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Baustelle Warschau

Quelle: Der Standard, 29 April 2004, S. 2 © APA-IMAGES/epa

Original-Bildtext
"Vorübergehend schaffen die Vorbereitungen für die Beitrittsfeiern (wie hier in Warschau) neue Jobs. Dass nach der Erweiterung der Ansturm auf den Arbeitsmarkt in der alten EU einsetzt, wird von Experten aber bezweifelt."

Bildanalyse
In der Rubrik "Thema", unter der Überschrift "Ein psychologisches Problem" fand sich in der Tageszeitung "Der Standard" am 29. April 2004 auf Seite 2 diese Variante des Baustellenmotivs. Den Blick auf das Bild rahmten zwei Paratexte, ein Untertitel zum Haupttitel sowie eine Bildunterschrift: "Auch nach dem EU-Beitritt werden sich viele Bürger der neuen Mitgliedsländer noch als Europäer zweiter Klasse fühlen. Warum, wurde in einer Diskussion mit Botschaftern in Wien deutlich", war im Untertitel zu lesen. In der Bildunterschrift stand hingegen: "Vorübergehend schaffen die Vorbereitungen für die Beitrittsfeiern (wie hier in Warschau) neue Jobs. Dass nach der Erweiterungsrunde 2004 der Ansturm auf den Arbeitsmarkt in der alten EU einsetzt, wird von Experten aber bezweifelt".

Optisch ist das Bild eng an das Baustellenmotiv auf der Website der Europäischen Kommission angelehnt. Was im Unterschied dazu jedoch fehlt, ist der eindeutige Hinweis auf die Europäische Union. Das wird durch die Paratexte ausgeglichen: Aus diesen geht hervor, dass das Gerüst in Warschau zu einem spezifischen Anlass aufgebaut wurde, den Beitrittsfeierlichkeiten. Interessant ist, wie die Texte das Sichtbare verändern. Wären ohne Texte Bauarbeiter auf einem Stahlgerüst zu sehen, enthüllen die schriftlichen Informationen dem Blick ein neues Sichtbares: Zeitlich begrenzt ist nicht nur die Dauer, während der das Gerüst (zu welchem Zweck auch immer) bestehen wird, zeitlich begrenzt sind auch die Arbeitsplätze der drei Männer, die im Bild zu erkennen sind. Die zeitliche Dimension, die das Motiv der Baustelle ins Spiel bringt, wird hier also auf die Arbeit übertragen, die nunmehr als Folge von Baustellen erscheint.

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