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A wie AKH
A wie AKH
Wahlplakat der FPÖ für die Nationalratswahl vom 24. April 1983
Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Ein wesentliches Thema im Wahlkampf der FPÖ 1983 war die Kritik an den "SPÖ-Skandalen" der letzten Jahre, die sie in einer eigenen Plakatserie von "A-Z" inszenierte. So heißt es etwa "A wie AKH", "B wie Bauring", "C wie Club 45", "E wie EBS - Entsorgungsbetriebe Simmering", "K wie Konferenzzentrum", "F wie Flötzersteig-Autobahn", "P wie Parteibuchwirtschaft" oder "R wie Rinter-Mistzelt", aber auch "H wie Hirnschall" oder "S wie Steger", wobei die einzelnen Buchstaben und ihre Erklärung in ihrer Gestaltung an Informationsschilder erinnern, wie sie im Straßenverkehr etwa zur Ankündigung für Spitäler (H für Hospital) bestehen.

Unter den Buchstaben heißt es jeweils - und das quer gestellt "Wieviel schöner wäre unser Wien ohne diese Skandale" bzw. im Falle von "H wie Hirnschall" "Damit uns morgen viele Skandale erspart bleiben" sowie bei "S wie Steger" "Damit sich Fleiß und Können morgen wieder lohnen". Mit dem Bezug auf die Form eines Verkehrsschildes sollten diese Plakate einerseits durch die von ihnen ausgehende Signalwirkung Aufmerksamkeit auf sich ziehen und andererseits - wie etwa im Falle der Hirnschall-Steger-Plakate anzeigen, wohin der Weg geht.

Als neues Logo verwendete die Partei ein "F", das in ein an den Ecken abgerundetes weißes Quadrat montiert wurde und sich aus einem blauen, horizontalen Stamm und zwei roten Strichen (Flügeln) zusammensetzt, wobei ersterer wohl Bestand assoziiert, letztere dagegen durch den symmetrische 45-Grad-Anstieg die politisch erforderliche Dynamik symbolisieren sollte. Präzisiert wurde das Logo durch den zusätzlich im Quadrat positionierten erklärenden Schriftzug "FPÖ". Mit der Verwendung der Farbe Blau im Logo knüpfte die Partei an ihre Symbolpolitik der letzten Jahre an.

Zur Nationalratswahl vom 24. April 1983:

Bei der Nationalratswahl vom 24. April 1983 kandidierten folgende Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, KPÖ, Vereinte Grüne Österreichs ? Liste Tollmann, Alternative Liste Österreich, Österreich-Partei und Ausländer-Halt-Bewegung. Den Einzug in den Nationalrat schafften SPÖ, ÖVP und FPÖ. Die SPÖ erreichte 2,312.529 bzw. 47,6% der abgegebenen Stimmen (90 Mandate), die ÖVP erreichte 2,097.808 bzw. 43,2% der abgegebenen Stimmen (81 Mandate), die FPÖ 241.789 bzw. 5% der abgegebenen Stimmen (12 Mandate).

Mit diesem Ergebnis verlor die SPÖ ihre absolute Mehrheit an Stimmen und Mandaten. Bundeskanzler Kreisky zog sich aus der Politik zurück und machte Fred Sinowatz zu seinem Nachfolger, der eine "kleine" Koalition mit der FPÖ bildete. Später folgte Sinowatz Kreisky auch an die Spitze der Partei nach.

Maßgeblich für das schlechte Abschneiden der SPÖ 1983 waren eine Reihe von Skandalen, die auch in den Medien breit behandelt worden waren (AKH-Skandal, Androsch-Kreisky-Konflikt, Noricum, Lucona etc.) sowie das zunehmend negativer werdende Image der SPÖ - stand die SPÖ Anfang der 1970-er Jahre für Modernität, Veränderung, Dynamik und Schwung, war ihr Image gegen Ende des Jahrzehnts immer stärker von negativen Komponenten wie Privilegienwirtschaft und Korruption (siehe Club 45), Misswirtschaft (siehe Verstaatlichte Industrie), Abgehobenheit (siehe Mallorca-Fraktion) und Verkrustetheit bestimmt.

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