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Abb.7: Plakate zur Suche nach Vermissten

Plakate zur Suche nach Vermissten, London 11. Juli 2005
© Corbis/Sion Touhig

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Nach den Londoner Anschlägen vom 7. Juli 2005 wussten Angehörige von Vermissten oft sehr lange nicht, wo sich die gesuchten Personen befanden und ob sie überhaupt noch lebten. Der Telefonservice für die Vermisstensuche funktionierte erst ab 16 Uhr nachmittags. Die Behörden beendeten den Prozess zur Identifikation der Anschlagsopfer erst nach sieben bis zehn Tagen.[1] Große Hoffnungen vieler Hinterbliebener ruhten in jener Zeit wohl noch auf den Suchplakaten, die sie in der Stadt aufgehängt hatten, um Hinweise auf den Verbleib der Vermissten zu erhalten. Ursprünglich private Schnappschüsse ergänzten sie durch die Angabe von Informationen wie Alter, Größe, Gewicht und spezifische Erkennungsmerkmale. Unsere Abbildung zeigt mehrere Suchplakate in der Nähe der U-Bahn-Station King’s Cross. Die PassantInnen oder Fahrzeuge im Vordergrund sind verschwommen und verleihen der nächtlichen Szenerie so eine melancholische, vielleicht auch bedrohliche Note, denn die Unschärfe scheint auch die Plakate im Bildmittelgrund zu bedrohen.

Benjamin Drechsel


[1] Edkins, Jenny. 2008. „Biopolitics, communication and global governance.“ In Terrorism and the Politics of Response, hg. v. Angharad Closs Stephens und Nick Vaughan-Williams, S. 19–43. London: Routledge, hier S. 35f.


Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, Plakate zur Suche nach Vermissten. Bildanalysetext zur Abbildung 7 der Ikone „9/11“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/911/abb7-plakate-zur-suche-nach-vermissten.html

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