1968

„1968“ ist eine vieldeutige Chiffre. Die polnischen März-Unruhen sowie der kurze „Prager Frühling“ in jenem Jahr stehen heute erinnerungskulturell für die Reformunfähigkeit des osteuropäischen Staatssozialismus. Dagegen haben die „glücklich gescheiterte“[1] Revolte von Studierenden sowie die teilweise eng damit verbundenen sozialen Bewegungen jener Zeit dem westlichen Teil Europas in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unzweifelhaft ihren Stempel aufgedrückt. Doch bleibt die Bewertung ihrer politischen Wurzeln, Folgen und Wechselwirkungen vom linksradikalen Terrorismus über einen postmateriellen Wertewandel bis zur Etablierung der grünen Parteien (www.europeangreens.org) umstritten. Dabei wäre die Ansicht, dass „1968“ die Wurzel allen vermeintlichen Übels in den westeuropäischen Gesellschaften sei, ebenso falsch wie die Gegenthese, die alle freiheitlichen sozialen Bestrebungen erst mit diesem Datum einsetzen sieht.

Die Bedeutung der Chiffre „1968“ wird immer wieder aufs Neue in öffentlichen Diskursen ausgehandelt. Für ihre Umstrittenheit sorgt nicht zuletzt die Gewaltförmigkeit einiger damaliger Ereignisse (Abb. 1, Filmsequenz A). Problematisch ist dabei unter anderem, dass das Etikett „1968“ auch für Ereignisse verwendet wird, die erst sehr viel später stattgefunden haben – bis hin zum Terrorismus der 1970er-Jahre. Auf diese begriffliche Überdehnung deutete beispielsweise der Streit um den damaligen deutschen Bundesaußenminister Joseph Fischer und seine politische Vergangenheit als „68er“, der im Jahr 2001 durch Archivfotos der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ausgelöst worden war. „Joschka“ Fischer ist darauf als vermummter Straßenkämpfer abgebildet – diese Bilder sind allerdings erst lange nach 1968 entstanden (Abb. 2). Die Debatte, welche durch sie ausgelöst wurde, entwickelte sich teilweise trotzdem zu einem Deutungskampf um den Erinnerungsort „1968“. In dessen Ausdehnung weit über das historische Jahr hinaus spiegelt sich zugleich auch der diskursive Erfolg „der 68er“, die sich Jahrzehnte lang sehr wirksam selbst als politische Generation stilisiert haben. Das Beispiel der Fischer-Fotos verweist zudem darauf, dass dieses Datum auch vieldeutig im Sinne von vielschichtig ist, weil es nämlich als Symptom einer mit der politischen Revolte verbundenen Medienentwicklung verstanden werden kann, in deren Verlauf visuelle Formate durch politische Akteure ausgetestet und zunehmend professioneller eingesetzt worden sind. Insgesamt ist die Symbolzahl „1968“ jedenfalls immer eine Verkürzung: Die damit bezeichneten Ereignisse, Ideen und Prozesse weisen nicht nur zeitlich weit über das vermeintliche Schlüsseljahr hinaus, sondern räumlich auch weit über Europa.

Der Protest der Studierenden verbreitete sich gegen Mitte der 1960er-Jahre international, unter anderem mit einem frühen Zentrum im kalifornischen Berkeley: Gemeinsame Antriebsfedern der insgesamt durchaus sehr heterogenen sozialen Bewegungen waren dabei häufig der Widerstand gegen den von den USA geführten Vietnamkrieg sowie Kritik am kapitalistischen System und an verkrusteten Bildungsstrukturen.[2] Die europäischen Jugend- und StudentInnenbewegungen der ausgehenden 1960er-Jahre waren allerdings keineswegs rein sachpolitisch orientiert, sondern zielten mit ihren „Protest-Inszenierungen“[3] oftmals auf eine Veränderung der politischen Ästhetik ab. Privates und Politisches, individuelle und kollektive Identitäten wurden durch Bildstrategien wechselseitig in Beziehung gesetzt, kritisiert und in Frage gestellt. So zeigt ein berühmtes Schlüsselbild der Berliner „Kommune I“ aus dem Sommer 1967 ein prinzipiell privates Sujet, nämlich die Mitglieder einer Wohngemeinschaft (nachgestellt für den Spielfilm "Das wilde Leben" in Abb. 3). Durch die Nacktheit der Dargestellten wird dieser Aspekt des Privaten zum einen besonders hervorgehoben, zum anderen jedoch provozierend ironisch gebrochen und gezielt in eine politische Aussage überführt. Darauf verweist insbesondere der expressive Gestus der „An-die-Wand-Gestellten“, die für den Fotografen Thomas Hesterberg eine Situation simulieren, die etwa an polizeiliche Untersuchungen oder auch an Erschießungsaktionen erinnert.[4]

