangs. Filmanalysetext zur Filmsequenz C der Ikone „Eiserner Vorhang“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009,
URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/eiserner-vorhang/filmsequenz-c-durchschneiden-des-eisernen-vorhangs.html

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