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Die Unbestechlichen
Die Unbestechlichen
Wahlplakat der FPÖ für die Nationalratswahl vom 7. Oktober 1990
Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Wesentliche Themen im Wahlkampf der FPÖ 1990 waren Zukunft, Veränderung und Freiheit. Umgesetzt wurden diese etwa in Slogans wie "1990 freiheitlich", "Die Kraft der Erneuerung" oder die "Die Unbestechlichen".

Eines der bekanntesten Wahlplakate aus dem Wahlgang 1990 zeigt Norbert Gugerbauer, Jörg Haider und Heide Schmidt leger gekleidet, in den Bergen vor einer mächtigen Bergkulisse an einem etwas Wolken verhangenen Spätsommertag. Hier, wie auch auf jenem Plakat, das nur Jörg Haider und Norbert Gugerbauer in den Bergen zeigt, sollen also die Berge sowie der durch die Haare der Abgebildeten wehende Wind ein Gefühl von Freiheit vermitteln. Der Titel "Die Unbestechlichen" nimmt hingegen implizit ein Thema voraus, das die FPÖ-Wahlkämpfe der nächsten Jahre bestimmen sollte: jenes der Ehrlichkeit, verstanden vor allem als Ehrlichkeit (Solidarität gegenüber den WählerInnen). Inszeniert wurden die abgebildeten AkteurInnen als scheinbar gleichberechtigtes Team. Suggeriert wurde ein Zusammenhalt, der auch die WählerInnen einschließen sollte. Die Solidarisierung galt somit auch diesen.

Freiheit - aber auch Lebensfreude, Dynamik und Jugendlichkeit - symbolisieren sollte auch der wiederholt vorkommende blau-gelbe Schmetterling, der wie das klassische FPÖ-Logo, das in rot und blau gehaltene "F", 1990 zu einem zweiten Parteilogo wurde.

Zur Nationalratswahl vom 7. Oktober 1990:

Bei der Nationalratswahl vom 7. Oktober 1990 kandidierten folgende Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, KPÖ, Die Grüne Alternative - Grüne im Parlament, Vereinte Grüne Österreichs/das Umwelt-Bürgerforum, Verband der Sozialversicherten, Christliche Wähler-Gemeinschaft, Christdemokratische Partei, Wahlplattform der Grauen Österreichs, Fritz Georg. Den Einzug in den Nationalrat schafften vier Parteien: die SPÖ mit 42,8% (2,012.787) der abgegebenen Stimmen bzw. 80 Mandaten, die ÖVP mit 32,1% (1,508.600) der abgegebenen Stimmen bzw. 60 Mandaten, die FPÖ mit 16,6% (782.648) der abgegebenen Stimmen bzw. 33 Mandaten, die GAL mit 4,8 % (225.084) der abgegebenen Stimmen bzw. 10 Mandaten. Der Wahl folgte die Bildung einer SPÖ-ÖVP-Koalitionsregierung.

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