Die Kommune-Inszenierungen, die politische Anliegen und privates Leben in ästhetische Aktionen überführten und dabei bis zur Ununterscheidbarkeit miteinander verschränkten, waren keineswegs voraussetzungslos: Eine wichtige Wurzel war in diesem Zusammenhang zum Beispiel die „Situationistische Internationale“ (aus der etwa die Münchener „Subversive Aktion“ um Dieter Kunzelmann hervorging).[5] Diese Gruppe europäischer KünstlerInnen sowie Intellektueller verquickte Bildlichkeit, Politik und Alltag auf eine Weise, die für einige „68er“ wegweisend wurde. Der französische Situationist Guy Debord publizierte sein Hauptwerk „Die Gesellschaft des Spektakels“ im Jahr des berühmten Kommune-Fotos, also 1967. Dabei nahm er auch das Verhältnis von Macht und Bildlichkeit ins Visier: „Das Spektakel ist nicht ein Ganzes von Bildern, sondern ein durch Bilder vermitteltes gesellschaftliches Verhältnis von Personen.“[6] Die visuellen Strategien der 68er-Bewegungen zielten denn auch auf die bewusste Erzeugung öffentlicher Gegen-Bilder zum „Establishment“ und zu dessen Normsetzungen. Einflussreich waren in diesem Zusammenhang etwa das US-amerikanische „Free Speech Movement“ oder die niederländische Provo-Bewegung, welche die herrschenden Autoritäten durch gewaltlose Aktionen zu gewaltsamen Gegenreaktionen herausforderte. Daran anknüpfend, nutzten die StudentenInnenbewegungen Strategien der begrenzten Regelverletzung sowie unkonventionelle Protestformen (z. B. Sit-in, Go-in), um Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu erregen. (Filmsequenz B). So wurden bisweilen Seifenblasen benutzt, um sinnlich-symbolhaft auf die hohlen Phrasen politischer GegnerInnen hinzuweisen – zugleich waren sie Symbole friedlichen Protests (Abb. 4).[7]

Nicht nur die 68er-Bewegungen als solche, sondern auch ihre Protestbilder und der (Miss-)Erfolg ihrer ProtagonistInnen waren stets vielschichtig: Die Kommunardin Uschi Obermaier etwa übernahm eine Hauptrolle in Rudolf Thomes feministischem Spielfilm „Rote Sonne“ aus dem Jahr 1969, der Männer als Lustobjekte vorführte. Obermaier wurde durch solche visuellen Inszenierungen zur personifizierten Ikone der sexuellen Revolution, andererseits aber auch zum sehr gut bezahlten Fotomodell sowie zur professionell vermarkteten Celebrity – und das über Jahrzehnte hinweg bis hin zur Mitte der 1990er-Jahre publizierten Autobiographie „Das wilde Leben“[8] sowie zum gleichnamigen Biopic, das 2007 in die Kinos kam. In diesem Spielfilm wurde auch das berühmte Kommune-I-Foto aus dem Jahr 1967 (Abb. 3) noch einmal re-inszeniert. Das politische Anliegen, das zur Gründung der Wohngemeinschaft geführt hatte, wurde dabei Gegenstand einer spöttischen Satire (offizielle Website: http://pdl.warnerbros.com/wbol/de/movies/8mileshigh/flash/teaser.html).

