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Abb. 2: Französische Wasserstoffbombe

Französische Wasserstoffbombe, 1971
© AP / AFP

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Der „Atompilz“ ist eine zentrale Ikone des 20. Jahrhunderts. Das Bild der in den Himmel ragenden und im oberen Bereich deutlich breiter werdenden Rauchsäulen verkörpert wie kein anderes das Wettrüsten zwischen den beiden Supermächten. Neben den USA und der Sowjetunion führten auch Großbritannien, Frankreich, China und – vermutlich – Südafrika oberirdische Atomtests durch. In Westeuropa fanden vor allem die in großer Zahl veröffentlichten Fotos amerikanischer Atombomben Verbreitung. Seit dem ersten Atomtest „Trinity“ am 16. Juli 1945 in New Mexico in den USA – rund drei Wochen vor dem Angriff auf Hiroshima – haben die Atommächte ihre Kernwaffen stetig weiterentwickelt. Einen entscheidenden Fortschritt stellte die Entwicklung der Wasserstoffbombe in den frühen 1950er-Jahren dar. Anders als bei der klassischen Atombombe, wie sie über Hiroshima und Nagasaki gezündet wurde, gewinnt die Wasserstoffbombe ihre Hauptenergie nicht aus der Spaltung von Uran oder Plutonium, sondern aus der Verschmelzung von Wasserstoffatomen zu Helium. Bei Wasserstoffbomben wird eine deutlich größere Sprengleistung erzielt. Die größte jemals gezündete Bombe, die sowjetische „Zar“-Bombe, erreichte am 30. Oktober 1961 die 3.000-fache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe.[1] Typisch für die Wasserstoffbombe ist die Bildung eines oder mehrerer Ringe aus Wasserdampf um den Kopf des Atompilzes, wie sie auf dem abgebildeten französischen Test aus dem Jahr 1971 deutlich zu sehen ist.

Die Atombombe symbolisiert bis heute das Potenzial des Menschen, sich selbst auszurotten. Zugleich besitzt der Atompilz aber auch eine ästhetische Qualität, die seit der Veröffentlichung von Farbaufnahmen sogar noch stärker zum Ausdruck kommt. Selbst der Direktor der Gedenkstätte von Hiroshima – ein Überlebender des Angriffs – erinnert sich, die Wolke damals „sehr schön“ gefunden zu haben.[2]

Fabian Pingel


[1] Vgl. Light, Michael. 2003. 100 Suns. New York, Anhang.

[2] zit. nach Paul, Gerhard. 2006. Visual History. Göttingen, S .264.


Zitierempfehlung: Pingel, Fabian, Französische Wasserstoffbombe.
Bildanalysetext zur Abbildung 2 der Ikone „Atomzeitalter“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/atomzeitalter/abb2-franzoesische-wasserstoffbombe.html

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