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Sie sind gegen ihn, weil er für Euch ist.
Sie sind gegen ihn, weil er für Euch ist.
Wahlplakat der FPÖ für die Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994
Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Den Nationalratswahlkampf 1994 führte die FPÖ unter dem Motto "Einfach ehrlich, einfach Jörg". Hierdurch erklärt sich auch die große Bedeutung des Themas Ehrlichkeit sowie jene des Spitzenkandidaten Jörg Haider im Wahlkampf. Transportiert wurde das Thema Ehrlichkeit und die Bedeutung von Haider im Wahlkampf aber auch mit den Slogans "Er sagt, was wir denken" bzw. "Sie sind gegen ihn, weil er für Euch ist." Inszeniert wurde Haider, der eindeutig im Zentrum der FPÖ-Wahlwerbung 1994 stand, in allen Fällen als ein Politiker, der ein offenes Ohr für die ÖsterreicherInnen, den "kleinen Mann", hat und sich für diese - wie einst Robin Hood in Sharewood Forest - gegen die beiden großen Parteien SPÖ und ÖVP einsetzt. Haider, der mit den ÖsterreicherInnen per Du ist (so ist im abgebildeten Slogan von "Euch" die Rede) wird sowohl als einer der ihren, des Volkes, als auch Heil bringender und kampfesmutiger Held inszeniert, der sich siegessicher gegen SPÖ und ÖVP stellt.

Zu Jörg Haider:

Jörg Haider wurde 1950 in Bad Goisern geboren. Der gelernte Jurist war von 1970-1974 Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Jugend, von 1976-1983 FPÖ-Landesparteisekretär in Kärnten, seit 1983 Landesparteiobmann, 1983-1986 Landesrat in Kärnten und von 1989-1991 (Abwahl aufgrund seiner Äußerung über die "ordentliche Beschäftigungspolitik im Dritten Reich") und wiederum seit 1999 Landeshauptmann von Kärnten. 1979-1983, 1986-1989 und 1992-1999 war Haider Abgeordneter zum Nationalrat, 1986-1989 und 1992-1999 auch Klubobmann der FPÖ. 1986-2000 war er Bundesparteiobmann der Freiheitlichen Partei Österreichs. Unter der Leitung Jörg Haiders verzeichnete die FPÖ bis zum Regierungseintritt 2000 einen kontinuierlichen starken Stimmenzuwachs. Die Bildung der ÖVP-FPÖ-Koalition 2000 führte aufgrund des Rechtspopulismus der FPÖ sowohl im Inland als auch im Ausland zu Protesten (Maßnahmen der EU-14). Haider trat, um die Koalition nicht zu gefährden, als Parteivorsitzender zurück. Im April 2005 gründet er zusammen mit anderen FPÖ-Mitgliedern das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ), worauf er aus der FPÖ ausgeschlossen wurde. Zuletzt ist Haider durch seine Weigerung, eine Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes umzusetzen, wonach mehr zweisprachige Ortstafeln in Kärnten aufgestellt werden müssen, international aufgefallen.

Quellen: http://www.wienerzeitung.at/linkmap/personen/haider.htm, 14.7.2006, http://www.aeiou.at, 14.7.2006, http://www.parlinkom.gv.at, 14.7.2006.

Zur Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994:

Ber der Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994 kandidierten folgende Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grüne Alternative, LIF, KPÖ, VGÖ/Vereinte Grüne Österreichs, BGÖ/Bürgerliche Grüne Österreichs - Freie Demokraten und ÖNP - Österreichische Naturgesetz-Partei), Nein - Bürgerinitiative gegen den Verkauf Österreichs, Christliche - Wähler - Gemeinschaft, Fritz Georg, Die Beste Partei.

Den Einzug in den Nationalrat schafften folgende Parteien: SPÖ 34,9% (1,617.804) der abgegebenen Stimmen und 65 Mandate, ÖVP 27,7% (1,281.846) der abgegebenen Stimmen und 52 Mandate, FPÖ 22,5% (1,042.332) der abgegebenen Stimmen und 42 Mandate, Die Grünen - Die Grüne Alternative 7,3% (338.538) und 13 Mandate, Liberales Forum Heide Schmidt - 6% (276.580) der abgegebenen Stimmen und 11 Mandate.

Die nach den Wahlen durchgeführten Regierungsverhandlungen führten neuerlich zur Bildung einer Großen Koalition aus SPÖ und ÖVP. Sie dauerte jedoch nur ein Jahr, weshalb 1995 erneut Nationalratswahlen durchgeführt wurden.

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