Die 68er-Bewegungen setzten ihr Selbstverständnis unter anderem auch über die Inszenierung von Massenkörpern ins Bild. Die dabei entwickelte Ikonographie lehnte sich bisweilen eng an konventionelle Motive u.a. der ArbeiterInnenbewegung an, so etwa bei einem Protestmarsch anlässlich des Internationalen Vietnam-Kongresses im Februar 1968 in Berlin, der auch für die transnationale Vernetzung verschiedener Bewegungen wichtig wurde (Abb. 5). Dabei waren die 68er-Bewegungen stets (wie praktisch alle relevanten politischen Strömungen des 20. Jahrhunderts) auch durch ihre massenmediale Personalisierung gekennzeichnet: Obwohl zu ihren langfristigen Folgewirkungen das Erstarken des Feminismus gehörte, waren ihre Ikonen in aller Regel männlich. Uschi Obermaier verweist als „Oben-ohne-Pendant zum bärtigen Che-Guevara-Heiligenbildchen“[9] auch auf das teilweise etwas eingeschränkte Frauenbild der 68er-Revolutionäre, das sich in Machosprüchen wie „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“[10] ausdrückte. 1968 gaben also üblicherweise noch Männer den Ton an: In Italien beispielsweise galt der Publizist Giangiacomo Feltrinelli mit seinen internationalen Beziehungen als ein Vordenker. In Großbritannien wiederum übernahm der bis heute in europäischen Öffentlichkeiten präsente Tariq Ali (Abb. 6) diese Rolle und in Westdeutschland Rudi Dutschke vom „Sozialistischen Deutschen Studentenbund“, nach dem jüngst eine Straße in Berlin benannt worden ist.[11] Im Juni 1967 hatte der Tod des Studenten Benno Ohnesorg bereits zu heftigen Krawallen geführt und war zum „generationsprägenden“[12] Schlüsselereignis geworden (Abb. 7); nach dem 11. April 1968 führte dann das Attentat auf die Galionsfigur Dutschke zu blutigen Unruhen.

In Frankreich wiederum gewann mit dem öffentlich zum Helden stilisierten „Dany le Rouge“ im legendären Mai des Jahres 1968 ebenfalls ein junger Mann an transnationalem Format (Filmsequenz C): Begonnen hatte der Protest insbesondere auf dem Campus der Pariser Trabantenstadt Nanterre. Nachdem es schon zuvor zu studentischen Aktionen und Konflikten mit der Polizei gekommen war, gründeten dort 1968 linke Gruppierungen eine „Bewegung 22. März“ gegen die Erstarrung des französischen Bildungssystems. Als Sprecher fungierten u.a. Daniel Bensaïd und der Soziologiestudent Daniel Cohn-Bendit, dessen jüdische Eltern 1933 aus Deutschland nach Frankreich emigriert waren.[13] Ein Disziplinarverfahren gegen Mitglieder dieser Bewegung wurde am 3. Mai 1968 in der Pariser Sorbonne eröffnet – so gelangten der rothaarige Cohn-Bendit (alias „Dany le Rouge“) und die durch ihn symbolisierte Revolte in die Hauptstadt. Was folgte, war der missglückte Versuch staatlicher Repression, der in Straßenschlachten, Barrikadenkämpfe und – infolge der Solidarisierung großer Teile der ArbeiterInnenschaft mit den Studierenden – sogar in einen Generalstreik mündete. Staatspräsident Charles de Gaulle konnte das Ruder schließlich nur noch herumreißen, indem er sich (dann allerdings deutlich gewonnenen) Neuwahlen stellte. Für die Studierenden war er unterdessen zum personalisierten Feindbild geworden (Abb. 8).

