Stacheldraht

Stacheldraht ist heute in vielerlei Hinsicht ein Symbol für die „Banalität des Bösen“.[1] Vom Ersten Weltkrieg über den Holocaust bis hin zu den staatssozialistischen Diktaturen sind ausgerechnet die Extreme der europäischen Zeitgeschichte mit ihm verbunden. War er zunächst primär als eher harmloses Hilfsmittel zur Umgrenzung von Weideland gedacht und eingesetzt worden, so hat sich der Stacheldraht recht schnell auf eine Weise in die (Bild-) Geschichte des 20. Jahrhunderts eingeschrieben, die ihn zum Synonym für Menschen verachtende Grenzregime gemacht hat.

Woher kommt der Stacheldraht? Die Ursprünge dieses Kosten und Material sparenden Grenzziehungsinstruments liegen außerhalb Europas: 1874 ließ ein Farmer aus Illinois namens Joseph F. Glidden seine Erfindung patentieren, die aus der Verbindung von Eisendrähten mit Metallstacheln bestand. Gegenüber vorherigen Entwicklungen hatte Gliddens Draht den Vorteil, dass die Stacheln nicht verrutschten oder sich lösten. Traditionelle Formen der Grenzsicherung wie Mauern, Wälle oder Holzzäune waren deutlich material- und kostenintensiver, zudem weniger hitzebeständig und auch schwieriger zu reparieren. „Barbed wire“ wurde nun in Serie produziert und avancierte damit sehr schnell zu einem zentralen Baustein der US-amerikanischen Grenzverschiebung Richtung Westen, denn mit seiner Hilfe ließen sich große Flächen einfach und kostengünstig unterteilen. Dabei zerstörte er allerdings die Illusion jener endlosen Weite, die mit dem Mythos des „Wild West“ bis heute untrennbar verbunden ist. Zum Thema machte dieses Dilemma später beispielsweise der Western „Man Without a Star“ („Mit stahlharter Faust“) aus dem Jahr 1955: Kirk Douglas spielt darin einen Cowboy, der die Stacheldrahtzäune hasst.[2] (Abb. 1)

Schon früh schrieb sich der Stacheldraht auch auf europäischem Boden in den „Leidschatz der Menschheit“[3] ein. Nachdem die Briten ihn im Burenkrieg zur Zeit der Jahrhundertwende auf dem afrikanischen Kontinent militärisch genutzt hatten, übernahm er dann im Stellungskampf des Ersten Weltkrieges (1914–1918) eine tragende Rolle. Sehr effektive, von Weitem kaum sichtbare und nur mühsam zerstörbare Hindernisse waren mit seiner Hilfe ohne allzu hohen Arbeits- bzw. Kostenaufwand zu errichten.[4] So wurde er als Vorfeldsicherung vor Schützengräben eingesetzt, um im Falle eines Angriffs den Ansturm des militärischen Gegners zu verlangsamen. Der Stacheldraht half mithin dabei, zwischen den verfeindeten Parteien einen Raum höchster Grausamkeit zu schaffen, für den die Effizienz des wechselseitigen Tötens das entscheidende Herrschaftskriterium war. Den Verteidigern räumte der Stacheldrahtverhau dabei einen Zeitvorteil ein, da er den Angriff ihrer Gegner abbremste. Dies gelang, indem Pfosten in versetzten Reihen aufgestellt und dann per Draht vom Fuß eines Pfostens zur Spitze eines anderen miteinander verbunden wurden.[5] Durch minimalen Aufwand (verglichen etwa mit dem Bau einer Mauer) wurde so ein abgegrenzter Raum für menschliche Körper nicht bzw. sehr schwer passierbar: ein entscheidender Vorteil in der Materialschlacht, in der erbittert um jeden noch so kleinen Gebietsgewinn gerungen wurde. Sowohl die Errichtung als auch die Zerstörung einer Stacheldrahtsperre im Frontgebiet war ein lebensgefährliches Geschäft, weil man dabei sehr nah an die feindlichen Stellungen gelangte. Darauf verweist das Leitmotiv des im Stacheldraht verfangenen menschlichen Körpers, das in Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ auf zwei Hände verdichtet ist, die abgeschossen im Draht hängen.[6] (Filmsequenz A) Fritz Erlers äußerst erfolgreiches Werbeplakat für die sechste deutsche Kriegsanleihe „Helft uns siegen! Zeichnet die Kriegsanleihe“ von 1917 zeigt dagegen einen Soldaten, der sich an einen Pfosten mit zertrenntem Stacheldraht lehnt und seine Augen auf ein mystisches Ziel in der Ferne richtet.[7] Die Überwindung des Stacheldrahtverhaus wird damit zum Pars pro Toto des Sieges im Stellungskampf stilisiert (Abb. 2).

