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8./9. Mai

SAMMLUNG der Quellen mit Kontextwissen und didaktischen Hinweisen

Auf dieser Seite haben wir alle gezeigten Quellen zum 8./9. Mai noch einmal versammelt und mit Vorschlägen versehen, wie mit ihnen im Unterricht gearbeitet werden kann bzw. wie sie als Ausgangspunkte für weitere Aktivitäten dienen können.

Briefmarke mit sowjetischer Fahne auf dem Reichstag

Diese DDR-Briefmarke stellt stilisiert eine visuelle Ikone der Schlacht um Berlin dar und symbolisiert zugleich das Ende des Zweiten Weltkriegs: Das Hissen der sowjetischen Fahne auf dem Reichstagsgebäude und den damit bezeugten Sieg über das nationalsozialistische Deutsche Reich. Dabei sind diesem Symbol des offiziellen Gedächtnisses der DDR mehrere Bedeutungen eingeschrieben. Der militärische Sieg und das nahende Ende des Krieges, das Entrollen des Hoheitszeichens der siegenden Roten Armee, und die Verwendung als Briefmarkenmotiv, als Ausdruck eines offiziellen Geschichtsbildes der DDR. Der Titel "25. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus" verweist auch auf die Verbundenheit zur Sowjetunion. Im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland wird das Selbstverständnis der DDR als radikaler Gegenentwurf zum Nationalsozialismus deutlich. Das historische Foto von Jewgeni Ananjewitsch Chaldej, das als Vorlage für diese Briefmarke diente, wurde in verschiedenen retouchierten Fassungen veröffentlicht. Weitere Informationen zum Original und seinen Varianten finden Sie bei den Links.

DDR-Briefmarke: 25. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus
Erstausgabetag: 5. Mai 1970
Entwurf: Gerhard Stauf
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Quelle: Michel-Katalog-Nr: 1569 (public domain)

Diskutieren Sie über die Bedeutung des Hissens der sowjetischen Fahne auf dem Reichstagsgebäude: Welche Symbol- kraft geht von diesem Bild aus? Wieso wurde es so populär? Welche Rolle spielte es gerade auch im Ost-West-Konflikt? Besprechen Sie Ähnlichkeiten und Unterschiede zu anderen Fällen der prominenten Platzierung von Fahnen, recherchieren Sie dazu im Internet etwa nach „Iwo Jima“ oder „Kijŏng-dong/Panmunjom“. Folgen Sie den oben genannten Links und besprechen Sie die dort besprochenen Re- touchierungen des Original- fotos: Zu welchem Zweck wurde das Bild in den verschiedenen Kontexten modifiziert?

 

Kapitulationsurkunde

Die militärische Kapitulation bedeutete das Ende des Kriegs in Europa, das Ende des Nationalsozialismus und die Übernahme der Kontrolle Deutschlands und Österreichs durch die Alliierten Besatzungsmächte. Tatsächlich wurde in der Erklärung lediglich das Ende der Kampfhandlungen festgelegt mit dem Hinweis, dass etwaige weitere Bedingungen (etwa im Rahmen von Friedensverträgen und/oder Strafprozessen) seitens der Alliierten folgen können. Die Nachkriegsordnung im ehemaligen Deutschen Reich und in Europa war nicht Teil der Kapitulationsvereinbarung. Im Gegensatz zu Österreich, das mit dem Staatsvertrag 1955 vollständig souverän wurde, erlangte die wiedervereinigte Bundesrepublik Deutschland erst auf Grundlage des Zwei-plus-Vier-Vertrags (BRD, DDR und USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion) die volle Souveränität. Zumindest teilweise unter (ehemals) alliierter Verwaltung: Die geteilte Stadt Berlin war bis 1990 formal kein Teil der BRD oder der DDR, sondern eine Viersektorenstadt.

Kapitulationsurkunde (Act of Military Surrender)
7. Mai 1945
Klick öffnet Vollformat und deutsche Übersetzung
Quelle: National Archives (public domain)

Lesen Sie gemeinsam alle sechs Punkte der Kapitulationsurkunde durch und besprechen Sie alle einzeln, um die konkrete Bedeutung jeder einzelnen Vereinbarung zu erfassen. Überlegen Sie anschließend gemeinsam: Welche möglichen weiteren Konditionen passen typischerweise in eine vergleichbare Waffenstillstands- oder Kapitulationsurkunde (z.B. Reparationszahlungen, Auf- kündigung von Bündnissen, Übergabe von Kriegsgefangenen) oder hätten im konkreten Fall der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht noch sinnvoll ergänzt werden können (z.B. Kapitulation des Staates und Machtübergabe an Befreier und/oder demokratische Regierung, Grenzverlauf/-verschiebung). Diskutieren Sie vor dem Hintergrund der deutschen Teilung bis 1990, wie es dazu gekommen ist, dass Österreich bereits 1955 wieder vollständig souverän wurde.

