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26. Oktober

HISTORISCHER BEZUGSPUNKT: Vorläufer zum österreichischen Nationalfeiertag

Die Republik Österreich begeht am 26. Oktober ihren Nationalfeiertag. Dieses Datum bezieht sich auf Ereignisse aus dem Jahr 1955. Österreich hatte auch während der Ersten Republik Nationalfeiertage, die die bewegte Geschichte der demokratischen und der undemokratischen Perioden vor dem Zweiten Weltkrieg nachzeichnen.

Gesetz vom 25. April 1919
Erklärung des 12. November und des 1. Mai als allgemeine Ruhe- und Festtage
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Quelle: ÖNB/Wien (ALEX)

Am 25. April 1919 beschloss die Nationalversammlung, den 12. November im „immerwährenden Gedenken an die Ausrufung des Freistaates Deutschösterreich“ zu einem Ruhe- und Festtag zu erklären. Am 11. November 1918 hatte Kaiser Karl I. auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften verzichtet, woraufhin am 12. November 1918 das Gesetz über die Staats- und Regierungsform „Deutschösterreichs“ (seit 1919: Österreich) beschlossen wurde.

Nach dem Ende der Demokratie und der Errichtung der Ständestaat-Diktatur in der Ersten Republik und dem Bürgerkrieg 1934 bekam Österreich einen neuen Ruhe- und Festtag, der den bisherigen ersetzte.

Verordnung der Bundesregierung vom 27. April 1934
Bestimmung des 1. Mai zum Gedenktag
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Quelle: ÖNB/Wien (ALEX)

Die neue, undemokratische Verfassung des nunmehr „Bundesstaat Österreich“ ge- nannten Landes trat am 1. Mai 1934 in Kraft. Wenige Tage zuvor, am 27. April 1934, ordnete die Bundesregierung an, den 1. Mai „zum dauernden Gedenken an die Proklamation der Verfassung 1934“ zum nationalen Feiertag zu machen. Gleichzeitig wurde der bisherige Feiertag am 12. November gestrichen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Sieg der Alliierten über das nationalsozialistische Deutschland erklärte sich Österreich für unabhängig, die Republik wurde wiederhergestellt (siehe 8./9. Mai). Österreich war unabhängig, aber nicht souverän. Das Land stand bis 1955 unter Hoheit der alliierten Besatzungskräfte.

Abkommen über die Alliierte Kontrolle in Österreich (Erstes Kontrollabkommen)
4. Juli 1945
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in: Verosta, Stephan: Die internationale Stellung Österreichs. Eine Sammlung von Erklärungen und Verträgen aus den Jahren 1938 bis 1947. Wien: Manzsche, 1947. S. 66-71.

Im ersten von mehreren Kontrollabkommen wurden die Bedingungen der alliierten Verwaltung Österreichs nach Kriegsende festgeschrieben. Es war die Grundlage für die Organisation der zehnjährigen Besatzung in Österreich und regelte die alliierten Organe und deren Beziehung zu den österreichischen.

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