Als Panzer aufkamen, wurde die kriegstechnische Bedeutung der Stacheldrahtsperren marginalisiert.[8] Doch die geradezu universale Bedeutung des Stacheldrahtes als Symbol der Grausamkeit bzw. Unterdrückung verschärfte sich in der Folge noch drastisch – ursächlich dafür war sein Einsatz bei der Entwicklung verschiedener Formen von politischen Internierungslagern seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts. In die europäischen Erinnerungskulturen haben sich dabei insbesondere die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager der 1930er- und 1940er-Jahre eingeschrieben: Bereits im Februar 1933 wurden mit der Verordnung des deutschen Reichspräsidenten zum „Schutz von Volk und Staat“ wesentliche Grundrechte wie etwa das Recht auf persönliche Freiheit oder die Unverletzlichkeit der Wohnung aufgehoben. Diese Verordnung diente als rechtliche Grundlage zur Erschaffung von Konzentrationslagern, in denen der nationalsozialistische Staat seine GegnerInnen terrorisierte. Zentrale Orte des industriell organisierten Massenmordes an Millionen von Juden und Jüdinnen, an Sinti und Roma sowie weiteren Gruppen, die ins Feindbild der NS-Ideologie passten, waren dann während der ersten Hälfte der 1940er-Jahre die sogenannten „Vernichtungslager“ im besetzten Polen (wie etwa Auschwitz-Birkenau). Auch hier markierte der Stacheldraht wieder Räume extremer Gewalt, diesmal jedoch einhergehend mit einer ebenso extremen Asymmetrie der Machtverteilung. (Filmsequenz B) Bei aller nicht zu unterschätzenden Unterschiedlichkeit der diversen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager gab es doch einige formale Konstanten: Neben den Baracken für die Gefangenen zählten dazu Wachtürme und eine Stacheldrahtumzäunung.[9]

Zur Aufrechterhaltung der Gefangenschaft dienten also unter anderem auch ganz spezifische Medien der Beobachtung und Umgrenzung. Zugleich kennzeichnete die Umzäunung jene Lager als flüchtige Architekturen, die sich relativ leicht wieder abbauen ließen. Das war insofern wichtig, als die NationalsozialistInnen und ihre Verbündeten gegen Ende ihrer Herrschaft noch versuchten, die Spuren ihrer Untaten zu verwischen. Diese massiven Verbrechen haben dann allerdings trotzdem Zeichen hinterlassen, wie Peter Reichel in Bezug auf den Erinnerungsort „Auschwitz“ bemerkt (Abb. 3): „Das Grab der Opfer hat viele Orte. Spuren finden sich in ihren schriftlichen Zeugnissen und im Gedächtnis der materiellen Dinge, die von ihnen übrig geblieben sind, in den Briefen, Tagebüchern und Zeichnungen, in den Bergen von Brillen, Haaren, Koffern und Schuhen, aber auch in den technik- und baugeschichtlich aussagekräftigen Relikten wie dem Eingangstor mit dem zynischen Schriftzug ‚Arbeit macht frei‘, der Rampe oder den Zaunpfählen der hohen Lagerzäune.“[10]

Bücher zum Thema der Konzentrationslager haben auf ihren Einbänden immer wieder die Ikonographie des Stacheldrahtes gezeigt. Er ist ja nicht nur als Instrument der Raumteilung sehr einfach zu handhaben, sondern auch als visuelles Symbol: Wenige Striche genügen, um grauenhafte Assoziationen hervorzurufen. Bereits 1933 erschien der Taschenroman zum NS-Terror von Heinz Liepmann im Exil unter dem Titel „Das Vaterland“: Es zeigte u.a. ein aus Stacheldraht geformtes Hakenkreuz auf dem Umschlag.[11] Solche Beispiele waren in den folgenden Jahren und Jahrzehnten Legion. Sie funktionierten aber auch in umgekehrter politischer Richtung: Die NS-Propaganda wendete das Stacheldrahtmotiv gegen Großbritannien. So zeigte der von Horst R. Stage gestaltete Umschlag einer Broschüre des Auswärtigen Amtes von 1940 unter dem Titel „Deutsche als Freiwild. Britischer Terror gegen Kolonialdeutsche im Weltkrieg“ Stacheldraht vor einer Afrikakarte. Nach dem Weltkrieg tradierten dann die ehemaligen Gefangenen der verschiedenen kriegsführenden Nationen den verhassten Stacheldraht als identitätsstiftendes Symbol: Beispielsweise hieß eine erstmals 1945 erschienene Vereinszeitschrift ehemaliger französischer Kriegsgefangener „Le front de barbelé“ (Die Stacheldrahtfront). Der deutsche „Verband der Heimkehrer“ (VdH) wiederum warb 1950 mit einem Plakat von Anton Stankowski, dem zur Visualisierung der Frage „Wann kommen sie wieder?“ ein Fragezeichen aus Stacheldraht diente (Abb. 4). Auch das VdH-Logo bediente sich also der Stacheldrahtsymbolik.

