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Abb. 8: Torförmiges Monument in Majdanek

Torförmiges Monument in Majdanek (Polen)
© AP Images/Czarek Sokolowski

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In Auschwitz kam es ab 1957 zu einem international beachteten Denkmalsetzungs-Verfahren (Abb.6) . Doch auch in anderen ehemals nationalsozialistischen Lagern auf polnischem Territorium wurden in Erinnerung an die dort Getöteten Denkmalsetzungen vorgenommen. In Majdanek schuf der Bildhauer Wiktor Tolkin 1969 ein Mausoleum mit der Asche ermordeter Häftlinge  (Abb.7) . Diese Urnenmetaphorik war zuvor beispielsweise auch bei einem nurz kurz existierenden Mahnmal in Auschwitz Mitte der 1950er-Jahre verwendet worden, das Asche von Ermordeten aus verschiedenen Lagern aufgenommen hatte. Zusätzlich zum überkuppelten Mausoleum entwarf Tolkin für Majdanek das hier gezeigte Monument, das aufgrund des scheinbaren Missverhältnisses zwischen der relativ kleinen und zudem ausgehöhlten Auflagefläche und dem gewaltigen Aufbau dazu geeignet ist, bei der Rezeption ein Gefühl der Bedrohung auszulösen.[1] Durch die Öffnung im unteren Teil bietet sich ein weiter Blick über die Fläche des ehemaligen Vernichtungslagers. Unsere Abbildung verweist darauf, dass Denkmäler in aller Regel auch soziale Orte sind: Die Personen auf der Abbildung haben sich aus Anlass des 60. Jahrestags der Lagerbefreiung zu einer Zeremonie versammelt. Im Vordergrund ist eine Art künstliche Felsschlucht zu erkennen. Sie verstärkt den monumentalen Eindruck des Denkmals, welches dem Ritual als Kulisse dient.[2] Vom Fundament der gigantischen Form aus, die darüber in den Himmel ragt und sich auch als Tor verstehen lässt, reicht der Blick bis zum Mausoleum, das dann durch einen längeren Fußmarsch zu erreichen ist (Abb.7) .

Benjamin Drechsel


[1] Vgl. Young, James E. 1997 (engl. Original 1993).  Formen des Erinnerns. Gedenkstätten des Holocaust. Wien: Passagen, S. 181f. Ursprünglich wollten die Behörden das Denkmal deshalb mit einem Zaun umgeben.

[2] Vgl. Hoffmann, Detlef. 1998. „Dachau.“ In Das Gedächtnis der Dinge. KZ-Relikte und KZ-Denkmäler 1945–1995, hg. v. Detlef Hoffmann, S. 38–91. Frankfurt am Main: Campus, hier S. 79.

 


Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, Torförmiges Monument in Majdanek. Bildanalysetext zur Abbildung 8 der Ikone „Denkmale des Holocaust“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/denkmale-des-holocaust/abb8-torfoermiges-monument-in-majdanek.html

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