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Abb. 3: Zerstörter Zug

Zerstörter Zug, Madrid 11. März 2004
© AP / Anja Niedringhaus

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Am 11. März 2004 detonierten in der spanischen Hauptstadt Madrid mehrere Sprengsätze in voll besetzten Zügen. Die Gewaltsamkeit dieser Anschläge fängt das hier gezeigte Agenturbild von Andrea Comas im Nachhinein noch ein. Es zeigt im Vordergrund einen spanischen Polizisten am Tag der Anschläge als winzige Figur vor einem zerstörten Zug. Um ihn her liegen Trümmer, der Waggon hinter ihm weist ein riesiges kreisförmiges Loch auf. Auch ohne Bildelemente wie Flammen, Rauch oder fliegende Splitter werden hier die verheerenden Auswirkungen einer Explosion deutlich. Die Madrider Zuganschläge wurden nach den Ermittlungsergebnissen der spanischen Behörden von Islamisten verübt. Sie kosteten knapp 200 Menschen das Leben (Abb. 2). Die spanischen Parteien stellten ihren Wahlkampf nach den Anschlägen zwar ein, doch die für den 14. März 2004 angesetzten Parlamentswahlen fanden plangemäß statt. Die siegreiche Partido Socialista Obrero Español (PSOE) reagierte anschließend auf den öffentlichen Meinungsdruck: Sie zog die spanischen Soldaten aus dem Irak ab, wo sie die „Koalition der Willigen“ unterstützt hatten, die unter Führung der USA einen politischen Systemwechsel herbeiführten.[1]

Benjamin Drechsel


[1] Die Bilddimension des Irakkriegs analysiert Paul, Gerhard. 2005. Der Bilderkrieg. Inszenierungen, Bilder und Perspektiven der „Operation Irakische Freiheit“. Göttingen: Wallstein.

 


Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, Zerstörter Zug. Bildanalysetext zur Abbildung 3 der Ikone „9/11“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/911/abb3-zerstoerter-zug.html

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