Demokratie in Bewegung

Demokratisierungsprozesse in den 1960er und 1970er Jahren

Annäherung an das Thema:

In den 1960er und 1970er Jahren befanden sich Gesellschaft und Politik europaweit in einem beschleunigten Wandel. Eine Umstrukturierung der traditionellen Wirtschaftsstruktur und deren Technisierung führten zu einer Verschiebung der einzelnen Wirtschaftssektoren. Eine parteipolitisch weniger gebundene "neue Mittelschicht" entstand, die in ihrem Wahlverhalten immer flexibler wurde und zu Verschiebungen in den Regierungskonstellationen führte. Verbunden mit dem steigenden Wohlstand waren die Entwicklung hin zur Konsumgesellschaft sowie eine zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft. Ein Wandel von Mentalitäten, Moralvorstellungen und Lebensstilen setzte ein, bestehende Strukturen im Geschlechterverhältnis wurden kritisiert. Der Ruf nach einer Modernisierung und Reformen wurde nicht nur in der Gesellschaft – bei den Studenten und der Frauenbewegung – laut. Vielmehr wurde die Demokratisierung – und das nicht nur in Österreich – auch zu einer wichtigen Absichtserklärung in der Politik.

Unterrichtsablauf:
Das Lernmodul umfasst fünf aufeinander aufbauende Unterrichtssequenzen: eine einführende, drei vertiefende und eine abschließende Unterrichtssequenz. Einleitend sollen sich die SchülerInnen mit einer wesentlichen Forderung und politischen Absichtserklärung der späten 1960er und frühen 1970er Jahre – der "Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche" – auseinandersetzen und danach gefragt werden, in welchen Lebensbereichen Demokratie wichtig ist. Anschließend wird in einer zweiten Unterrichtssequenz mittels einer Zeitleiste ein Überblick über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den 1960er und 1970er Jahren erarbeitet, wobei ein besonderes Schwergewicht auf den Punkt Demokratisierung (Chancengleichheit, Geschlechtergleichheit, Entscheidungsfreiheit) gelegt wird. In zwei weiteren Unterrichtssequenzen werden anhand von drei Filmbeispielen die Familienrechtsreform der 1970er Jahre sowie die Neue (oder Zweite) Frauenbewegung und ihr Kampf gegen das Abtreibungsverbot in den Mittelpunkt gestellt. Den Abschluss des Lernmoduls bildet eine Diskussion über aktuelle Herausforderungen. Der Vergleich der historischen Entwicklung mit aktuellen Demokratisierungsforderungen soll dazu beitragen, dass die SchülerInnen ihren Demokratie-Begriff schärfen und verdeutlichen, dass die Demokratisierung kein einmaliger (und somit abschließbarer) Prozess ist, sondern dass sie ständig gefordert ist.

Erforderliche technische Hilfsmittel:
Für die Durchführung des Lernmoduls sind zumindest ein Internetzugang und ein Projektor notwendig; ein Computerraum, in dem alle SchülerInnen auf einen eigenen Computer zugreifen können, ist nicht erforderlich, die Durchführung des Lernmoduls ist natürlich aber auch hier möglich.

Unterrichtssequenzen:

Einführung:

"Demokratisierung sämtlicher Lebensbereiche"

Erarbeitung:

Politische und gesellschaftliche Veränderungen in den 1960er und 1970er Jahren – Demokratisierung (Chancengleichheit und Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten)

Frauenbewegung – Schwangerschaftsabbruch – Entscheidungsfreiheit

Familienrechtsreform – Gleichstellung der Geschlechter im Familienrecht

Schluss:

Demokratisierung als Prozess

Kompetenzorientierte Politische Bildung

Kompetenzorientierte Politische Bildung

bm:ukk

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