 

Dönitz' Ansprache Sender Flensburg

Diese Radioansprache von Karl Dönitz, dem Nachfolger Hitlers nach dessen Selbstmord, verkündet der deutschen (und, zumindest aus deutscher Sicht, österreichischen) Bevölkerung die Kapitulation und das Ende des Kriegs. Die Besatzung durch die Alliierten wird angekündigt.

Rundfunkansprache zur Kapitulation des Deutschen Reiches
8. Mai 1945
Karl Dönitz
Klick öffnet Volltext
Quelle (Bild und Text): Deutsches Rundfunkarchiv Wiesbaden B004625657

Die Ansprache richtet sich an die „Deutschen Männer und Frauen“, nach nationalsozialistischer Per- spektive also auch an die ÖsterreicherInnen. In Österreich war der Krieg bereits einige Tage zuvor zu Ende gegangen und die neue österreichische Bundes- regierung hatte bereits am 27. April 1945 die österreichische Selbständigkeit proklamiert [Siehe 11./12./13. März]. Diskutieren Sie: Kann darin ein Grund liegen, weshalb der 8. Mai in Österreich kein offizieller Gedenktag ist? Welche Argumente sprechen dafür, welche dagegen?

 

Trumans Stellungnahme am 8. Mai 1945

Am 8. Mai verkündete der US Präsident in einer kurzen Stellungnahme die bedingungslose Kapitulation des als „Nazi Germany“ bezeichneten Deutschen Reiches. Dabei bezieht sich lediglich die erste Zeile des Communiqués auf Deutschland: Der größte Teil des Dokuments ist ein Aufruf an Japan, ebenfalls zu kapitulieren. Dieser wird mit der unausweichlichen Niederlage Japans und dem Appell, der Bevölkerung weiteres Leid zu ersparen, begründet. Datum des Sieges in Europa wurde damit zum Instrument politischen Drucks gegenüber dem Kriegsgegner Japan eingesetzt.

28. Statement by the President Calling for Unconditional Surrender
8. Mai 1945
Harry S. Truman
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Quelle: Harry S. Truman Library & Museum

Analysieren Sie gemeinsam die Argumentation Trumans: Mit welcher Strategie wird versucht, Japan zur Kapitulation zu bewegen? Welche Wirkung entfaltet der Satz „Nazi Germany has been defeated“ in dieser sich ansonsten nur auf Japan beziehenden Stellungnahme?

 

Truman Radioansprache

In seiner Radioansprache vom 8. Mai 1945 verkündet Truman der amerikanischen Bevölkerung das Ende des Kriegs in Europa. Gleichzeitig wird auf den andauernden Krieg gegen Japan verwiesen: Jeder Amerikaner wird aufgerufen, sich zu beteiligen („I call upon every American to stick to his post until the last battle is won“). Truman erklärt als Präsident den folgenden Sonntag, 13. Mai 1945, zu einm „day of prayer“, an dem „the people oft he United States, whatever their faith, [should] unite in offering joyful thanks to God for the victory we have won”.

Broadcast to the American People Announcing the Surrender of Germany
8. Mai 1945
Harry S. Truman
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Quelle: Harry S. Truman Library & Museum

Versuchen Sie, diesen Text vor dem Hintergrund der Stimmung der Tage um den 8. Mai zu interpretiern: Welche Gefühle kamen in den USA, an dessen Bevölkerung sich der Text richtet, nach einigen Jahren des Krieges und dem militärischen Triumph in Europa auf? Wie appelliert der Präsident in seiner ersten großen Ansprache an diese Gefühle und wie wirkt die Aufforderung zum Durchhalten im Krieg gegen Japan auf deren Grundlage?

 

 

Eisenhower Tagesbefehl und Proklamation 8. Mai 1945

General Eisenhowers Tagesbefehl, den er am 8. Mai 1945 in Paris ausgab, wurde in der New York Times veröffentlicht. Dieser Text richtet sich an die amerikanischen SoldatInnen, die an den Kämpfen in Europa beteiligt waren oder ihnen zugearbeitet haben. Er dankt offiziell als Befehlshaber, rekapituliert einige Ereignisse der Vorgeschichte des Erfolgs und wünscht den „annähernd 5.000.000 Angehörigen“ der alliierten Streitkräfte, dass der ewige „Dank der freien Bürger aller Vereinten Nationen“ als „repayment“ ausreiche. Mit keinem Wort wird auf die Situation im Krieg gegen Japan eingegangen.