Der junge Fotojournalist Gilles Caron hat die Pariser Ereignisse und ProtagonistInnen im Bild festgehalten. Einige seiner Aufnahmen besitzen ikonische Qualität.[14] Insbesondere zwei komplementäre Fotografien Carons vom 6. Mai 1968 verkörpern geradezu mustergültig die Erinnerung an den anti-autoritären Geist der Revolte. Da ist zum einen die Aufnahme einer lebendigen Mauer der „Gardes mobiles“ auf dem Boulevard Saint-Michel (Abb. 9). Diese Verkörperungen der repressiven Staatsmacht wirken durch ihre Bewaffnung, Mimik und Gestik bedrohlich, doch zugleich besitzt die Mischung ihrer Attribute wie Uniformen, Stahlhelme mit Kinnriemen, Schutzbrillen, Abzeichen, Krawatten und Handschuhe auch eine absurde Qualität. Das zweite Bild zeigt wie ein filmischer „Gegenschuss“ die andere Seite des Konflikts und hat zum „Starkult“[15] um Daniel Cohn-Bendit beigetragen (Abb. 10). Es zeigt ihn Auge in Auge mit einem Uniformierten der „Compagnies républicaines de sécurité“ (CRS) vor der Universität Paris-Sorbonne. Der Konflikt zwischen Establishment und sozialer Bewegung gerinnt hier zum Symbolbild: Ein salopp gekleideter 23-Jähriger grinst frech im Halbprofil; der im verlorenen Profil gezeigte, also schräg von hinten fotografierte, Uniformträger hingegen bleibt unter seinem Stahlhelm seltsam gesichtslos. Neben ihm ist ein weiterer Stahlhelmträger als Rückenfigur angeschnitten, sodass sich erneut eine lebendige Mauer aus Uniformierten außerhalb des Bildrahmens imaginieren lässt. Es handelt sich vielleicht um das berühmteste Referenzbild zum Pariser Mai 1968.[16] Andere Motive, die immer wieder abgebildet worden sind, deuten stärker auf die Gewaltsamkeit der Revolte hin, so etwa brennende und ausgebrannte Fahrzeuge oder die Pflastersteine, welche den Studierenden als Wurfgeschosse dienten (Abb. 11).

Doch ließ der Politiker und Intellektuelle Daniel Cohn-Bendit sich nicht auf diese kurze Episode reduzieren. Wie fast keine andere Person steht er heute als europäische Medienikone für die Ereignisse von 1968, aber auch für deren (geschichts-)politisches Nachwirken in den folgenden Jahrzehnten. In den 1970ern war er eine Schlüsselfigur der Frankfurter Spontis und vollzog dann die Wende vom roten Dany zum grünen Realo. Wie er selbst in den 1980er-Jahren über sich schrieb: „Kurzum, ich gehöre noch immer der ‚Protestgeneration‘ ‚Jahrgang 1968‘ an, aber ich habe mich ganz schön gewandelt, denn heute bin ich, mit aller Vorsicht, Weggefährte einer Partei – der Grünen –, die nicht ohne Ängste sogar die Idee akzeptiert hat, zu regieren.“[17] Schließlich wurde er Abgeordneter im Europäischen Parlament und Fraktionschef der EU-Grünen. Cohn-Bendit symbolisiert damit zum einen die institutionelle Einhegung und Zähmung der einstigen RevoluzzerInnen in ihrem „langen Marsch durch die Institutionen“, zum anderen personifiziert er aber auch die europäische Dimension der Ereignisse von 1968. So ist er gemeinsam mit Tariq Ali und anderen Symbolfiguren des damaligen Protests auf dem Umschlag einer 2008 erschienenen englischsprachigen Publikation zu „1968 in Europe“ abgebildet (Abb. 12).[18] Die Fotografie ist im Zusammenhang mit einer TV-Sendung der BBC im Juni 1968 in London entstanden.[19]

