Unterrichtssequenz 3 – Erarbeitung

Vorurteile – Integration

Methodisch-didaktische Hinweise:
In dieser Unterrichtssequenz wird ein emotional besonders aufgeladenes, oftmals kontrovers diskutiertes Themenfeld behandelt, das auch innerhalb von Klassenstrukturen zu Konflikten führen kann. Die Arbeitsaufgaben dieser Unterrichtssequenz behandeln Vorurteile/Stereotype, mit denen Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich konfrontiert werden. Die SchülerInnen sollen AV-Materialien analysieren, in denen Vorurteile/Stereotype angesprochen und auch schon hinterfragt bzw. dekonstruiert werden. Für die Durchführung dieser Unterrichtssequenz wäre es ideal, wenn jede/r SchülerIn bzw. jede Gruppe gemeinsam einen Bildschirm zur Verfügung hat, um die Filme ansehen zu können und danach arbeitsteilig die Arbeitsaufgaben umzusetzen. Wenn dies nicht möglich ist, können die Filme auch mittels Beamer vorgeführt werden. In diesem Fall sollten die SchülerInnen bereits vor Ansicht der Filme in Gruppen eingeteilt worden sein und wissen, welche Arbeitsaufgabe sie durchzuführen haben.

LehrerInneninformation:
→ Geretschläger, Ingrid: Integration beginnt im Kopf, in: Medienimpulse, Nr. 63, März 2008, S. 20–23
→ Dorer, Johanna/Marschik, Matthias: Medien und Migration, in: Medienimpulse, Nr. 55, März 2006, S. 24–28

Zum Medium und zum Umgang mit dem Medium im Unterricht: Das Plakat

Arbeitsaufgaben für die SchülerInnen:
Teilt euch in drei Gruppen, seht euch die folgenden Plakate an und beantwortet danach zu jedem Plakat die Fragen:

  • Was sagt euch dieses Plakat? Gefällt es euch? Warum ja bzw. warum nicht?
  • Wie lautet die Kernbotschaft des Plakats?
  • Was ist auf dem Plakat zu sehen?
  • Wer wird als AkteurIn sichtbar?
  • Worauf wird der optische Schwerpunkt gelegt?
  • Wer wirbt mit diesem Plakat?
  • An wen richtet sich das Plakat?
  • Was will das Plakat inhaltlich vermitteln?
  • Tut es dies direkt oder indirekt?
  • Spielt das Plakat mit Emotionen? Ruft es bei euch Emotionen hervor?
  • Was soll durch das Plakat bewirkt werden? Was bewirkt das Plakat bei euch?

Anschließend präsentiert eine Gruppe die Ergebnisse der Analyse des ersten Plakats und die anderen Gruppen ergänzen ihre Anmerkungen dazu. Auf die gleiche Art werden auch die anderen beiden Plakate präsentiert und diskutiert.

Plakat: "I haaß Kolaric, du haaßt Kolaric, warum sogns zu dir Tschusch?" (1973)


Von der Agentur Lintas im Auftrag der Aktion Mitmensch der österreichischen Werbewirtschaft, 1973.
Bildnachweis: Hemetek, Ursula (Hg.): Am Anfang war der Kolaric. Plakate gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Initiative Minderheiten/Südwind Verlag, 2000.

Fotoserie: Was täten wir ohne Zilk, Busek und Pawkowitz?



Wortspiel mit Namen von Wiener Politikern. Von Claude Buri und Albert Winkler.
Bildnachweis: Ursula Hemetek (Hg.): Am Anfang war der Kolaric. Plakate gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Initiative Minderheiten/Südwind Verlag, 2000

Plakat: Was uns trennt verbindet (1994)


Von Agentur KLASAN, im Auftrag der Wiener Krankenanstalten, 1994.
Bildnachweis: Hemetek, Ursula (Hg.): Am Anfang war der Kolaric. Plakate gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Initiative Minderheiten/Südwind Verlag, 2000.

