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Abb.7: Ruhmeshalle mit Fackel

Ruhmeshalle mit Fackel, Wolgograd
© akg-images/RIA Nowosti

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Bis heute gehört ein 1967 eingeweihter Gedenkkomplex in Wolgograd zu den monumentalsten Stätten der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg (http://mamayevhill.volgadmin.ru/). Das Wolgograder Ensemble von Plastiken und Reliefs (ergänzt auch durch akustische Elemente wie Musik und Schlachtengeräusche) zieht sich etwa einen Kilometer den durch mehrere Plätze gegliederten Weg zum Mamaev Kurgan hinauf, führt also auf einen Hügel, der bei der Schlacht um Stalingrad von entscheidender Bedeutung gewesen war.[1] Die Inszenierung wird von einer monumentalen Statue der „Mutter Heimat“ gekrönt. (Abb.6) Bis zur Spitze des erhobenen Schwerts misst sie 85 Meter. Ihr Mund ist wie zum Ruf geöffnet, ihre gesamte Körpersprache ermuntert zum Kampf für die Heimat. Diejenigen, die bei der Erfüllung dieser Pflicht gestorben sind, werden auf dem Mamaev Kurgan durch eine Ruhmeshalle geehrt, deren Inneres hier abgebildet ist. Das Wandmosaik führt Tausende Namen von in der Schlacht um Stalingrad gefallenen Rotarmisten auf. In der Saalmitte sorgt die Skulptur einer fackeltragenden Riesenhand für die geeignete Lichtregie bei dieser patriotischen Inszenierung. Durch eine Deckenöffnung scheint die Figur der Mutter Heimat in die Halle zu schauen. Die Abbildung einer wie auch immer gearteten Realität ist nicht das Ziel dieser und zahlreicher weiterer nachträglicher Inszenierungen des Sterbens im Zweiten Weltkrieg. Vielmehr geht es darum, dem gewaltsamen Tod des Einzelnen einen dauerhaften Sinn zu verleihen, indem ihm eine zentrale Bedeutung für das Weiterbestehen der übergeordneten Gemeinschaft zugesprochen wird.

Benjamin Drechsel


[1] Zur sowjetischen Kriegeserinnerung und insbesondere zur Symbolik des Kurgan vgl. Kämpfer, Frank. 1994. „Vom Massengrab zum Heroen-Hügel. Akkulturationsfunktionen sowjetischer Kriegerdenkmäler.“ In Der politische Totenkult. Kriegerdenkmäler in der Moderne, hg. v. Michael Jeismann und Reinhart Koselleck, S. 327–349. München: Fink.

 

 


Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, Ruhmeshalle mit Fackel. Bildanalysetext zur Abbildung 7 der Ikone „Denkmäler zum Zweiten Weltkrieg“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/denkmaeler-zum-zweiten-weltkrieg/abb7-ruhmeshalle-mit-fackel.html

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