Das Datum „1968“ steht heute weniger für eine gelungene politische Revolution als vielmehr für einen Jahre und Jahrzehnte übergreifenden gesellschaftlichen Reformprozess in Westeuropa, zu dem ein postmaterieller Wertewandel beispielsweise ebenso gehört wie die tendenzielle Abwertung überkommener Autoritäten und die Aufwertung popkultureller Formate – keineswegs aber hat die von vielen AktivistInnen erhoffte Ablösung des Kapitalismus oder der parlamentarischen Demokratien stattgefunden.[20] Zugleich wird auch der Linksterror häufig zum Erbe der 68er gezählt, wobei die Qualität dieses Bezugs sehr umstritten ist. In Europa entwickelten sich Guerillagruppen wie die britische „Angry Brigade“ oder die niederländische „Rode Jeugd“, deren Anschläge auf die Dauer allerdings kaum politische Wirkung entfalteten. Folgenreicher verlief die Geschichte des Linksterrors in Italien und Deutschland: Dort waren die linken Protestbewegungen der Studierenden u.a. aus der Auseinandersetzung mit der faschistischen bzw. nationalsozialistischen Vergangenheit ihrer Elterngeneration erwachsen.[21] Als die Zeit der Massenbewegungen (u.a. aufgrund der häufigen Gewalteskalation, Abb. 1) endete, radikalisierten sich während der 1970er-Jahre einige linke Splittergruppen zunehmend. Die Anschläge und Entführungen der westdeutschen „Roten Armee Fraktion“ gelangten ebenso zu trauriger Berühmtheit wie die der italienischen „Brigate Rosse“. Auch hier spielten Bilder wieder eine entscheidende Rolle: Sie stellten Terrorgeiseln wie den deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer oder den italienischen Ex-Ministerpräsidenten Aldo Moro zur Schau.[22] Diese „Ikonen der ‚bleiernen Zeit‘“[23] wurden von den Terrorgruppen als Waffen benutzt, mit denen sie ihre Geiseln demütigten und die Öffentlichkeit gezielt unter Druck setzten. Der Kontrast zwischen der fotografischen Selbstinszenierung der Kommune I als Opfer der Polizei (Abb. 3) und solchen Bildern linksradikaler Selbstermächtigung ist extrem. Diese Differenz verweist noch einmal auf die Vielschichtigkeit all jener sozialen Formationen, Gruppierungen und Bewegungen, die durch ihre Reduktion auf die Chiffre „1968“ wohl sehr suggestiv, aber nicht immer zutreffend und jedenfalls äußerst verkürzend nachträglich auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden.

Benjamin Drechsel

Weitere Artikel zu den Themen:


[1] Leggewie, Claus. 2001. „1968 ist Geschichte.“ In Aus Politik und Zeitgeschichte 22/23, S. 5.

[2] Quellen und Chronologien zum Protest in unterschiedlichen europäischen Staaten vermittelt die Website http://1968ineurope.sneakpeek.de (letzter Zugrifff 10.3.2009).

[3] Fahlenbrach, Kathrin. 2002. Protest-Inszenierungen. Visuelle Kommunikation und kollektive Identitäten in Protestbewegungen. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.

[4] Zur visuellen Konstruktion der Kommune vgl. u.a. Langhans, Rainer/Ritter, Christa, Hg. 2008. K 1 – Das Bilderbuch der Kommune. München: blumenbar.

[5] Holmig, Alexander. 2007. „Die aktionistischen Wurzeln der Studentenbewegung. Subversive Aktion, Kommune I und die Neudefinition des Politischen.“ In 1968. Handbuch zur Kultur- und Mediengeschichte der Studentenbewegung, hg. v. Martin Klimke und Joachim Scharloth, S. 107–118. Stuttgart: Metzler.

[6] Debord, Guy. 1996. Die Gesellschaft des Spektakels. Berlin: Edition TIAMAT, S. 14.

[7] Scharloth, Joachim. 2007. „Ritualkritik und Rituale des Protests. Die Entdeckung des Performativen in der Studentenbewegung der 1960er-Jahre.“ In 1968. Handbuch zur Kultur- und Mediengeschichte der Studentenbewegung, hg. v. Martin Klimke und Joachim Scharloth, S. 75–87. Stuttgart: Metzler, hier S. 84.

[8] Obermaier, Uschi. 1994. Das wilde Leben. Aufgezeichnet von Claudius Seidl. Hamburg: Hoffmann und Campe.