Arbeitsaufgaben für die SchülerInnen:
Seht euch den folgenden Spot an und beantwortet folgende Fragen:

  • Was ist das Thema des Spots?
  • Welches filmische Mittel wird verwendet (Animation)
  • Aus wessen Blickwinkel wird berichtet?
  • Ruft der Film Emotionen hervor?
  • Passen die Bilder gut zum gesprochenen Text?
  • Welche Informationen vermitteln die Bilder alleine?
  • Spielt Musik in dem Film eine Rolle?
  • Was soll durch den Film bewirkt werden?
  • Welche Reaktionen bewirkt der Film bei euch?

 

Film: "Vorurteile bekommt man so schnell übergezogen wie ein T-Shirt", 2008 (0.25 min)
Ein Abspielen des Films ist durch Doppelklicken auf das Bild möglich.



TV/Kino-Spot im Rahmen der Kampagne 2008 von blackaustria.at
(0.25 min). Blackaustria ist eine Initaitve, die sich gegen Vorurteile gegenüber in Österreich lebenden Schwarzen Menschen richtet. Sie wurde Ende 2006 von M-Media, AFRA und einigen Kreativen begründet.


AV-Materialinformation: "Vorurteile bekommt man so schnell übergezogen wie ein T-Shirt", 2008 (0.25 min)

Arbeitsaufgaben für die SchülerInnen:
Diskutiert auf Basis der zuvor besprochenen Plakate und des Spot:

  • Habt ihr an euch bemerkt, dass ihr selbst eines oder mehrere der thematisierten Vorurteile habt?
  • Denkt ihr, dass solche Plakatkampagnen im Kampf gegen Vorurteile erfolgreich sein können? Argumentiert eure Position dazu.

 

Arbeitsaufgaben für die SchülerInnen:
Diese Arbeitsaufgabe soll die Unterrichtssequenz abschließen und - im Sinne der FilmmacherInnen - zum Schmunzeln einladen.
Die SchülerInnen sollen sich den folgen Film ansehen und folgende Fragen beantworten:

  • Was ist das Thema des Films?
  • Wer sind die handelnden Akteure? Was sollen sie stellvertretend verkörpern?
  • Ruft der Film bei euch Emotionen hervor?
  • Spielt Musik in dem Film eine Rolle? Welchem Zweck dient die Musik?
  • Findet ihr den Hamburger als Vertreter für "das Einheimische" angebracht?
  • Wer hat den Film gemacht?
  • In welchem Kontext wurde der Film erstellt?
  • Welche Reaktionen bewirkt der Film bei euch?

 

Film: Österreich – Wo Gegensätze keine Gegensätze mehr sind. Hamburger meets Kebab (ca. 1.20 min.)
Ein Abspielen des Films ist durch Doppelklicken auf das Bild möglich.



Kurzfilm der HBLA Ried im Innkreis, 12. Schulstufe (18/19 Jahre), der im Rahmen der Demokratie-Initiative der österreichischen Bundesregierung entstanden ist.

AV-Materialinformation: Österreich – Wo Gegensätze keine Gegensätze mehr sind. Hamburger meets Kebab (ca. 1.20 min.)

Im Schuljahr 2007/2008 von der HBLA Ried im Innkreis, 12. Schulstufe, für das Videoblog der Demokratie-Initiative der österreichischen Bundesregierung erstellter Film (ca. 1.20 min), Video-Preisträger des Media Literacy Award 2007
Kurzfilm zum Thema: Wahrnehmung des Fremden
Ein Hamburger und ein Kebab vereinigen sich in Stop-motion.
Mit ihrem originellen "Clash of Cultures" geben die FilmemacherInnen Anlass für amüsiertes Schmunzeln und lockern spielerisch die vermeintliche Gegensätzlichkeit zwischen "uns" und "dem Fremden".

Weiter im Lernmodul:
→ Aussagen zu Migration – richtig, falsch oder beides?

Kompetenzorientierte Politische Bildung

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