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Weil jeder Mensch zählt.
Weil jeder Mensch zählt.
Wahlplakat der SPÖ für die Nationalratswahl vom 24. November 2002
Quelle: Österreichische Nationalbibliothek, Flugblätter-, Plakate- und Exlibris-Sammlung
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Das wichtigste Thema der SPÖ im Wahlkampf 2002 war jenes der Menschlichkeit, was sich in ihrem zentralen Wahlslogan "Weil der Mensch zählt" niederschlug. Dieser wurde auf den Wahlplakaten der SPÖ jeweils in unmittelbarer (örtlicher) Nähe zum Parteilogo plakatiert, wodurch auf den Wahlplakaten der SPÖ eine direkte Beziehung zwischen der Partei und Menschlichkeit hergestellt wurde und sie hiermit auf die "soziale Kälte" der Regierung reagierte.

Näher exemplifiziert wurde das "Generalthema" Menschlichkeit auf einer Serie von Text-/ Bildplakaten, die verdeutlichen, in welchen Bereichen die SPÖ für Menschlichkeit eintreten wollte: im Gesundheitsbereich, bei den Pensionen und bei den Arbeitsplätzen, wodurch sich die Partei das Image einer stark an sozialen Themen orientierten Partei gab .

Zum zentralen Botschaftsträger auf den Wahlplakaten wurde jeweils der SPÖ-Spitzenkandidat Alfred Gusenbauer gemacht, der den WählerInnen auch persönlich mit seinem Wort die Einhaltung der Wahlaussagen verspricht.

Neben Gusenbauer spielten - v.a. gegen Ende des Wahlkampfes - die drei QuereinsteigerInnen der SPÖ, Gertraud Knoll, Josef Broukal und Wolfgang Petritsch, eine gewisse Rolle. Auf dem abgebildeten Plakat werden diese und Gusenbauer sowie die anderen abgebildeten Personen als siegessicheres Team dargestellt, wobei die Abbildung eines Teams im SPÖ-Wahlkampf 2002 eine Ausnahme darstellt.

Zu Alfred Gusenbauer:

Alfred Gusenbauer wurde 1960 in St. Pölten geboren und wuchs in Ybbs an der Donau auf. Er studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Rechtswissenschaften an der Universität Wien und war bereits als Student in der SPÖ aktiv (er war von 1984 bis 1990 Bundesvorsitzender der Sozialistischen Jugend). 1981 bis 1990 war er Angestellter der SPÖ, von 1990 bis 1999 Angestellter der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich und danach Landesgeschäftsführer der SPÖ Niederösterreich. 1991 zog er für die SPÖ in Bundesrat und 1993 in den Nationalrat ein. Seit 2000 ist Alfred Gusenbauer Bundesparteivorsitzender der SPÖ und Klubvorsitzender der Sozialdemokratischen Parlamentsfraktion.

Quelle: http://www.parlinkom.gv.at, 14.7.2006

Zur Nationalratwswahl vom 24. November 2002:

Bei den vorzeitigen Nationalratswahlen vom 24. November 2002 kandidierten insgesamt neun Parteien: SPÖ, FPÖ, ÖVP, Die Grünen, KPÖ, LIF, Die Demokraten, Christliche Wählergemeinschaft (CWG) und Sozialistische Linkspartei (SLP). Den Einzug in den Nationalrat schafften vier Parteien.

Die SPÖ erreichte 36,51% (1.792.499) der abgegebenen Stimmen und 69 Mandate, die ÖVP 42,30% (2.076.833) der abgegebenen Stimmen und 79 Mandate, die FPÖ 10,01% (491.328) der abgegebenen Stimmen und 18 Mandate und die Grünen 9,47% (464.980) der abgegebenen Stimmen und 17 Mandate.

Maßgeblich für die Abhaltung verfrühter Nationalratswahlen im Spätherbst 2002 waren v. a. innerparteiliche Konflikte in der FPÖ, die Bundeskanzler Schüssel dazu bewogen, am 9. September 2002 Neuwahlen für Ende des Jahres anzukündigen. Nachdem die FPÖ bereits während der gesamten Regierungszeit der schwarz-blauen Koalition mit der Umstellung von einer Oppositions- zu einer Regierungspolitik zu kämpfen hatte (hohe Fluktuation unter ihren MinisterInnen, unterschiedliche Positionen hinsichtlich einer "gemäßigten" Regierungspolitik und dem damit verbundenen Abgehen von einer aggressiven Oppositionspolitik), war die Situation auf dem Sonderparteitag in Knittelfeld am 8. September 2002 eskaliert. Hier kam es zu einer "Abrechnung" mit der Regierungspolitik und einem innerparteilichen "Putsch" gegen die "gemäßigten", "Konsens orientierten" FPÖ-Regierungsmitglieder, Vizekanzlerin Riess-Passer, Finanzminister Grasser, Klubobmann Westenthaler und Infrastrukturminister Mathias Reichhold, worauf Riess-Passer, Grasser und Westenthaler sowie später auch Reichhold ihren Rücktritt erklären und Bundeskanzler Schüssel am 9. September 2002 Neuwahlen für Ende November 2002 ankündigte.

Nach den Wahlen, bei denen die ÖVP v. a. auch deswegen als Siegerin hervorging, weil sie unmittelbar vor dem Wahlgang den in der Öffentlichkeit beliebten Finanzminister Grasser als ihren Kandidaten vorstellen konnte, führte die ÖVP zwar mit allen Parteien (SPÖ, Grüne, FPÖ) Sondierungsgespräche, bildete schlussendlich aber neuerlich eine Koalition mit der FPÖ. Die Machtverhältnisse in der neuen schwarz-blauen Regierung hatten sich jedoch entschieden verändert - einerseits dadurch, dass die FPÖ massiv an Stimmen verloren hatte, andererseits dadurch, dass die FPÖ durch die jüngsten Vorfälle auch in personeller Hinsicht geschwächt war (noch während des Wahlkampfes wechselte die Parteispitze mehrfach: auf Riess-Passer folgte kurzfristig Mathias Reichhold sowie dann Herbert Haupt) - weshalb die Vermutung nahe liegt, dass ÖVP-Obmann Schüssel die Schwächesituation der FPÖ ausnützten wollte, um das innerkoalitionäre Kräfteverhältnis neu zu bestimmen.

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