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5. Mai - Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Befreiungsfeier Mauthausen
Foto: Stephan Matyus
Quelle: BM.I/Fotoarchiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

In den letzten Jahrzehnten wurden in vielen Staaten nationale Gedenktage eingerichtet, die an die Verbrechen des National- sozialismus und an den Holocaust erinnern. In Israel wird seit 1953 jedes Frühjahr der Yom Hashoa begangen (am 27. Nisan, das genaue Datum variiert im gregorianischen Kalender), Deutschland legte sich 1996 auf den 27. Jänner, den Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, fest. 1995 formulierte das Europäische Parlament das Ziel der Einrichtung eines Holocaust-Gedenktags in den Mitgliedsstaaten und auf europäischer Ebene. Auch die damit angestoßene Dynamik führte 1996 zum deutschen Gedenktag: In Österreich wurde 1997 der 5. Mai, der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen, als Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eingeführt, ein Eigenweg: im Jahr 2005, 60 Jahre nach der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, fasste die UNO-Generalversammlung den Beschluss, den 27. Jänner als Internationalen Holocaust-Gedenktag zu begehen.

Mauthausen ist nach wie vor die zentrale Gedenkstätte Österreichs. Obwohl es kaum einen Ort in Österreich gibt, wo nicht zumindest in der näheren Umgebung in der Zeit des Nationalsozialismus Verbrechen begangen worden sind, hat sich in Österreich im Unterschied zu Deutschland keine dezentrale Gedenkstättenlandschaft entwickelt. Die meisten Schulklassen besuchen Mauthausen. Die Fokussierung des offiziellen österreichischen Gedenkens auf Mauthausen ist auch in den jährlich stattfindenden Befreiungsfeiern begründet, die von hochrangigen PolitikerInnen besucht werden und medial präsent sind.

Doch Mauthausen hatte nicht immer diese Bedeutung. Nach der Übergabe des Lagerareals an die österreichische Bundesregierung wurde eine Gedenkstätte eingerichtet, die zunächst von den österreichischen und internationalen Verbänden der ehemals Verfolgten betreut wurde. Erst 1970 wurde die erste von der Republik Österreich in Auftrag gegebene Ausstellung eröffnet. Mit den Entwicklungen der 1980er-Jahre, der Aufgabe der Opferthese und dem immer breiteren Bewusstsein für Österreichs Mitverantwortung an den Verbrechen des Nationalsozialismus erfuhr Mauthausen, aber auch andere Gedenkorte wie Ebensee und Gusen, einen Zuwachs an Aufmerksamkeit und BesucherInnen – erst damit war die Grundlage zur Etablierung des 5. Mai als nationalen Gedenktag gegeben.

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