zur normalen Ansicht

Themen > Europa > Europäisches Bildgedächtnis > 1989 > Abb.3: Solidarnosc-Logo 

Abb. 3: Solidarność-Logo

Solidarnosc-Logo, Warschau Mai 1989
©Sygma/Corbis/Bernard Bisson

Aus kostenrechtlichen Gründen können wir dieses Bild nicht mehr online anbieten.

Als Gesicht der polnischen Protestbewegung gegen den Staatssozialismus fungierte während der 1980er-Jahre der Elektriker, Streikführer und spätere Präsident Lech Wałęsa (Abb.2). Ebenfalls transnational bekannt wurde der hier abgebildete Schriftzug, das Logo der freien Gewerkschaft Solidarność. Sie etablierte sich unter Wałęsas Führung zunehmend als Gegenmacht zur herrschenden Partei, obwohl sie jahrelang verboten war. Im Laufe der Umwälzungen von 1989 musste der herrschende General Jaruzelski jedoch Verhandlungen mit der illegalisierten Gewerkschaft aufnehmen, die dann die eilig anberaumten Nationalratswahlen sehr deutlich gewann. Die Solidarność wurde in den Jahren ihrer zivilgesellschaftlichen Freiheitsbestrebungen weit über Polen hinaus bekannt. Symbolisch steht dafür der berühmte Schriftzug, der bereits 1980 vom Grafiker Jerzy Janiszewski kreiert worden ist. Das Symbol, „in dem sich die Buchstaben wie eine demonstrierende Phalanx mit wehender weiß-roter Nationalflagge zusammendrängen, ging um die Welt“.[1] Anders als etwa der Berliner Mauerfall, der oft symbolisch für die osteuropäischen Veränderungen von 1989 insgesamt steht, wird das Solidarność-Logo zumeist mit engem Bezug auf seinen nationalen Ursprung rezipiert.[2] Unsere Abbildung zeigt den französischen Schauspieler Yves Montand (im hellen Anzug und mit weißen Schuhen) bei einem Wahlkampfauftritt zur Unterstützung der Solidarność im Mai 1989. Sie gewann diese ersten freien Wahlen sehr deutlich. Montands Wahlkampfhilfe belegt die transnationale Aufmerksamkeit, die den damaligen polnischen Ereignissen zuteil wurde. Das Engagement des Franzosen hatte zudem eine lange persönliche Vorgeschichte: Er hatte in früheren Jahren mit der Kommunistischen Partei Frankreichs sympathisiert, wobei unter anderem der „Prager Frühling“ zu einem Wandel seiner politischen Überzeugungen führte.

Benjamin Drechsel


 

[1] Preuss, Sebastian. 2006. „Schwarzer Dezember. Das Polnische Institut Berlin zeigt Kunst der Solidarnosc-Bewegung.“ In Berliner Zeitung, 5. Januar, www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0105/feuilleton/0023/index.html (19. März 2009).

[2] Lesser, Gabriele. 2009. „Solidarnosc-Aktivist Wujec über Symbole: ‚Die Mauer fiel in Danzig.‘“ In die tageszeitung, 5. Februar, http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/die-mauer-fiel-in-danzig/ (19. März 2009).


 

Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, Solidarność-Logo. Bildanalysetext zur Abbildung 3 der Ikone „1989“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/1989/abb3-solidarnosc-logo.html

Copyright (c): Demokratiezentrum Wien / Ludwig-Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit Wien, 2009. Der Text ist lizenziert unter der Creative Common-Lizenz by-nc-nd/3.0/Austria. Für das verwendete Bildmaterial wurden die Nutzungerechte ausschließlich für dieses Projekt erworben. Wir haben uns bemüht, alle Inhaber von Bildrechten ausfindig zu machen. Sollten dennoch Urheberrechte verletzt worden sein, werden wir nach Anmeldung berechtigter Ansprüche diese entgelten.

 

© Demokratiezentrum Wien

Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org