Die sozialrechtliche Entwicklung in Österreich seit 1889
1889Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter; Gesetz betreffend die Unfallversicherung der Arbeiter; Bruderladengesetz: Kranken- und Provisionsversicherung für Bergarbeiter
1909
Pensionsversicherungsgesetz für Privatangestellte
1920
Arbeitslosenversicherungsgesetz; Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Staatsbediensteten
1926
Notarversicherungsgesetz: Pensionsversicherung für Notare und Notariatskandidaten; Angestelltenversicherungsgesetz: Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung für Privatangestellte
1927
Arbeiterversicherungsgesetz: Kranken- und Unfallversicherung für gewerbliche Arbeiter (Pensionsversicherung nicht in Kraft getreten)
1928
Landarbeiterversicherungsgesetz
1928
Kranken- und Unfallversicherung für Landarbeiter (Pensionsversicherung nicht in Kraft getreten)
1935
Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz: Zusammenfassung der gesamten Sozialversicherung der Unselbstständigen (jedoch ohne Bundesbedienstete, Eisenbahner, Land- und Forstarbeiter)
1939
Einführung des dt. Sozialversicherungsrechtes; Pensionsversicherung für Arbeiter durch die Reichsversicherungsordnung (RVO)
1947
Sozialversicherungs-Überleitungsgesetz: Überleitung in österreichisches Sozialversicherungsrecht, Wiedereinführung der Selbstverwaltung; Gründung des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger
1948
Gründung des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger
1953
Handelskammer-Altersunterstützungsgesetz: Schaffung eines Altersunterstützungsfonds für Gewerbetreibende.
1954
Rentenbemessungsgesetz; Einführung einer 13. Pension
1956
Allgemeines Sozialversicherungsgesetz (Ablöse der reichsrechtlichen Bestimmungen, Zusammenfassung und Neuordnung der Sozialversicherung der Unselbstständigen)
1958
Gewerbliches Selbstständigen-Pensionsversicherungsgesetz; Landwirtschaftliches Zuschussrentenversicherungsgesetz; 3. Novelle ASVG: Einführung einer vorzeitigen Alterspension bei Arbeitslosigkeit; Künstlersozialversicherungsgesetz: Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung für bildende Künstler
1960
5. Novelle ASVG: Hilflosenzuschuss für Hinterbliebene
1961
8. Novelle ASVG: Einführung der vorzeitigen Alterspension bei langer Versicherungsdauer (Frühpension) und der 14. Pension
1962
9. Novelle ASVG: Einführung der Rehabilitation in der Unfall- und Pensionsversicherung
1965
Bauern-Krankenversicherungsgesetz; Pensionsanpassungsgesetz, Wertsicherung der Pensionen und Renten
1966
Gewerbliches Selbstständigen-Krankenversicherungsgesetz
1967
Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz
1971
Bauern-Pensionsversicherungsgesetz; 25. Novelle ASVG: Erhöhung der Witwenpension auf 60%
1974
Entgeltfortzahlung für Arbeiter bei Krankheit
1977
32. Novelle ASVG: Unfallversicherung für Schüler und Studenten, Rehabilitation in der Pensionsversicherung
1979
Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz, Bauern-Sozialversicherungsgesetz, Bundesgesetz über die Sozialversicherung freiberuflich selbständig Erwerbstätiger
1981
Bundesgesetz über Schutzmaßnahmen für Nachtschicht-Schwerarbeiter; 26. Novelle ASVG: Einführung der Witwerpension
1985
40. Novelle ASVG: Pensionsreform, 1. Etappe
1988
44. Novelle ASVG: Pensionsreform, 2. Etappe
1992