[9] Mohr, Reinhard. 2007. „Boxenluder der Revolution.“ In Spiegel Online v. 25. Januar. Online-Publikation unter http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,462051,00.html (letzter Zugriff 10.3.2009).

[10] Verbreitet war allerdings auch eine Gegenversion: „Wer zweimal mit demselben pennt, gehört schon zum Establishment.“

[11] Die Initiative ging maßgeblich von der linken „tageszeitung“ aus (http://www.taz.de/digitaz/.1/etc/dutschkestrasse/index.php), deren Wurzeln ebenfalls in der 68er-Bewegung liegen.

[12] Frei, Norbert. 2008. 1968. Jugendrevolte und globaler Protest. München: dtv (2. Auflage), S. 118.

[13] Cohn-Bendit hat seine Schulzeit dann allerdings wieder in Westdeutschland verbracht.

[14] Vgl. Cookman, Claude. 2007. „Gilles Caron and the May 1968 Rebellion in Paris.“ In History of Photography 31/3 (Autumn): S. 239–259. Zur Bildproduktion des Pariser Mai in verschiedenen Medien vgl. etwa Brandes, Volkhard. 2008. Paris, Mai ’68. Plakate, Karikaturen und Fotos der Revolte. Frankfurt am Main: Brandes & Apsel.

[15] Gilcher-Holtey, Ingrid. 2001. Die 68er Bewegung: Deutschland – Westeuropa – USA. München: Beck, S. 106.

[16] Vgl. Cohn-Bendits eigene Anmerkungen dazu in Cohn-Bendit, Daniel/McCullin, Don/Pledge, Robert, Hg. 2006. Gilles Caron. Paris: Actes Sud (2. Auflage).

[17] Cohn-Bendit, Daniel. 1987. Wir haben sie so geliebt, die Revolution. Frankfurt am Main: Athenäum, S. 7.

[18] Klimke, Martin/Scharloth, Joachim. 2008. 1968 in Europe. A History of Protest and Acitivism, 1956–1977. London: Palgrave Macmillan.

[19] Vgl. dazu auch Klimke, Martin. 2008. „1968 als transnationales Ereignis.“ In Aus Politik und Zeitgeschichte 14/15: S. 22–27, hier S. 26.

[20] Zum Nachwirken der 68er-Zeit auch in einem vergleichsweise wenig involvierten Staat wie Österreich vgl. bspw. Löw, Raimund, Hg. 2007. Die Fantasie und die Macht. 1968 und danach. Wien: Czernin.

[21] Vgl. Frei, Norbert. 2008. 1968. Jugendrevolte und globaler Protest. München: dtv (2. Auflage).

[22] Horst Bredekamp hat Hinrichtungsbilder dahingehend kommentiert, dass bewusstes Wegsehen zu einem wichtigen politischen Akt werden kann, der den Strategien der Bildproduzierenden zuwiderläuft: Bredekamp, Horst (in zwei Gesprächen mit Ulrich Raulff). 2005. „Handeln im Symbolischen. Ermächtigungsstrategien, Körperpolitik und die Bildstrategien des Krieges.“ In kritische berichte 1: S. 5–11.

[23] Terhoeven, Petra. 2007. „Opferbilder – Täterbilder. Die Fotografie als Medium linksterroristischer Selbstermächtigung in Deutschland und Italien während der 70er-Jahre.“ In Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 7/8: S. 380–399, hier S. 381.


Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, 1968. Bildaufsatz der Ikone „1968“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/1968.html 

Copyright (c): Demokratiezentrum Wien / Ludwig-Boltzmann-Institut für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit Wien, 2009. Der Text ist lizenziert unter der Creative Common-Lizenz by-nc-nd/3.0/Austria. Für das verwendete Bildmaterial wurden die Nutzungerechte ausschließlich für dieses Projekt erworben. Wir haben uns bemüht, alle Inhaber von Bildrechten ausfindig zu machen. Sollten dennoch Urheberrechte verletzt worden sein, werden wir nach Anmeldung berechtigter Ansprüche diese entgelten.

 

© Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org