General Eisenhower's Victory Order Of The Day, And His Proclamation On Germany's Defeat
New York Times, 8. Mai 1945
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Quelle Text: Ibiblio
Quelle Bild: New York Times

Eisenhower war Ober- kommandierender der alliierten Streitkräfte in Europa. Untersuchen Sie, wie er als amerikanischer General in seinem Tagesbefehl auf die verschiedenen am Kampf gegen Deutschland beteiligten Nationen eingeht. Welche Lehren zieht er aus den Erfahrungen der gemeinsamen Anstrengungen?

 

DDR-Gesetz Einführung des Gedenktages

Am 29. April 1950, ein halbes Jahr nach Gründung der DDR wurde in der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone der 8. Mai als „Tag der Befreiung“ gemeinsam mit dem Gründungsdatum der DDR, dem nunmehrigen „Tag der Republik“ am 7. Oktober, offiziell als Gedenktag wirksam. Entsprechend dem staatsoffiziellen Selbstverständnis ist die Begründung des Tags der Befreiung eine eindeutige vehemente Distanzierung vom Faschismus, die sowjetische Armee wird als einzige Befreierin genannt. Der „Tag der Befreiung“ wurde später nur mehr sporadisch begangen.

Gesetz über die Einführung der Feiertage "Tag der Befreiung" und "Tag der Republik"
Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik 1950 S. 355
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Quelle (Text): Bundesarchiv Nr. 46 vom 28. April 1950, Signatur ZB 20049 a/46
Quelle (Bild): Makrolog

Lesen Sie das Gesetz aufmerksam. Diskutieren Sie: Welche Verbindung besteht zwischen den beiden Daten im DDR-Selbstverständnis? Welche Position gegenüber der jüngsten Deutschen Vergangenheit wird eingenommen? Welche gegen- über der BRD? Wieso wird lediglich die sowjetische Armee genannt?

 

Schuman-Erklärung

Der französische Außenminister Robert Schuman schlug am 9. Mai 1950 vor, die Kohle- und Stahlproduktion der Bundesrepublik Deutschland und Frankreichs zusammenzulegen, um gemeinsam wirtschaftliche Erfolge zu erzielen. Er verfolgte auch ein weiteres Ziel: fünf Jahre nach dem Kriegsende sollte der Zusammenschluss der ehemaligen Kriegsgegner auch durch Interdependenz, also die gegenseitige Abhängigkeit, jeglichen zukünftigen Krieg zwischen Deutschland und Frankreich verunmöglichen. Die in Folge entstandene Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, auch Montanunion genannt) wurde 1951 von der BRD, den BeNeLux-Staaten, Frankreich und Italien gegründet. Ohne historisches Vorbild war sie der erste Schritt zur supranationalen Organisation, die in die Europäische Union mündete.

Erklärung von Robert Schuman
9. Mai 1945
Klick öffnet Faksimile der Seite 1 und vollständige deutsche Übersetzung
Quelle Bild: Europäische Kommission
Quelle Text: Europäische Kommission

Vergegenwärtigen Sie der Gruppe die kurze Zeit vom Ende des letzten Krieges zwischen Deutschland und Frankreich bis zur Erklärung Schumans (5 Jahre), die angesichts jahrhundertelanger Feindschaft einen radikalen neuen Gedanken brachte. Diskutieren Sie den europäischen Integrationsprozess und ob die Bedeutung Europas in seiner Wirtschafts- oder Friedensmacht liegt. Finden Sie gemeinsam andere Beispiele, wo die Perspektive auf europäisches Zusammenwachsen frühere Konflikte überwinden hilft (z.B. auf dem Balkan) und wo die europäische Integration durch Abschottung nach außen neue Grenzen zieht (z.B. Baltikum-Russland, Ukraine-Polen).

 

Rede Richard von Weizsäckers 1985

Die Rede „Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ ist eine zentrale Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richarch von Weizsäcker und ein Meilenstein in der Evolution der (west-)deutschen Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus. Gleichzeitig war sie die letzte bedeutende politische Stellungnahme vor der deutschen Wiedervereinigung. Weizsäcker zeichnet den 8. Mai als Tag der Reue und Demut, des Andenkens an die Opfer deutscher Gewalt. Er nennt Vertreibungserfahrung Deutscher nach Kriegsende ebenso wie eine „Bitte an die jungen Menschen“, sich nicht in Feindschaft und Hass treiben zu lassen. Er verortet das Kriegsende am 8. Mai 1945 mit dem europäischen Einigungsprozess. Die DDR wird nicht angesprochen.

Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft
8. Mai 1985
Richard von Weizsäcker
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Quelle Text: Haus der Geschichte
Quelle Bild: Bundesarchiv (Bild 146-1991-039-11)

Diskutieren Sie: Welche Positionen in dieser Rede sind in ihrem Gewicht, ihrer Darstellung, Perspektive oder Formulierung eindeutig dem Zeitpunkt ihrer Entstehung zuzuordnen, welche Positionen hingegen werden heute noch genauso vertreten? Diskutieren Sie darüber hinaus: Sind ähnlich eindeutige Stellungnahmen von österreichischen PolitikerInnen bekannt? Warum wird von „uns Deutschen“, der Bundesrepublik Deutschland, aber nicht von der Deutschen Demokratischen Republik gesprochen? Wie ist die österreichische Erinnerung, insbesondere in der Mitte der 1980er Jahre (kurz vor der Waldheim-Affäre), neben der der BRD und der DDR zu verorten?

 

Arbeiterzeitung: Kreisky und Weizsäcker 1985

Am 8. Mai 1985 hielt der ehemalige Bundeskanzler Österreichs Bruno Kreisky im ehemaligen Konzentrationslager Struthof eine Rede vor der sozialistischen Fraktion des Europäischen Parlaments über die Ursachen des Faschismus. Die Arbeiterzeitung berichtete, dass laut Kreisky „die Xenophobie (der Fremdenhaß) der Antisemitismus unserer Zeit“ sei. Der Tag der Befreiung ist für „uns [gemeint waren Sozialisten] kein heikles Problem“, obwohl er die Spaltung Europas und Deutschlands ermöglicht hat. Am darauffolgenden Tag brachte die Arbeiterzeitung Auszüge aus der Rede Richard von Weizsäckers.

8. Mai 1985: Not brachte den Nazifaschismus
9. Mai 1985: Ein Tag der Befreiung
Arbeiterzeitung
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Quelle: Arbeiterzeitung vom 8. Mai 1985 bzw. 9. Mai 1985

Diskutieren Sie: Welche Umstände, welche Unterschiede der beiden Reden von Staatsmännern zum 40. Jahrestag der Befreiung sind auffallend? (z.B.: Kreisky tritt nicht in Österreich auf, sondern im Elsass, Weizsäcker spricht im Bundestag, Kreisky vor den europäischen Sozialisten, für Weizsäcker ist der 8. Mai kein Tag zum feiern, für Kreisky ist er „kein heikles Problem“). Diskutieren Sie weiter: Österreich stand kurz vor der Waldheim-Affäre, Deutschland vor der Wiedervereinigung. Waren das Faktoren, die zu den Unterschieden beigetragen haben?

 

Tagesspiegel: "8. Mai 1945: Ein Ende, das ein Anfang war"

Dieser Artikel aus dem Tagesspiegel diskutiert die widersprüchlichen Positionen Deutschlands zum 8. Mai. Der Kontrast zwischen Befreiung und deutscher Teilung, Niederlage und Überwindung des Faschismus. Hermann Rudolph unterstellt, dass in West- und Ostdeutschland lange Zeit keine ehrliche Auseinandersetzung mit deutschen Verbrechen stattfand und der 8. Mai erst durch die Rede Richard von Weizsäckers ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte, als Ausgangspunkt eines langen Weges vom Ende des Faschismus zum demokratischen Gemeinwesen.

8. Mai 1985: Ein Ende, das ein Anfang war.
Hermann Rudolph
Tagesspiegel, 9. Mai 2010
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Quelle: Tagesspiegel

Lesen Sie den Artikel aufmerksam, er diskutiert die langsame Wandlung der Bedeutung des 8. Mai für die deutsche Gesellschaft. Lassen sich ähnliche Tendenzen auch in Österreich feststellen? Von welchen Dilemmata muss man ausgehen? (z.B.: Befreiung: war der Nationalsozialismus Fremd- herrschaft oder ist man mitverantwortlich?)

 

FAZ Feuilleton: Der geteilte 8. Mai

Dieser Artikel der FAZ spricht die ambivalente Haltung vieler Deutscher zum 8. Mai als Tag der Befreiung an. Die Überwindung des Nationalsozialismus als Befreiungnarrativ ist unumstritten, doch die einhergehende Neuordnung Europas, Vertreibungen und Fremdherrschaft in vielen Osteuropäischen Ländern sowie die deutsche Nachkriegserfahrung in den ehemals deutschen Gebieten im Osten machten ihn für Lorenz Jäger auch zu einem Trauertag.

Der geteilte 8. Mai
Lorenz Jäger
FAZ Feuilleton, 8. Mai 2005
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Quelle: FAZ.net

Diskutieren Sie über adäquate Erinnerungsformen, die das Ende des Faschismus in Europa und die diesem Ereignis folgenden Verbrechen einschließen. Ist dieser Tag mit der im Text genannten „widersprüchlichen und gebrochenen Erinnerung“ als ein Gedenktag begehbar? Welche Erzählungen verlieren Be- freiungsfeiern aus dem Blick? Welche Gefahren bergen Gedenkveranstaltungen für diejenigen, die unter der Befreiung oder ihren Folgen litten?

