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Farbe Schwarz

Die Farbe Schwarz ist wie Weiß ein Extrem, es kann sowohl den völligen Mangel an Leben als auch seine gesamte Fülle symbolisieren. Schwarz symbolisiert das Dunkel, Leere, Ferne, Trauer, Finsternis und Tod. Schwarz erlangte in Österreich durch das spanische Hofzeremoniell (auch in der Kleidermode) eine große Bedeutung und wurde als Zeichen des Verzichts auf weltliche Werte und weltliche Eitelkeit zur Farbe der Priesterkleidung. Als "Schwarze“ wurden in der Ersten Republik die Christlichsozialen – in Anlehnung an die schwarzen Soutane der katholischen Priester und die große Rolle, die der Katholischen Kirche in ihrer Politik zukam – bezeichnet. Sie erlangte gemeinsam mit der Farbe Braun und Rot aber auch im Faschismus eine große Bedeutung (besonders in Italien, im Nationalsozialismus war Schwarz die Farbe der SS). Nach 1945 wurde und wird mit der Farbe Schwarz die ÖVP, die Nachfolgepartei der Christlichsozialen, bezeichnet. Im Selbstbild der Partei spielte die Farbe (auf den Wahlplakaten) v.a. ab Mitte der der 1950-er Jahre bis zu Beginn der 1960-er Jahre eine zentrale Rolle, bis sie von der Farbe Grün als neuer Parteifarbe abgelöst wurde. 1995 erlebte die Farbe Schwarz unter dem neuen Parteiobmann Wolfgang Schüssel im Zusammenhang mit einem neuen Parteilogo ("Die neue ÖVP“) ein gewisses Revival.

 

Literatur: Peter Diem, Die Symbole Österreichs, Wien 1995; Welan, Manfried, Warum die Schwarzen Weißes tragen. Die Farbtöpfe der politischen Parteien bedienen sich aus vielerlei Traditionen. Eine kleine politische Farbenlehre, in: zeit_schritt, Nr. 15, 2003 (Schwerpunktheft zum Thema Schwarz).

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