Station 2: Einwanderungsland Österreich

Österreich ist ein Einwanderungsland. Seit 1983 ist der Wanderungssaldo jedes Jahr positiv. Ein Blick auf die Statistik zeigt das auch: 2019 hatten 23,7 % der EinwohnerInnen Österreichs Migrationshintergrund, d. h. ihre beiden Elternteile sind im Ausland geboren. In Wien ist der Anteil fast doppelt so hoch. Ingesamt leben in Österreich 2,07 Millionen Menschen, die aus einem anderen Land stammen.

Wie setzt sich die österreichische Bevölkerung zusammen?

Diese Grafik vermittelt einen Überblick über die Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung im Jahr 2018 nach dem wissenschaftlichen Konzept des Migrationshintergrunds. Migrationshintergrund bedeutet, dass man entweder selbst oder beide Elternteile im Ausland geboren sind. Bei den hier lebenden Personen mit Migrationshintergrund wird zwischen der ersten und zweiten Migrant*innengeneration unterschieden: Etwa 18 % der österreichischen Bevölkerung gehörten zum Jahresbeginn 2021 der ersten Generation an, wurden also selbst im Ausland geboren, 6,4 % sind Teil der zweiten Generation und wurden in Österreich geboren. Insgesamt machte die Bevölkerung mit Migrationshintergrund Anfang 2021 24,4 % aus.

Die zweite Grafik zeigt die Bevölkerung 2018 nach ihrem rechtlichen Status der Staatsangehörigkeit. Anfang 2021 hatten 17,1 % der österreichischen Bevölkerung (davon 2,7 % in Österreich Geborene) keinen österreichischen Pass, 82,9 % waren österreichische Staatsbürger*innen. 20,1 % der Bevölkerung waren im Ausland geboren worden, davon 5,7 % mit österreichischer Staatsangehörigkeit.

Beide Kategorien – Migrationshintergrund und Staatsangehörigkeit – werden immer wieder verwendet, um den Anteil von Migrant*innen in der Bevölkerung zu benennen. Du siehst also, dass es gar nicht so einfach ist, Migration in Zahlen zu fassen. Eine wichtige Frage wird dabei gar nicht beachtet: Wie definieren sich die so bezeichneten Menschen selbst?

Die Entwicklung Österreichs zum Einwanderungsland lässt sich besonders am Anteil von Ausänder*innen erkennen, der in den letzten Jahrzehnten von rund 1 % auf 17,1 % gewachsen ist.

Die Grafik zeigt wichtige Herkunftsländer von Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft zum Stichtag 1. Jänner 2019. Die meisten Personen, die zu Beginn 2021 in Österreich lebten und eine ausländische Staatsbürgerschaft hatten, kamen aus Deutschland (208.732). Ihnen folgen Personen, die aus Rumänien (131.824), Serbien (121.990), Türkei (117.580), Bosnien und Herzegowina (96.990), Ungarn (91.395), Kroatien (89.007) und Polen (65.604) kommen.

Woher und warum kommen Zuwanderer nach Österreich?

Die Grafik zeigt am Beispiel des Jahres 2018, aus welchen Gründen Menschen aus dem Ausland nach Österreich kamen. Insgesamt zogen 146.900 Personen aus dem Ausland nach Österreich. Im gleichen Zeitraum verließen 111.600 Menschen das Land wieder. Das ergibt einen positiven Wanderungssaldo von 35.300 Menschen für 2018. Die größte Gruppe stellten Binnenmigrant*innen aus der EU/EWR und der Schweiz (87.800) dar. Ihr folgen österreichische Staatsangehörige, die aus dem Ausland zurückkehren (15.800), Asylwerber*innen (13.700), der Familiennachzug aus Nicht-EU-Staaten (13.100), weiterer Zuzug aus Nicht-EU-Staaten (12.100), Saisonarbeiter*innen (2.700) und Schlüsselarbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten (1.900).

Wusstest du…

… dass es knapp 580.000 Auslandsösterreicher*innen gibt? Das heißt, sie haben die österreichische Staatsbürgerschaft, leben aber im Ausland.

Diskussionsaufgabe

Wie viele Einwanderer und Einwanderinnen braucht Österreich? Was meinst du dazu?

Quellen

  • Statistik Austria (2021): Statistisches Jahrbuch Migration und Integration. Zahlen, Daten, Indikatoren 2021. Erstellt von Statistik Austria, Wien.