 

Aleida Assmann über den 8. Mai

Aleida Assmann schlägt in diesem Interview den 8. Mai als neuen europäischen Gedenktag vor, da er neben vielen nationalen Erinnerungsdaten (in Deutschland: 9. November, 27. Jänner; in Österreich z.B. 5. Mai und 26. Oktober) sowohl aus einer gesamteuropäischen Perspektive, als auch national/regional multiperspektivisch aufgeladen ist und so integrierend wirken kann. Sie spricht darüber hinaus deutlich über die Funktion von Gedenktagen, dem Bedürfnis sich zu erinnern und über Möglichkeiten, gemeinsame europäische Erinnerungen zu verankern.

Der 8. Mai als europäisches Datum
Interview mit Aleida Assmann
25. April 2006
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Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

Diskutieren Sie: Welche Argumente sprechen für den 8. Mai als europäischen Gedenktag? Stehen diese in Konkurrenz zum [Link: 23. August]? Warum? Diskutieren Sie darüber hinaus über die Wirkmächtigkeit des Holocaust als gesamteuropäische Erin- nerung, insbesondere vor den anderen Motiven, die Assmann nennt.

 

Rede des deutschen Bundespräsidenten 2012

International ist der Tag des Kriegsendes in Europa als V-E-Day (Victory in Europe Day) bekannt. Dabei wird er von verschiedenen Staaten an unterschiedlichen Tagen begangen: Frankreich feiert am 8. Mai, dem Tag der Kapitulation. Diese trat nach Moskauer Zeit am 9. Mai in Kraft, dort wird an diesem Tag gefeiert. Die Niederlande begehen ihren Bevrijdingsdag (Befreiungstag) am 5. Mai, dem Tag, an dem die deutsche Besatzungsarmee in den Niederlanden kapitulierte. Zusammen mit dem „niederländischen Erinnerungstag“ am 4. Mai bildet er ein Gedenktagsensemble, beide werden jährlich als staatliche Feiertage mit großer Anteilnahme der Bevölkerung im ganzen Land begangen. Erst im Jahr 2012 sprach erstmals ein hochrangiger deutscher Politiker anlässlich der Befreiungsfeier am 5. Mai in Breda, Niederlande: Bundespräsident Joachim Gauck. Seine hier wiedergegebene Rede spielt auf seine eigene Geschichte in der DDR, die Beziehung zwischen (West-)Deutschland und den Niederlanden durch die Jahrzehnte bis zur Geste dieses Besuchs, Kriegserfahrungen und Einzelschicksale in den Niederlanden und die Erinnerungs- und Gedenkkultur in Deutschland und den Niederlanden an.

Rede des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck bei der niederländischen Befreiungsfeier
Breda, 5. Mai 2012
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Foto: © Guido Bergmann
Quelle Foto und Text: Bundespräsidialamt

Lesen Sie gemeinsam Gaucks Rede und erarbeiten Sie die wesentlichen Punkte, die er vorbringt. Diskutieren Sie, welche davon spezifisch für den Besuch eines deutschen Bundes- präsidenten (als Vertreter der ehemaligen Besatzer) in den Niederlanden (als ein ehemals besetztes Land) sind und welche Inhalte von österreichischen PolitikerInnen beim gleichen Anlass angesprochen werden könnten. Vergleichen Sie Ihre Diskussionsergebnisse an- schließend mit den Reden von Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger (siehe nächste Box): Welche Gemeinsamkeiten und welche wesentlichen Unterschiede in der (Selbst-)Darstellung zwischen den Stellungnahmen deutscher und österreichischer PolitikerInnen fallen auf?

 

Erste Gedenkveranstaltung der Bundesregierung 2012

Bundeskanzler Faymann spricht in seiner Aussendung die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus an und nennt die Kapitulation des Naziregimes als Ausgangspunkt für eine neue Epoche des Kontinents. Vizekanzler und Außenminister Spindelegger sprach beide historischen Ereignisse (die Kapitulation und den Schuman-Plan) an und betonte Europa als Friedensprojekt, das sich auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten bewährt. Erst die Presseberichterstattung legt nahe, dass das Zustandekommen der Gedenkveranstaltung eine Reaktion auf das „Totengedenken“ deutschnationaler bzw. rechtsextremer Burschenschaften und Organisationen ist.

