Politik in Bewegung

Das Auftreten neuer Themen und neuer politischer AkteurInnen seit den 1970er Jahren

Annäherung an das Thema:
Zu Beginn der 1970er Jahre entwickeln sich innerhalb eines Systems, das stark der Konkordanzdemokratie verpflichtet ist, Bürgerinitiativen, die neue Wege in der politischen Artikulation einschlagen. Diese Initiativen entwickeln sich innerhalb eines Systems, das stark der Konkordanzdemokratie verpflichtet ist, das für politische Entscheidungen in Form der Sozialpartnerschaft ein machtvolles Instrument außerhalb der Öffentlichkeit des Parlaments geschaffen hat und das den repräsentativen Charakter der österreichischen Bundesverfassung sehr stark in den Vordergrund gerückt, vielleicht "überbetont" hat. Diese Bürgerinitiativen, von denen neben der Frauenbewegung (die im Lernmodul Demokratisierungsprozesse in den 1960er und 1970er Jahren behandelt wird) die Ökologiebewegung mit ihren "Magnetfeldern" Zwentendorf und Hainburg sicherlich die erfolgreichste war, sind ein Beispiel dafür, dass selbst in einem so rigiden System wie dem österreichischen politische Initiativen, die "von unten" kommen, unter bestimmten Bedingungen erfolgreich sein können. Den SchülerInnen, die vielleicht ein Gefühl von Macht- und Einflusslosigkeit spüren, kann und soll dies Mut machen.

Unterrichtsablauf:
Das Lernmodul umfasst fünf Unterrichtssequenzen, wobei nicht alle in der gleichen Ausführlichkeit behandelt werden müssen. Es ist auch möglich, beispielhaft sich mit einer Sequenz genauer auseinanderzusetzen, um die oben angeführten Kompetenzen zu erwerben bzw. zu festigen. Als Einstieg wurde ein Weg gewählt, die SchülerInnen mit der Frage zu befassen, welche Formen politischer Aktivitäten sie selbst kennen und wie sie die Chancen beurteilen, damit etwas zu bewegen. Anschließend beschäftigen sich die SchülerInnen mit der Ökologiebewegung mit den Schwerpunkten Zwentendorf und Hainburg in zwei Sequenzen; jene über die Friedensbewegung legt den Schwerpunkt auf die Form der Demonstration als politische Artikulationsform. Diese Sequenz lässt auch erkennen, dass viele AkteurInnen simultan an mehreren Orten zu finden sind. Am Ende des Moduls sollte man noch einmal auf die Eingangssequenz zurückkommen, indem die SchülerInnen reflektieren, ob sie ihre Einschätzung politischer Aktionsformen beibehalten oder ob sich ihre Sicht verändert hat. Durch alle diese Sequenzen ziehen sich folgende Fragen: Welche Menschen bzw. Gruppen stehen hinter der "Bewegung"? Was sind ihre Motive gewesen, sich zu engagieren? Welche Ziele verfolgten sie? Mit welchen Methoden versuchten sie ihre Ziele zu erreichen? Wie berichteten Medien darüber? Wie erfolgreich war die Bewegung? Wie hat sich die Bewegung weiterentwickelt, was ist geblieben? Am Ende dieses Moduls sollten die SchülerInnen in der Lage sein, zu allen diesen Fragen eine Antwort zu geben.

Erforderliche technische Hilfsmittel:
Für die Durchführung des Lernmoduls, insbesondere der Unterrichtssequenzen drei und vier, empfiehlt es sich, dass alle SchülerInnen Zugang zu einem Computer mit Internetanschluss haben.

Unterrichtssequenzen:

Einführung:

Politische Aktionsformen außerhalb der repräsentativen Strukturen

Erarbeitung:

Die Auseinandersetzung um das Kernkraftwerk Zwentendorf

Die Auseinandersetzungen um die Staustufe Hainburg

Die Friedensbewegung der 1980er und 1990er Jahre

Schluss:

Wirksamkeit und Erfolg von Protestformen

Kompetenzorientierte Politische Bildung

Kompetenzorientierte Politische Bildung

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