zur normalen Ansicht

Projekte > AGRIPOL 

AGRIPOL - Agricultural Policy and Sustainability in Vocational Education

„Wenn wir den Temperaturanstieg nicht auf unter 1,5 Grad begrenzen, riskieren wir im Laufe dieses Jahrhunderts auszusterben.“ Dies ist nicht die Feststellung einer Umweltschutzorganisation. Sondern sie stammt aus dem inter-institutionellen EU-Projekt "European Strategy and Policy Analysis System" (ESPAS). Die Autoren stellen fest: „Zum Teil wird der Klimawandel durch das, was wir essen, verstärkt: 14,5% der Treibhausgasemissionen stammen aus der Viehzucht, besonders von Vieh, das für Milch und Fleisch gezüchtet wird. Wenn Vieh ein Staat wäre, würde er auf dem dritten Platz der Emissionen rangieren, nach den USA und China.” In anderen Studien wurde berechnet, dass durch die Nutztierhaltung 51% der weltweiten Treibhausgase verursacht werden. Sie beziehen z.B. die verloren gegangene CO2 Absorption durch viehzuchtbedingte Waldrodung mit ein.

In seiner Erklärung zum internationalen Tag der Wälder sagte UNO Generalsekretär Guterres: „Die Entwaldung wird hauptsächlich durch die Umwandlung von Lebensräumen für die großflächige Landwirtschaft verursacht.“ (21.3.2020) Das, was wir essen, hat Einfluss auf den Klimawandel und zu einem noch höheren Ausmaß auf das Artensterben. Um diese Zusammenhänge umfassend zu verstehen und alternative Handlungswege zu eröffnen, entwickelt das AGRIPOL-Team eine Blended-Learning-Fortbildung für Berufsschullehrer*innen. Das Projekt nimmt einerseits die individuelle Ebene in den Fokus: Wie kann eine Verhaltensänderung initiiert und wie kann das neue Verhalten langfristig beibehalten werden (z.B. hinsichtlich umweltfreundlicherer Ernährung)?

Allerdings ist die Macht des Einzelnen begrenzt. Darum geht es im Projekt andererseits um die strukturelle Ebene – die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP). Die bisherige GAP wurde dafür kritisiert, dass sie negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. Die neue Periode der GAP startete 2021 und geht bis 2027. Im Rahmen von AGRIPOL ist geplant, die Inhalte der GAP nach den didaktischen Prinzipien der Problem- und Lebensweltorientierung aufzubereiten: Welche Wirkungen wird die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (2021-2027) haben? Ist sie grundlegend anders, z.B. nachhaltiger? Welche Interessengruppen waren an ihrer Entstehung beteiligt?

Ziele

  • Die Schlüsselkompetenz "kritisches Denken" bei Berufsschüler*innen wird verbessert.
  • Das Projekt trägt dazu bei‚ Lehrer*innen und Berufsschüler*innen zu "Faktoren des Wandels" auszubilden.
  • Probleme auf struktureller Ebene werden adressiert (z.B. hinsichtlich der GAP), die von Entscheidungsträger*innen auf europäischer Ebene bearbeitet werden müssen, um die Nachhaltigkeitsziele tatsächlich zu erreichen.
  • Berufsschüler*innen forschen zu Initiativen und Organisationen, die erfolgreich nachhaltige Konzepte umsetzen und sich auf besondere Art zivilgesellschaftlich engagieren (in Europa und weltweit z.B. Navdanya, Indien).
  • Langfristiges Ziel ist es, die Curricula in den grünen Berufen an Berufsschulen so zu gestalten, dass dem Schutz von Ressourcen mehr Bedeutung zukommt.

 

Laufzeit

2020 - 2023

Projektpartner

Universität Hannover, Institut für Didaktik der Demokratie, Deutschland
Peco-Institut für nachhaltige Regionalentwicklung, Deutschland
Agricultural University, Bulgarien
School of Politics "Dimitry Panitza", Bulgarien
Berufsschule für Gartenbau Großwilfersdorf, Österreich
Edmund Jankowski Berufsschule für Gartenbau, Polen
Bildungsinitiative der Steiermärkischen Landarbeiterkammer, Österreich

Fördergeber

Erasmus+ Key Activity 2 Programm der Europäischen Kommission

© Demokratiezentrum Wien

Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org