zur normalen Ansicht

Bildstrategien > Wirtschaft 

 

Die Frau, die bewegt
Die Frau, die bewegt
Wahlplakat der Grünen für die Nationalratswahl vom 17. Dezember 1995.
Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Die Eckpunkte des Wirtschaftsprogramms der Grünen im Wahlkampf 1995 wurden im Zusammenhang mit dem zuständigen Bereichssprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, und der Spitzenkandidatin der Partei im Wahlkampf 1995, Madeleine Petrovic, plakatiert.

Hier heißt es in Zusammenhang mit Alexander Van der Bellen: "Menschlich rechnen - Für eine sozial gerechte Budgetkonsolidierung / Für eine ökologische Steuerreform / Umweltstandort Österreich: Neue Chancen für die Wirtschaft". Auf dem Plakat, das Madeleine Petrovic, "die Frau, die bewegt", zeigt, heißt es: "Für ein sozial gerechtes Budget/ Für mehr Mut zur Menschlichkeit/ Für ein ökologisches Wirtschaftswunder/ Für Emanzipation und BürgerInnenrechte." Auf einen analogen Wahlplakat mit Monika Langthaler, der Umweltsprechern in der Partei, steht hingegen: "Das ökologische Wirtschaftswunder - Für den Zukunftsmarkt Umweltschutz / Für Abfallvermeidung und erneuerbare Energien / 25.000 neue Arbeitsplätze durch Umweltschutz".

Deutlich wird aus diesen drei Plakaten, die alle denselben Aufbau verfolgen, dass sozial- und umweltpolitische Aspekte in der Wahlkampfkommunikation der Grünen zusammen gehen. Im Gegensatz zum Schüssel-Ditz-Kurs der ÖVP konnten die Grünen einer Budgetsanierung durch Kürzungen von Sozialleistungen nichts abgewinnen.

Deutlich wird auf dem abgebildeten Plakat auch die seit den 1970-er Jahre immer stärkere Personalisierung im Wahlkampf: Die deutliche Konzentration auf die Grüne Spitzenkandidatin zeigt sich anhand des Slogans "Die Frau, die bewegt" und der Affichierung des Portraitbilds Madeleine Petrovics. Petrovic steht hier für alle Inhalte, die die Grünen im Wahlkampf 1995 kommunizieren wollten: Umweltschutz/Ökologie, Ökosoziale Marktwirtschaft und Menschlichkeit.

Anzumerken ist auch die seit den 1970-er Jahren zunehmende Personalisierung im Wahlkampf, wobei die Grünen - im Gegensatz zu den anderen Parteien - nicht nur ihre Spitzenkandidatin in den Mittelpunkt stellten, sondern auch den einzelnen BereichssprecherInnen ein gewisser Raum gelassen wurde.

Zur Nationalratswahl vom 17. Dezember 1995:

Die nach der Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994 gebildete große Koalition hatte keinen langen Bestand. Nachdem Wolfgang Schüssel am 22. April 1995 Erhard Busek nach einem innerparteilichen Machtkampf als ÖVP-Obmann ablöste und am 4. Mai 1995 auch seine Nachfolge als Vizekanzler (sowie als Nachfolger von Alois Mock auch als Außenminister) angetreten hatte, initiierte Schüssel angesichts massiver Budgetprobleme vorzeitige Neuwahlen, die am 17. Dezember durchgeführt wurden. Die Hoffnung, die ÖVP zur stimmenstärksten Partei zu machen, ging jedoch nicht in Erfüllung - im Gegenteil, die ÖVP verlor sogar ein Mandat, während die SPÖ sechs Mandate dazu gewinnen konnte. Bundeskanzler Vranitzky brachte diese Wahl, die neuerlich zur Bildung einer großen Koalition führte, das beste Ergebnis seiner Kanzlerschaft ein

Von den insgesamt 13 Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grünen - Die Grüne Alternative, Liberales Forum - Heide Schmidt, Vereinte Grüne Österreichs - Liste Adi Pinter, KPÖ, Bürgerliche Grüne Österreichs, Freie Demokraten - Die Liberalen, Verband der Sozialversicherten Bürgerlisten und Unabhängige, Nein - Bürgerinitiative gegen den Verkauf Österreichs, Christliche - Wähler - Gemeinschaft, Österreichische Naturgesetz-Partei, Fritz Georg, Die Beste Partei) schafften fünf Parteien den Einzug in den Nationalrat: SPÖ 38,1% (1,843.679) der abgegebenen Stimmen bzw. 71 Mandate, ÖVP 28,3% (1,370.497) der abgegebenen Stimmen und 53 Mandate, FPÖ 21,9% (1,060.175) der abgegebenen Stimmen und 40 Mandate, Die Grünen 4,8% (233.232) der abgegebenen Stimme und 9 Mandate, LIF 5,5% (267.078) der abgegebenen Stimmen und 10 Mandate.

© Demokratiezentrum Wien

Demokratiezentrum Wien
Hegelgasse 6 / 5, A - 1010 Wien
Tel.: +43 / 1 / 512 37 37, Fax.: +43 / 1 / 512 37 37-20
office@demokratiezentrum.org