Gedenkveranstaltung im Bundeskanzleramt
8. Mai 2012
Klick öffnet Presseaussendung des Bundeskanzleramts, Rede des Vizekanzlers und Zeitungsbericht in der Presse<br/>Foto: Andy Wenzel (BKA/HBF)
Quellen: Bundeskanzleramt, BMeiA und diepresse.com

Lesen Sie gemeinsam die drei Dokumente zum selben Ereignis durch. Arbeiten Sie die unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunktsetzungen von Bundeskanzler und Vizekanzler heraus (nationalsozialistische Vergangenheit, Europa, Frieden, aktuelle Wirtschaftssituation, Bezug auf rechte und rechtsextreme Veranstaltung). Welche Aussagen lassen sich auf politische Funktionen (Regierungschef bzw. Außen- minister) oder Partei- zugehörigkeit (SPÖ bzw. ÖVP) zurückführen? Gehen Sie dem Spindelegger-Zitat „Glaubt an dieses Europa!“ nach: Vergleichen Sie den Ausspruch mit den Umständen unter denen Leopold Figl seine Ansprache 1945 hielt.

 

Kundgebung von Neonazis am Heldenplatz 2002

In der deutsch-jüdischen online-Zeitschrift HaGalil publizierte Karl Pfeifer einen Bericht zur Neonazi-Kundgebung im April 2002, die vom Heldenplatz ausging. Sie bezog sich zwar auf die damals in Wien gezeigte Wehrmachtsausstellung, bot aber den Impuls für das jährliche „Totengedenken“ deutschnationaler bzw. rechtsextremer Burschenschaften und Organisationen am 8. Mai am selben Ort. Laut diesem Bericht endete die Kundgebung 2002 mit dem Marsch der Neonazis durch die Wiener Innenstadt, bei dem „Sieg Heil!“ und ähnliche nationalsozialistische Parolen gerufen wurden.

Karl Pfeifer: Österreich lässt Neonazi am Heldenplatz aufmarschieren
in: HaGalil, 20. April 2002<br/>Klick öffnet Volltext
Quelle: HaGalil

Lesen Sie gemeinsam die Schilderung von der Kundgebung am 13. April 2002. Welche Reaktionen weckt der Bericht? Lesen Sie anschließend den Abschnitt zu den gesetzlichen Grundlagen und diskutieren Sie über die Grenzen des Grundrechts der Meinungs- freiheit. Lassen Sie darüber abstimmen, ob derlei Kundgebungen im Rahmen der demokratischen Ordnung erlaubt sein sollen oder nicht.

 

Der Heldenplatz als „zentraler Gedächtnisort“

Der Historiker Peter Stachel schildert in seinem Buch „Mythos Heldenplatz“ die deutschnationalen bzw. rechtsextremen Kundgebungen und Gegenveranstaltungen vom 13. April und 8. Mai 2002 vor dem Hintergrund der jüngeren politischen Entwicklungen in Österreich seit dem Jahr 2000 und der Geschichte des Orts: Er arbeitet heraus, warum der Heldenplatz eine zentrale Rolle als Gedächtnisort der Republik trägt.

Peter Stachel: Mythos Heldenplatz
Bild: Neonazikundgebung am Heldenplatz, 13. April 2002
Klick öffnet Kapitel „Ausgerechnet am Heldenplatz ...“
Quelle Bild und Text: Stachel, Peter: Mythos Heldenplatz. Pichler, Wien: 2002.

Dieser Text erläutert u.a. die Funktion des Heldenplatz in Wien. Recherchieren Sie gemeinsam im Internet (z.B. auf Wikipedia) die Geschichte dieses Orts und finden Sie heraus, welche wichtigen historischen Ereignisse sich hier zugetragen haben bzw. welche regelmäßigen Veranstaltungen hier noch stattfinden. Diskutieren Sie anschließend darüber, ob politische Kundgebungen wegen der historischen Aufladung und Bedeutung des Orts hier zulässig sein sollen, bzw. wie angemessen mit dem vorgeprägten Ort umgegangen werden könnte.

 

Wiener Zeitung über Demonstration am 8. Mai 2012

Die Wiener Zeitung berichtet in diesem kurzen Artikel von der Demonstration gegen das „Totengedenken“ am Heldenplatz am 8. Mai 2012. In den vorangegangenen Jahren wurden diese Gegenkundgebungen mit der Begründung der Gefährdung der Sicherheit polizeilich untersagt. Seit 2011 wurde der Platz erstmals für eine Gegenveranstaltung geöffnet. 2012 organisierte eine breite Koalition von NGOs mit Unterstützung der Stadt Wien ein „Fest der Befreiung“. Die Reden bei dieser Befreiungsfeier wiesen vor allem darauf hin, dass das „Totengedenken“ der deutschnationalen bzw. rechtsextremen Burschenschaften und Organisationen ein Betrauern der Niederlage des Nationalsozialismus bedeutet.