Die Ikonographie des Stacheldrahtes erinnerte nach 1945 weiterhin an die Verbrechen der Deutschen und ihrer Verbündeten.[12] Zudem entwickelte sich die politische Rolle der Drahtsperren weiter. Zu einem wichtigen Kapitel ihrer Verwendungsgeschichte wurden die Grenzregime der staatssozialistischen Systeme in Europa während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als zentrales Symbol des „Kalten Krieges“ fungierte neben dem „Eisernen Vorhang“ seit 1961 „die“ Mauer, die Berlin bis 1989 hermetisch in einen Ost- und einen Westteil trennte. Dieses Grenzsystem bestand übrigens keineswegs nur aus einem steinernen Wall, sondern aus verschiedenen Formen von Hindernissen (so etwa Gräben, Hundelaufanlagen oder Spanischen Reitern). Die erste bauliche Generation der legendären Mauer, die das Grenzsystem nach Westen hin abschloss, war zudem von Stacheldraht bekrönt (Abb. 5, Filmsequenz C). Dazu passend spielte Stacheldraht für die westeuropäische Ikonographie des SED-Grenzregimes insbesondere während der 1960er-Jahre eine zentrale Rolle, weil dadurch visuell die (vermeintliche) Analogie zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus beglaubigt werden konnte. „Die“ Mauer war bei Weitem nicht die einzige symbolisch aufgeladene Grenze jener Zeit. Zwar war Berlin ein Brennpunkt des „Kalten Krieges“, doch faktisch war ganz Europa durch jenen „Eisernen Vorhang“ geteilt, den Winston Churchill bereits 1946 anlässlich einer Rede in Fulton (Missouri) an der Systemgrenze zwischen kapitalistischen Demokratien und staatssozialistischen Diktaturen ausgemacht und begrifflich geprägt hatte.[13] Die solchermaßen stigmatisierten staatssozialistischen Grenzregime dienten vorgeblich dem Schutz gegen Angriffe aus dem Westen, faktisch aber vor allem als Blockaden gegen die Abwanderung der eigenen Bevölkerung. Zu ihrem bevorzugten Symbol wurde der Stacheldraht, wie eine Medieninszenierung belegt, die das Ende des „Eisernen Vorhangs“ symbolisch auf den Punkt brachte: Am 27. Juni 1989 durchschnitten die Außenminister Ungarns, Gyula Horn, und Österreichs, Alois Mock, den Stacheldraht an der Grenze bei Sopron (Abb. 6, Filmsequenz D). Anschließend wurden Teile der Grenzbefestigung als Souvenirs verteilt.[14] Wenige Monate später folgten ihnen Berliner Mauerbrocken in dieser Funktion. Die DDR vermarktete die Reste des Grenzwalls im Jahr 1990 gezielt; sie unterstützte damit Denkmalschutz und Gesundheitswesen.[15]

