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Figl, Leopold

Leopold Figl wurde 1902 in Rust im Tullnerfeld (Niederösterreich) geboren. Er studierte an der Wiener Universität für Bodenkultur, hatte zentrale Funktionen im (Niederösterreichischen) Bauernbund, der Christlichsozialen Partei sowie dem "Ständestaat" und der ÖVP inne. Figl wurde 1927 Sekretär des Niederösterreichischen Bauernbundes, 1931 dessen Stellvertretender Direktor und 1933 dessen Direktor. Von 1934 bis 1938 war er Mitglied des Bundeswirtschaftsrates, 1937 wurde er Reichbauernführer. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich wurde Figl mit dem ersten "Prominententransport" ins KZ Dachau gebracht und in Folge bis 1943 in mehreren Konzentrationslagern interniert. 1943 wurde er aus der Haft entlassen. Bei der Verhaftungswelle nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wurde Figl erneut festgenommen und wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Der Einmarsch der Roten Armee verhinderte seine Hinrichtung. 1945 war er in den ersten Tagen nach Kriegsende Landeshauptmann von Niederösterreich und gehörte zu den Mitbegründern der ÖVP. Nachdem er schon der Provisorischen Regierung als Staatssekretär angehört hatte, wurde er nach den ersten Nationalratswahlen im November 1945 als Obmann der stärksten Partei Bundeskanzler. Figl war bis 1952 Bundsparteiobmann der ÖVP und bis 1953 Bundeskanzler. In beiden Funktionen wurde er von Julius Raab abgelöst, 1953 wurde er Außenminister in Kabinett Raab und unterzeichnete als solcher am 15. Mai 1955 den Staatsvertrag. Nach seinem Ausscheiden aus dieser Funktion 1959 wurde Figl zum Nationalratspräsidenten gewählt. Von 1962 bis zu seinem Tod 1965 war Figl Landeshauptmann von Niederösterreich. Figl gilt als populärer, volkstümlicher Politiker; er machte sich nach 1945 um die staatliche Einheit, den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die Unabhängigkeit Österreichs verdient und war ein Befürworter der politischen Zusammenarbeit aller Lager.

Quellen: www.wienerzeitung.at/linkmap/personen/figl.htm, 14.7.2006, www.aeiou.at,14.7.2006, www.parlinkom.gv.at, 14.7.2006; Herbert Dachs u.a. (Hg.), Die Politiker. Karrieren und Wirken bedeutender Repräsentanten der Zweiten Republik, Wien 1995

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