Fest gegen „Totengedenken“ am Heldenplatz
Wiener Zeitung, 8. Mai 2012
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Foto APAweb, Herbert Pfarrhofer
Quelle Foto und Text: Wiener Zeitung

Diese Veranstaltung trug das Motto „Wer heute nicht feiert, hat verloren“. Diskutieren Sie über diesen Slogan vor dem Hintergrund des „Toten- gedenkens“ einerseits und dem Erinnern an die Befreiung vom Nationalsozialismus anderer- seits. Welche politische Position steht hinter diesem Motto? Worin liegt der semantische Unterschied zwischen „Gedenk- tag“, „Erinnerungstag“ und „Feiertag“?

 

Zwei Kommentare zum 8. Mai 2012

Peter Zawrel und Gerhard Zeillinger kritisieren in diesen beiden Kommentaren die Kranzniederlegung der deutschnationalen bzw. rechtsextremen Burschenschaften und Organisationen am 8. Mai 2012: Sie kritisieren die polizeiliche Genehmigung der Burschenschafter-Veranstaltung vonseiten des offiziellen Österreichs und die Behinderung der Protestdemonstration. Vor dem Hintergrund der Bedeutung des 8. Mai im europäischen Gedächtnis fordern sie, dass statt dem 26. Oktober der 8. Mai als Tag der Wiedergeburt Österreichs gefeiert werden sollte.

Peter Zawrel: Schreiben wir wirklich das Jahr 2012?
Gerhard Zeillinger: Befreit den Heldenplatz endlich von diesem Spuk!
Bild: Burschenschafter am Heldenplatz
Klick öffnet Volltext beider Kommentare
Quelle: derStandard.at [1] [2]

Beide Texte sind Kommentar- beiträge in einer Tageszeitung. Sie gehören nicht zur Berichterstattung, sondern geben die persönliche Meinung der Verfasser wieder. Lassen Sie die SchülerInnen ebenfalls Kom- mentar-Texte schreiben, die sie dazu bringen ihre Haltung auf der Grundlage des Wissens zum 8./9. Mai zu formulieren. Dabei kann u.a. Bezug genommen werden auf: Dualität (Kriegsende/Europatag), offene Diskussionen (wie soll gedacht werden?), fehlender staatlicher Gedenk-/Feiertag (in anderen Ländern Europas etabliert), Umformung des Heldenplatz (Umgang mit Krypta und Weiheraum, Deserteurs- denkmal) bzw. Grundfreiheiten (Demonstrationsrecht, Meinungs- freiheit) und Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart.

 

Wissenschaftlicher Artikel zum Heldenplatz

Im Text „Neue Helden braucht der Platz“ erläutert die Historikerin Heidemarie Uhl die komplizierte Geschichte des mehrfach überformten Heldenplatzes, insbesondere der beiden Gedenkorte „Krypta“ und „Weiheraum“ im Äußeren Burgtor. Sie legt dar, wie dort miteinander nicht zu vereinbarende Geschichtsbilder parallel gepflegt werden, ein deutliches Zeichen für die Unaufgeräumtheit der österreichischen Erinnerung insgesamt. Die von den InitiatorInnen des geplanten Deserteursdenkmals gewünschte Nutzung des Heldenplatzes erfordert daher ebenso die Reflexion über die bereits vorhandene Gedenk-Infrastruktur.

Heidemarie Uhl: Neue Helden braucht der Platz
Foto: Das verschlossene äußere Burgtor mit Krypta und Weiheraum am 8. Mai 2012
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Foto: © Matthias Kopp
Quelle Text: science.ORF.at

Dieser Text schildert aus wissenschaftlicher Sicht, wie traditionelle und junge Rituale um die Gedenkorte am Heldenplatz die noch immer mehrdeutige und widersprüchliche Auslegung der österreichischen Geschichte, insbesondere seiner Mit- verantwortung für Verbrechen des Nationalsozialismus, ver- körpern. Diskutieren Sie über die unterschiedlichen, durch verschieden politische Lager und familiengeschichtlich geprägte, Haltungen zu Österreichs Vergangenheit. Diskutieren Sie anschließend, welche anderen Orte, welche anderen Daten und welche Themen ähnlich ambivalente Formen der Erinnerung bzw. des Gedenkens provozieren.

 

Zeitungsartikel zur Geschichte des Heldenplatz

Die Journalisten Thomas Trenkler und Peter Mayr befassen sich in einem Grundsatzartikel mit dem Thema Heldenplatz: Der Gestaltung des Platzes und des österreichischen Heldendenkmals während der Zeit des Austrofaschismus und Nationalsozialismus und in den Jahrzehnten danach. Im Rahmen der Debatten um Neugestaltung betonen sie die Notwendigkeit einer breiten öffentlichen Auseinandersetzung und schlagen vor, im Sinne einer „zeitgemäßen Gedenkkultur“ mit den Relikten umzugehen: Sie plädieren für eine Kontextualisierung und Historisierung des Ortes und sprechen sich gegen ein Abräumen der vergangenen Erinnerungsschichten aus.

