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Österreichs Wirtschaft: Erhaltung der Vollbeschäftigung - Politik der Preisbekämpfung (BKA)

Austria Wochenschau 13/75, Beitrag: 2
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Österreichs Wirtschaft: Erhaltung der Vollbeschäftigung - Politik der Preisbekämpfung (BKA)MP4 Video, 28.5 MB
Windows, 7.9 MB
Windows, 1.2 MB
Quelle: Filmarchiv Austria
Ort: Österreich

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Originaltext:
Nach dem Ölschock steht die Welt der Industriestaaten nun im Bann des Wachstumsschocks. Soziale Unruhen sind in zahlreichen Industriestaaten an der Tagesordnung. In Deutschland hat die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit 16 Jahren die Millionengrenze überschritten.

Die Regierungen, die dem Kampf gegen den Preisauftrieb absoluten Vorrang eingeräumt hatten, versuchen nun das Steuer herumzuwerfen. Bisher freilich mit geringem Erfolg. Österreich befindet sich wieder einmal in einer günstigeren Lage. Hierzulande - so scheint es - wurde die Wirtschaftspolitik rechtzeitig den neuen Anforderungen angepasst.

Finanzminister Androsch hat vor einem Jahr die Weichen der Konjunkturpolitik auf eine doppelte Strategie ausgerichtet. Damals war davon auszugehen: Die Stabilisierungsbemühungen müssen angesichts der in vielen Bereichen der Weltwirtschaft eingetretenen Konjunkturabschwächung durch Maßnahmen der Beschäftigungssicherung ergänzt werden.

Daher kündigte die Regierung bereits zu Beginn 1974 eine Exportoffensive und Maßnahmen für den Fremdenverkehr an. Daher wurde die Lohn- und Einkommensteuersenkung 1975 durchgeführt. Sie hat dazu beigetragen, dass die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft nicht durch überhöhte Lohnkostensteigerungen beeinträchtigt wird. Das zeigen die nun vorliegenden Zahlen für 1974.

Während die meisten anderen Industrieländer mit einer Rezession konfrontiert waren, erreichten wir im Jahresschnitt 1974 mit 2,66 Millionen sogar eine um 48.000 höhere Beschäftigungszahl als ein Jahr zuvor. Die Stabilisierungspolitik war ebenfalls erfolgreich. Mit 9,5 Prozent durchschnittlicher Preisauftriebsrate 1974 gehören wir mit der Bundesrepublik Deutschland und Holland zu den preisstabilsten Ländern. Und die Exportoffensive: Sie brachte der österreichischen Exportwirtschaft eine Ausweitung ihrer Lieferungen um mehr als 30 Prozent. Nörgler und Pessimisten hatten das Nachsehen.

Die Kritik, die in der Vergangenheit an der Aufwertung des Schillings geübt wurde, hat sich nicht bestätigt. Obwohl wir für die Einfuhr von Öl, Mineralölprodukten und andere Energie wie Kohle um rund acht Milliarden Schilling mehr augeben mussten, fiel das Handelsbilanzdefizit im Vorjahr um eine Milliarde Schilling niedriger aus als 1973. Eine Leistung, die sich sehen lassen kann. Auch der Fremdenverkehr hat sich nach der leichten Abkühlung im Sommer wieder kräftig erholt. Über Weihnachten und Neujahr waren die Wintersportorte übervoll, ebenso während der Energiewoche im Februar.

Die österreichische Wirtschaft hat in den vergangenen fünf Jahren zwei weltwirtschaftliche Rezessionen nicht mitgemacht, weil die Budgetpolitik sich als Instrument bewährte. Zwar kritisieren manche Experten das Budgetdefizit, andere Experten verweisen aber darauf, dass gerade im Vorjahr verstärkte Investitionen notwendig waren. Durch zusätzliche Milliarden-Aufträge für die Bundesbahn, die Post und für die Bauwirtschaft konnten neuesten Berechnungen zufolge 30.000 Arbeitsplätze gesichert werden. Vor allem im Waggon-Bau und in der Elektroindustrie. Diese verstärkten Industrie-Investitionen wurden ergänzt durch höhere Aufwendungen des Bundes für sozial- und familienpolitische Maßnahmen und zur Förderung der Landwirtschaft.

Die Erfolge der Vollbeschäftigungs- und Stabilisierungspolitik finden auch im Ausland Anerkennung. Die angesehene "Financial Times", eines der führenden Finanzblätter der Welt, urteilt: "Den Europacup, vielleicht sogar den Weltcup für Wirtschaftsleistungen würde, wen es ihn gäbe, heuer wahrscheinlich Österreich erhalten." Was besonders wichtig ist: Der Erfolg der bisherigen Wirtschaftspolitik ist eine gesunde Grundlage für die Bewältigung der vor uns liegenden Probleme. Das heißt aber - so Finanzminister Androsch -, dass wir uns nicht krank jammern lassen dürfen. Erstes Ziel ist die Erhaltung der Vollbeschäftigung bei gleichzeitiger Fortsetzung der Politik der Preisbekämpfung.



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