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Veranstaltungen 

Veranstaltungen des Demokratiezentrum Wien

 

9. Jahrestagung_IGPB

Keine andere Wahl als – wählen?
Wahlen und Politische Bildung

Termin: 1. und 2. März 2018
Ort:
AK Wien, Technisch Gewerbliche Abendschule / Universität Wien, Skylounge

Die Berichterstattung über politische Wahlen vollzieht sich zusehends nach den Grundmustern der Sportinformation. Stehen die StimmbürgerInnen gerade nicht vor Abstimmungen, sorgt eine Flut an Umfragen für Scheinergebnisse. Eine umfassende Personalisierung verdeckt den wahren Wahlgegenstand: So werden Nationalratswahlen zu Bundeskanzlerküren und Landtagswahlen zu Landeshauptleutevoten. Hinter all dem kommt vieles zu kurz, vor allem die Kriterien und die Aufgaben von demokratischen Wahlen.
Die Jahrestagung der IGPB will sich 2018 inmitten von „Super-Wahljahren“ von der Bundespräsidentenkür über die vergangene Nationalratswahl bis zu den laufenden Landtagswahlen auf die Bedeutung und Bedingungen von Wahlen besinnen. 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ist Österreich eines der wenigen europäischen Länder ohne Regierungschefin oder weibliches Staatsoberhaupt. Auch andere Schieflagen wollen wir genauer betrachten: So hat Niederösterreich zwar weniger EinwohnerInnen, aber mehr Wahlberechtigte als Wien, weil in der Hauptstadt viele nicht wählen dürfen. Welche alternativen Formen der politischen Beteiligung können das Wählen ergänzen? Welche didaktischen Anregungen gibt es für junge Menschen, die zwar hier zur Schule gehen, aber laut ihrem Pass keine ÖsterreicherInnen sind? Wie sollen sie für Politische Bildung Interesse entwickeln, wenn scheinbar Wahlen stets im Zentrum des politischen Geschehens stehen?
Die Tagung spannt einen Bogen vom historischen Rückblick auf die Entwicklung des Wahlrechts zu aktuellen Herausforderungen für dessen Weiterentwicklung. In Workshops sollen theoretische Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt und in Diskussionsrunden unterschiedliche Meinungen ausgetauscht werden.


Information, Programm und Anmeldung

 


 

State of Democracy (STOD)

Politische Legitimität auf dem Prüfstein

Konferenz des Conflict - Peace - Democracy Clusters (CPDC)

Termin: am 16. März 2018
Ort:
Karl-Franzens Universität Graz, A1 ReSoWi Zentrum, Besprechungszentrum Rechtsgeschichte

Das Modell der repräsentativen Demokratie sieht sich in den letzten Jahren mit verschiedenen Kritiken und Herausforderungen konfrontiert, vielfach wird von einer Krise der Demokratie oder von einem Legitimitätsdefizit gesprochen. Obwohl diese Kritiken auf verschiedenen Ebenen angesiedelt sind, scheint es aber eine Gemeinsamkeit zu geben: der Ruf nach „mehr direkter Demokratie“ oder mehr Möglichkeiten der „Teilhabe“ durch Bürgerinnen und Bürger.
Die Konferenz untersucht daher in Theorie und Empirie, inwiefern die Forderung nach einem Ausbau von Partizipation auf lokaler Ebene zur Stärkung von demokratischerLegitimität beitragen kann.

In drei Panels mit jeweils zwei ReferentInnen und einem/einer Discussant werden unterschiedliche Aspekte von Ein- und Ausschlüssen der Partizipation, Formen transnationaler Partizipation sowie strukturelle Voraussetzungen und empirische Befunde zu Partizipationsprozessen präsentiert und diskutiert. Neben den Inputs der ReferentInnen und den Kommentaren der Discussants bleibt genügend Zeit für intensive Diskussion zwischen den Panel-TeilnehmerInnen und mit dem Publikum.

 

Programm als pdf

 

Programm

 

Panel 1: Rechtliche Inklusion und Exklusion im demokratischen System: 

Steigende (kurzfristige) Mobilität der Menschen, langfristige Zuwanderung und Globalisierungspro-zesse führen in Demokratien, die formale Partizipationsrechte an die Staatsbürgerschaft knüpfen, zu wachsenden Bevölkerungsgruppen ohne formale Beteiligungsrechte. Daraus resultiert mittelfristig ein Legitimationsdefizit. Das Panel beleuchtet die Problematik der rechtlichen Exklusion aus normativer und konzeptioneller Sicht. 