Das Weiterwirken der Ikonographie des „Eisernen Vorhangs“ auch nach den Umbrüchen von 1989 lässt sich beispielsweise anhand eines Projekts belegen, welches sich der Bewahrung der einmaligen ökologischen Vielfalt im Gebiet der ehemaligen Systemgrenze verschrieben hat. Die Kampagne „Europäisches Grünes Band/European Green Belt“ startete offiziell im September 2004 mit einer internationalen Tagung im ungarischen Fertö-Hanság-Nationalpark. Im Kampagnenlogo wurde der „Eiserne Vorhang“ samt Stacheldraht vollständig durch eine geschwungene grüne Linie ersetzt (Abb. 7). Das Projekt basiert auf der Idee des „Grünen Bandes“, das seit 1989 an der ehemaligen innerdeutschen Grenze entstanden ist. In diesem Zusammenhang zeigte das thüringische Umweltministerium auf seiner Website als Logo für das Grüne Band Thüringen ebenfalls eine gewundene grüne Linie, aus der an einer stacheldrahtbewehrten Stelle ein Blatt spross. In das Zeichen war der Schriftzug „GRÜNES BAND THÜRINGEN“ einbezogen. Alle Teile des Logos waren in Grün gehalten – bis auf eine Ausnahme: Der um das Band gewundene Stacheldraht war schwarz.[16] (Abb. 8) Der Stacheldraht stand dort also symbolisch für den Eisernen Vorhang. Das Pflanzenmotiv zeigte die Überwindung der ehemals so hermetischen Trennung durch das ökologische Projekt des „Grünen Bandes“ an.

Die politische Ikonographie des Stacheldrahts bleibt auch nach 1989 aktuell und wandlungsfähig. Unterdessen wird er sogar als visuelle „Waffe“ gegen das Grenzregime der Europäischen Union gerichtet, deren Asyl- und Flüchtlingspolitik linke Gruppierungen häufig unter dem Stichwort „Festung Europa“ kritisieren (Abb. 9). Auch in der politischen Praxis wird der Stacheldraht weiterhin in vielen verschiedenen Varianten weltweit dort eingesetzt, wo es gilt, eine Grenze deutlich zu markieren. Er beinhaltet dabei immer auch ein Element der Drohung, das über ihn selbst hinausweist. Denn am gefährlichsten ist häufig nicht der Draht als solcher, sondern eher die Reaktion, welche seine Überwindung hervorzurufen droht. Das gilt allerdings weniger für den NATO-Draht, der bereits seit einigen Jahrzehnten im Einsatz ist: Er hat keine aufgesetzten Dornen, sondern in Blechbänder gestanzte Schneiden, die so scharf wie Rasiermesser sein können. Seine Ikonographie spielte beispielsweise eine Rolle bei den Debatten um den G8-Gipfel des Jahres 2007 im Ostseebad Heiligendamm, der durch einen 13 Kilometer langen Sicherheitszaun nach außen abgesichert wurde. „Ein scharfes Symbol“[17] schrieb etwa „Zeit online“ und zeigte dazu ein Foto des NATO-Drahtes auf dem Zaun (Abb. 10). Die Wachtürme, welche die Ikonographie der nationalsozialistischen Lager und beispielsweise auch des DDR-Grenzregimes gemeinsam mit dem Stacheldraht prägen, wurden hier durch eine Kamera ersetzt. Schon die Verwendung von Stacheldraht seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert konnte als Zeichen einer Tendenz zur materiellen Reduktion von Sperrvorrichtungen interpretiert werden. Im Zeitalter der Videoüberwachung setzt sich dieser Trend teilweise fort, zumal ausgerechnet die öffentliche Sichtbarkeit von Sperranlagen zu deren Schwächung in den (post-)modernen Mediengesellschaften führt.[18] Entscheidend sind hier weniger kriegerische als vielmehr diskursive Angriffe. Die friedliche Überwindung des SED-Grenzregimes im November 1989 belegt, dass auch solche Attacken dem Stacheldraht auf Dauer seine Spitze zu nehmen vermögen.

Benjamin Drechsel

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[1] Geprägt wurde dieser viel diskutierte Ausdruck durch Arendt, Hannah. 1964. Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. München: Piper.

[2] Auf diese Ikonographie verweist Razac, Olivier. 2003. Politische Geschichte des Stacheldrahts. Prärie, Schützengraben, Lager. Berlin: diaphanes, S. 24–25. Der Autor vertritt in seinem Buch auch die These, der Stacheldraht sei gezielt als Instrument der US-amerikanischen Indianerpolitik verwendet worden.

[3] Warburg, Aby: Notiz zu einem Vortrag in der Hamburger Handelskammer, 10. April 1928, London, The Warburg Institute, Archiv-Nr. 12–27; zitiert nach Assmann, Aleida. 1999. Erinnerungsräume: Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. München: Beck, S. 372.

[4] Netz, Reviel. 2004. Barbed Wire. An Ecology of Modernity. Middletown: Wesleyan University, S. 103 schreibt über den Einsatz von Stacheldraht im Ersten Weltkrieg: „Together with machine guns, it formed the perfect obstacle.“

[5] Vgl. Razac, Olivier. 2003. Politische Geschichte des Stacheldrahts. Prärie, Schützengraben, Lager. Berlin: diaphanes S. 30.

