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Den Aufschwung wählen!
Den Aufschwung wählen!
Wahlplakat der ÖVP für die Nationalratswahl vom 7. Oktober 1990.
Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Aufschwung und Zukunft prägten der Wahlkampf der ÖVP 1990. Verbunden sollte dies mit "weniger Sozialismus" sein, wie dies auch aus dem "erweiterten Parteilogo", das Teil aller Plakate war, hervorgeht.

Dass der Aufschwung v.a. auch wirtschaftlich konotiert sein sollte, ergibt sich nicht nur aus der inhaltlichen Ausrichtung der Partei, in der wirtschaftspolitische Fragen traditionell eine zentrale Rolle spielen. Zu berücksichtigen sind auch eine im Gegensatz zu den vorher gehenden Wahlen verbesserte Arbeitsmarktlage, eine gestiegene Wachstumsrate, eine zumindest konsolidierte Budgetsituation sowie Sanierungserfolge in der Verstaatlichten Industrie, die die ÖVP für sich in Anspruch nehmen wollte und die - so ihre Plakatbotschaft - durch ihre Wahl gesichert werden sollten. Mit dem "Aufschwung" sollte 1990 seitens der ÖVP in wirtschaftlicher Hinsicht das von Parteiobmann Riegler propagierte Konzept der ökosozialen Marktwirtschaft gewählt werden. Der wirtschaftliche Fortschritt der letzten Jahre wurde - wie das Wahlergebnis zeigt - aber vielmehr der SPÖ, die auch den Finanzminister stellte, und Bundeskanzler Vranitzky zugerechnet.

Mit ihrer Plakatgestaltung kommunizierte die ÖVP 1986 positive dynamische Forderungen und Zukunftsperspektiven. Auf dem abgebildeten Plakat zeigt Josef Riegler direkt mit dem Zeigefinger auf die BetrachterInnen. Rieglers Gestik wird mit dem Slogan "Den Aufschwung wählen!" unterstrichen. Eine Sprechblase auf rotem Hintergrund bekräftigt diesen Slogan: "Mit uns ist er sicher". Im Hintergrund des Plakats weht eine rot-weiß-rote Fahne, die einen Österreichbezug und Dynamik symbolisieren soll. Sie unterstreicht die Botschaft von Dynamik und Aufschwung auf visueller Ebene.

Besonders durch das "erweiterte Parteilogo" "Mehr Zukunft, weniger Sozialismus" zeigt sich aber auch ein ausgeprägter Feinbilddiskurs auf den Plakaten der Partei. Das Feindbild Sozialismus, der einer positiven Zukunft entgegensteht, wird auf allen Plakaten angesprochen.

Zur Nationalratswahl vom 7.Oktober 1990:

Bei der Nationalratswahl vom 7. Oktober 1990 kandidierten folgende Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, KPÖ, Die Grüne Alternative - Grüne im Parlament, Vereinte Grüne Österreichs/das Umwelt-Bürgerforum, Verband der Sozialversicherten, Christliche Wähler-Gemeinschaft, Christdemokratische Partei, Wahlplattform der Grauen Österreichs, Fritz Georg. Den Einzug in den Nationalrat schafften vier Parteien: die SPÖ mit 42,8% (2,012.787) der abgegebenen Stimmen bzw. 80 Mandaten, die ÖVP mit 32,1% (1,508.600) der abgegebenen Stimmen bzw. 60 Mandaten, die FPÖ mit 16,6% (782.648) der abgegebenen Stimmen bzw. 33 Mandaten, die GAL mit 4,8 % (225.084) der abgegebenen Stimmen bzw. 10 Mandaten. Der Wahl folgte die Bildung einer SPÖ-ÖVP-Koalitionsregierung.

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