9.00–11.00 Uhr

ReferentInnen:

Guido Schwellnus, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Universität Graz
„Inklusion für Igel: Die Integrität der Integrations- und Autonomieprinzipien und ihre Bedeutung für Partizipationsrechte in pluralen Gesellschaften“

Jeremias Stadlmair, Institut für Politikwissenschaften, Universität Wien
„Restriktiv und/oder selektiv? Eine Verortung der österreichischen Staatsbürgerschaftspolitik im europäischen Vergleich“

Discussant: Susanne Reitmair-Juárez, Demokratiezentrum Wien

Moderation:  Helga Amesberger, Institut für Konfliktforschung

Pause: 11.00–11.30 Uhr

 

Panel 2: Transnationalisierung politischer Systeme und neue Formen der Partizipation

Globale Herausforderungen, Prozesse der Globalisierung und – als regionales Beispiel – die europä-ische Integration führen dazu, dass die nationale Gestaltungs- oder Entscheidungsmacht von PolitikerInnen beschränkt und die Legitimationskette immer länger wird. Besonders in den letzten Jahren der vielschichtigen „Krisen“ der bzw. in der EU wird die fehlende (oder zu schwache) demokratische Legitimität sowie eine verloren gegangene politische Vision für Europa kritisiert. In der wissenschaftlichen Diskussion stehen den Analysen der Defizite aber auch konkrete Vorschläge für eine Vertiefung oder Demokratisierung der EU gegenüber. Darüber hinaus fordern verschiedene zivilgesellschaftliche Bewegungen mehr Mitsprache und Möglichkeiten der unkonventionellen Partizipation auf allen Ebenen (lokal, national, europäisch, international) ein. Dies wirft auch die Frage auf, welche Akteure letztlich innovative Beteiligungsformate entwickeln und erfolgreich einfordern können.

11.30–13.30 Uhr

ReferentInnen:

Grazia Prontera, Universität Salzburg
„Gewährte Räume, erorberte Räume. Politische Partizipation von MigrantInnen in München und Bologna des 20. Jahrhunderts“

Christian Hiebaum, Rechts- und Sozialphilosophie sowie Rechtssoziologie, Universität Graz
„Demokratische Partizipation jenseits des Staates als Problem des politischen Kosmopolitismus“

Discussant: Helga Amesberger, Institut für Konfliktforschung

Moderation: Lara Möller, Demokratiezentrum Wien

Mittagspause: 13.30–15.00 Uhr

 

Panel 3. Strukturelle Voraussetzungen für mehr Partizipation

Der Ruf nach mehr Partizipationsmöglichkeiten auf lokaler, regionaler, nationaler und europä-ischer/transnationaler Ebene wird auch von Diskussionen über notwendige Voraussetzungen für eine offenere, partizipativere politische Kultur begleitet. Im dritten Panel werden einerseits strukturelle Bedingungen diskutiert, die eine (konventionelle oder unkonventionelle) Partizipation in der Praxis erleichtern oder erschweren (bspw. sozioökonomische Faktoren, Geschlecht, formale Bildung, etc.) und andererseits werden Erfahrungen und empirische Studien zu Beteiligungsprozessen auf lokaler und regionaler Ebene (Bürgerräte) präsentiert.  

15.00–17.00 Uhr

ReferentInnen:

Norbert Kersting, Universität Münster

Kathrin Stainer-Hämmerle, FH Kärnten
Diskussion aktueller Beispiele und Erfahrungen von Partizipationsprozessen in Österreich

Moderation: Maximilian Lakitsch, Universität Graz

  


 

Workshops zum Themenbereich Integration und Migration

Termine: laufend (individuell buchbar)

Ausgehend von der Wanderausstellung Migration on Tour bietet das Demokratiezentrum Wien Workshops zu den Themen Integration und Migration. Die Workshops geben einen Überblick über historische Migrationsmuster und aktuelle Zuwanderungstrends sowie Integrationsbereiche. Aufbauend auf den Vorstellungen und Meinungen der SchülerInnen wird ein intensiver Dialog mit und unter den SchülerInnen geführt. Die SchülerInnen erarbeiten anhand konkreter Aufgabenstellungen eigenständig ein differenzierteres Wissen über Ursachen für und Herausforderungen im Kontext von Migration. 

Weitere Informationen

 


 

Vergangene Veranstaltungen finden Sie in unserem Archiv.

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Online-Ausstellung

Begleitende und ergänzende Online-Ausstellung zur Wanderausstellung: www.migrationontour.at

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