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Die Volkspartei in der Regierung
Die Volkspartei in der Regierung
Wahlplakat der ÖVP für die Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994
Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Spitzenkandidat der ÖVP bei der Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994 war Erhard Busek. Im Vergleich zur SPÖ, die Bundeskanzler Franz Vranitzky stark auf ihren Plakaten einsetzte, spielte Busek auf jenen der ÖVP jedoch eine weniger bedeutende Rolle.

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stand vielmehr die Partei selbst, die sich als "Kraft der Mitte" propagierte und die WählerInnen dazu aufforderte, sich den Machtausgleich, Leistung oder Kontrolle in die Regierung zu wählen, da sie "der starke Partner, die treibende Kraft in der Regierung? sei und hier für Verlässlichkeit und Wettbewerb stehe. Zentral für sie war die Frage des Machtausgleichs (in der Regierung), die zur wichtigsten Motivation der WählerInnen werden sollte.

Auffallend ist der dominante Einsatz der Farbe Rot auf den ÖVP-Wahlplakaten, die sonst zum symbolischen Inventar der SPÖ gehört, weshalb sich die Frage aufdrängt, ob hier in symbolischer Hinsicht versucht wurde, WechselwählerInnen anzusprechen. Bemerkenswert ist zudem das Fehlen eines Parteilogos.

Zu Erhard Busek:

Erhard Busek wurde 1941 in Wien geboren. Er studierte Jus und übte hiernach verschiedene Funktionen im Wirtschaftsbund, der Wiener Landesregierung, der ÖVP und österreichsichen Bundesregierung aus: Von 1964 bis 1968 war er zweiter Klubsekretär im ÖVP-Parlamentsklub, 1969-72 stellvertretender Generalsekretär und 1972-76 Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes, 1975/76 ÖVP-Generalsekretär, von 1976 bis 1989 Landesparteiobmann der Wiener ÖVP, von 1991 bis 1995 Bundesparteiobmann der Österreichischen Volkspartei, von 1976 bis 1978 und von 1987 bis 1989 Mitglied der Wiener Landesregierung, von 1978 bis 1983 Wiener Gemeinderatsmitglied und Abgeordneter zum Wiener Landtag, von 1978 bis 1987 Vizebürgermeister und Landeshauptmann-Stellvertreter von Wien, von 1975 bis 1978 Abgeordneter zum Nationalrat, von 1989 bis 1994 Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, 1995 Bundesminister für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten und von 1991 bis 1995 Vizekanzler. Seit 1995 ist Busek Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa, 2000-2001 war er Regierungsbeauftragter für die EU-Osterweiterung, Seit 2002 Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa. Busek wird zum katholisch-liberalen Flügel der ÖVP gezählt.

Quelle: http://www.wienerzeitung.at/linkmap/personen/busek.htm, 14.7.2006,
http://www.aeiou.at, 14.7.2006, http://www.parlinkom.gv.at, 14.7.2006.

Zur Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994:

Ber der Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994 kandidierten folgende Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grüne Alternative, LIF, KPÖ, VGÖ/Vereinte Grüne Österreichs, BGÖ/Bürgerliche Grüne Österreichs - Freie Demokraten und ÖNP - Österreichische Naturgesetz-Partei), Nein - Bürgerinitiative gegen den Verkauf Österreichs, Christliche - Wähler - Gemeinschaft, Fritz Georg, Die Beste Partei.

Den Einzug in den Nationalrat schafften folgende Parteien: SPÖ 34,9% (1,617.804) der abgegebenen Stimmen und 65 Mandate, ÖVP 27,7% (1,281.846) der abgegebenen Stimmen und 52 Mandate, FPÖ 22,5% (1,042.332) der abgegebenen Stimmen und 42 Mandate, Die Grünen - Die Grüne Alternative 7,3% (338.538) und 13 Mandate, Liberales Forum Heide Schmidt -6% (276.580) der abgegebenen Stimmen und 11 Mandate.

Die nach den Wahlen durchgeführten Regierungsverhandlungen führten neuerlich zur Bildung einer Großen Koalition aus SPÖ und ÖVP. Sie dauerte jedoch nur ein Jahr, weshalb 1995 erneut Nationalratswahlen durchgeführt wurden.

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