Peter Mayr, Thomas Trenkler: Ein Schlachtfeld und ein Ort der Demütigung
Bild: NS-Entwurf Theseustempel
Der Standard, 12./13. Mai 2012, S. 10
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Quelle Bild und Volltext: Der Standard

Dieser Text zeichnet eine Diskussion um die fortwährende Gestaltung und Nutzung des Heldenplatzes nach. Von einer grundlegenden Umformung, einer Schleifung oder einer neuen Rahmung ist die Rede. Diskutieren Sie, welcher Weg am sinnvollsten sein könnte und lassen Sie die SchülerInnen argumentieren, warum sie alte Strukturen entfernen, bestehende Strukturen neu kontextualisieren oder sie durch gänzlich neue ersetzen wollen. Dabei ist immer Bezug auf die Vorgeschichte der jeweiligen Substanz zu nehmen.

 

Süddeutsche Zeitung: Wie Gauck ein zweiter Weizsäcker werden könnte

Mit diesem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung appelliert Jan Techau an die deutsche Außenpolitik in der Gegenwart unter dem Gesichtspunkt der inneren Befreiung vom Trauma der Schuld selbstbewusst neu auszurichten. Er konstatiert, dass deutsche Außenpolitik in der Nachkriegszeit wenig kreativ oder ambitioniert war und dass die Rede Richard von Weizsäckers 1985 neben der wesentlichen Interpretation des 8. Mai 1945 als Befreiung vom Nationalsozialismus auch eine Botschaft der Zuversicht für das gegenwärtige Deutschland enthielt. Er nennt die Finanzkrise, den Einsatz in Afghanistan und den europäischen Integrationsprozess, in dem Deutschland eine „erwachsene“ Rolle einnehmen solle, die es durch den souveränen Umgang mit der eigenen Vergangenheit lernen kann. Joachim Gauck als zur Entstehung des Artikels neuer Bundespräsident wird eine Schlüsselfunktion zugeschrieben.

Wie Gauck ein zweiter Weizsäcker werden könnte
Jan Techau
Süddeutsche Zeitung, 15. Mai 2012
Klick öffnet Volltext
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Diskutieren Sie über den Schatten der national- sozialistischen Vergangenheit für das internationale Ansehen der Nachfolgestaaten und ihre Außenpolitik. Wie unterschied sich Österreichs Außenpolitik in den Nachkriegsjahrzehnten von der der BRD bzw. der DDR? (z.B.: Neutralität, Unterrüstung, …) Wie ging Österreich in den Jahrzehnten vor und nach der Waldheim-Affäre mit der nationalsozialistischen Vergang- enheit um, wie beeinflusste das seine Außenkontakte? Hat sich das Verhältnis zwischen dem Gewicht deutscher bzw. österreichischer außenpolitischer Bestrebungen seit den 1980er Jahren (Weizsäcker, Waldheim, Wiedervereinigung, öster- reichischer EU-Beitritt, …) verschoben?

 

 

Der 8. Mai als neuer Gedenktag für Österreich?

Im Jahr 2013 findet zum zweiten Mal eine Befreiungsfeier zum 8. Mai am Wiener Heldenplatz statt. Die Initiative Jetzt Zeichen setzen!, der viele politische, religiöse und zivilgesellschaftliche Organisationen angehören, möchte den nun „Tag der Befreiung“ genannten Aktionstag zu einem permanenten Gedenktag machen. Während 2012 die Abgrenzung vom bisher den Heldenplatz dominierenden Gedenken rechter und rechtsextremer Burschenschaften im Mittelpunkt stand, werden 2013 die Wiener Symphoniker am 8. Mai am Heldenplatz spielen. Mit dem Aufruf „Nimm Dir frei, am 8. Mai!“ möchte die Initiative den Feiertagscharakter unterstreichen.

Einladung zum Tag der Befreiung am 8. Mai 2013
jetztzeichensetzen.at
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Quelle: www.jetztzeichensetzen.at

Der 8. Mai ist kein offizieller Gedenktag in Österreich. Diskutieren Sie, ob die Erinnerung an den 8. Mai 1945 als Gedenktag mit breiter gesellschaftlicher Anteilnahme etabliert werden soll, wie es die Initiative Jetzt Zeichen setzen! fordert. Welche Erzählungen, welche Geschichte, welcher aktuelle Bezug sollte dabei im Vordergrund stehen? Sind zivilgesellschaftliche Initiativen geeignete Mittel, um die Öffentlichkeit Aufmerksam zu machen, oder sollen Gedenktage mit staatstragender Bedeutung von der Politik aus etabliert werden?

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