[6] Vgl. Remarque, Erich Maria. 2002. Im Westen nichts Neues. Köln: Kiepenheuer & Witsch (16. Auflage), S. 83; das Motiv des im Stacheldraht verfangenen Menschen findet sich allerdings nicht nur in Literatur oder Bildwerken, die auf den Ersten Weltkrieg bezogen sind; es taucht auch in der Erinnerungskultur zu den NS-Konzentrationslagern auf, so in Nandor Glids Dachauer Mahnmal aus dem Jahr 1968.

[7] Vgl. Clark, Toby. 1997. Kunst und Propaganda. Das politische Bild im 20. Jahrhundert. Köln: DuMont, S. 106–107.

[8] Die Briten setzten solche Fahrzeuge im Ersten Weltkrieg ab 1916 ein.

[9] Stacheldraht spielte allerdings auch bei der Abgrenzung interner Bereiche eine wesentliche Rolle; vgl. Netz, Reviel. 2004. Barbed Wire. An Ecology of Modernity. Middletown: Wesleyan University, S. 209–214. In Auschwitz war die elektrisch geladene Barriere teilweise von niedrigeren Pfosten mit Drahtbespannung eingerahmt; vgl. dazu Menzel, Katharina. 1998. „Auschwitz-Birkenau – Zaunpfähle.“ In Das Gedächtnis der Dinge. KZ-Relikte und KZ-Denkmäler 1945–1995, hg. v. Detlef Hoffmann, S. 266–277. Frankfurt am Main: Campus.

[10] Reichel, Peter. 2005. „Auschwitz.“ In Deutsche Erinnerungsorte. Eine Auswahl, hg. v. Etienne François und Hagen Schulze, S. 309–331.  München: Beck, hier S. 311.

[11] Dieses und die folgenden Beispiele bei Körner, Klaus. 2001. „Front – Lager – Grenze. Zur politischen Ikonographie des Stacheldrahts im 20. Jahrhundert.“ Auskunft 21: S. 113–140, hier S. 118–122.

[12] Stellvertretend für viele Beispiele sei hier die Glocke im Turm der DDR-Gedenkstätte Buchenwald genannt, die Waldemar Grzimek 1958 mit einem Flachrelief ausstattete, welches einmal mehr das Motiv der verletzlichen menschlichen Hände mit Stacheldraht verbindet; vgl. dazu Knigge, Volkhard. 1998. „Buchenwald.“ In Das Gedächtnis der Dinge. KZ-Relikte und KZ-Denkmäler 1945–1995, hg. v. Detlef Hoffmann. Frankfurt am Main: Campus, S. 145.

[13] Vgl. Gaddis, John L. 2007. The Cold War. London: Penguin, S. 94f.

[14] Vgl. Körner, Klaus. 2001. „Front – Lager – Grenze. Zur politischen Ikonographie des Stacheldrahts im 20. Jahrhundert.“ Auskunft 21: S. 113–140, hier S. 113.

[15] Vgl. Sälter, Gerhard. 2007. Mauerreste in Berlin. Der Abbau der Berliner Mauer und noch sichtbare Reste in der Berliner Innenstadt (= Relicts of the Berlin Wall. The Dismantling of the Berlin Wall and the Visible Remains in the Berlin City Center). Berlin: Verein Berliner Mauer (2. Auflage), S. 20.

[16] Vgl. dazu www.thueringen.de/de/tmlnu/themen/gruenesband/ (eingesehen am 26. September 2007)

[17] Biermann, Kai. 2007. „Ein scharfes Symbol.“ Zeit online, 21. Mai, www.zeit.de/online/2007/21/heiligendamm-zaun (eingesehen am 26. September 2007)

[18] Vgl. Hempel, Leon/Metelmann, Jörg, Hg. 2005. Bild – Raum – Kontrolle. Videoüberwachung als Zeichen gesellschaftlichen Wandels. Frankfurt am Main: Suhrkamp.


Zitierempfehlung: Drechsel, Benjamin, Stacheldraht. Bildaufsatz der Ikone „Stacheldraht“, in: Online-Modul Europäisches Politisches Bildgedächtnis. Ikonen und Ikonographien des 20. Jahrhunderts, 09/2009, URL: http://www.demokratiezentrum.org/themen/europa/europaeisches-bildgedaechtnis/stacheldraht.html

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