50. Novelle ASVG: Neue Leistungen in der Krankenversicherung (z. B. Psychotherapie, med. Hauskrankenpflege, Ausbau der Gesundheitsförderung) und in der Pensionsversicherung (Selbstversicherung)
1993
51. Novelle ASVG: Pensionsreform 1993; Bundespflegegeldgesetz: Einführung des Pflegegeldes anstelle des Hilflosenzuschusses
1994
52. Novelle ASVG: Organisationsreform
1995
Strukturanpassungsgesetz 1996, 53. Novelle ASVG-Novelle, 21. GSVG- und 20. BSVG-Novelle - Pensionsreform 1996 mit Sanierungsmaßnahmen für die soziale Krankenversicherung, 2. Sozialrechtsänderungsgesetz 1996
1997
Arbeits- und Sozialrechtsänderungsgesetz 1997 - ASRÄG 1997, 54. ASVG-, 22. GSVG- und 21. BSVG-Novelle: Erfassung aller Erwerbseinkommen zur SV, Sanierungsmaßnahmen zur Versorgung der Berufstätigen in der PV, Pensionskonzept 2000
1998
55. ASVG-, 23. GSVG- und 22. BSVG-Novelle: Neufassung des (freien) Dienstnehmerbegriffs, Öffnung der Zahnambulatorien für festen Zahnersatz bestimmter Versichertengruppen, Begünstigungen für Jung- und Kleinstunternehmer, Behandlungsbeitrag für Bauern bei ärztlicher Hilfe, Reform der bäuerlichen Unfallversicherung
1999
56. ASVG, 57. ASVG-, 24. GSVG- und 23. BSVG-Novelle. Organisation der Einführung einer Chipkarte in der sozialen KV. Opting out für Freiberufler in der KV; Erfassung der land- und forstwirtschaftlichen Nebentätigkeiten in der bäuerlichen SV.
2000
Pensionsreform. Anhöhung des Pensionsalters. Das gesetzliche Pensionsalter für ASVG-versicherte Männer liegt in Österreich bei 65, für Frauen bei 60 Jahren. Das Frühpensionsalter wird für ASVG-Versicherte wird auf 61,5 Jahre für Männer und auf 56,5 Jahre für Frauen hinaufgesetzt. Wer früher in Pension geht, muss Abschläge zahlen (ca. 3 Prozent, maximal zehn Prozent). Es wird auch das Regelpensionsalter für Beamte angehoben (61,5 Jahre). Wechselt ein Beamter vorher in den Ruhestand, muss er pro Jahr 3 Prozent Abschlag zahlen.
2000/2001
Einführung der Ambulanzgebühr 2000. Der fehlerhafte Gesetzestextes muss zurückgenommen und überarbeitet werden ("Ambulanzgebühr neu" 2001) .
2001
58. ASVG, 59. ASVG. Einführung der Besteuerung von Unfallrenten. Reform des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. Die Verbandsstruktur wird reformiert und eine neue Führung installiert.
2002
Sozialstaatsvolksbegehren: Die Forderung zur Verankerung des Sozialstaats in der österreichischen Bundesverfassung wird von 717.314 ÖsterreicherInnen (12,2 % der Wahlberechtigten) unterzeichnet.
2003
Pensionsreform: Eckpunkte sind: Schrittweise Aufhebung der vorzeitigen Alterspension bei langer Versicherungsdauer mit Ausnahme der "Hacklerregelung" (Frühpension bis 2010 beim Vorliegen entsprechend langer Beitragsjahre, mit Abschlägen verbunden), Anhebung des Pensionsbemessungszeitraums bis 2028 auf 40 Jahre, schrittweise Absenkung des Steigerungsbetrages von 2004 bis 2009 von 2 % auf 1,78 % pro Versicherungsjahr, Pensionsbegründende Kindererziehungszeiten: Anhebung von 18 auf 24 Monate, Anhebung der Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten bis zum 2028, Erhöhung des Ausgleichszulagenrichtsatz für Ehepaare, Erhöhung der monatlichen Höchstbeitragsgrundlage.
(Quellen: http://www.sozvers.at, 27.02.2001; Soziale Sicherheit. Fachzeitschrift der österreichischen Sozialversicherung, Nr. 9, 2000, S. 832; der Standard, 8.3.2000; Der Standard, 8.5.2001; Der Standard, 11.4.2002, http://www.sozvers.at, 9.7.2003)

