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Heimat statt Schüssel und Brüssel
Heimat statt Schüssel und Brüssel
Wahlplakat der FPÖ für die Nationalratswahl vom 1. Oktober 2006
Quelle: Österreichische Nationalbibliothek, Flugblätter-, Plakate- und Exlibris- Sammlung

Die FPÖ setzte im Wahlkampf 2006 unter ihrem neuen Parteiobmann und Spitzenkandidaten H.C. Strache so aggressiv wie selten zuvor auf das "AusländerInnen-Thema". Slogans, die die FPÖ 2006 affichierte, waren etwa "Daham statt Islam", "Deutsch statt nix versteh`n", "Österreich zuerst" oder auch "Heimat statt Schüssel und Brüssel", womit sie ein zweites (als klassisch für die FPÖ zu bezeichnendes) Wahlkampfthema, die Ablehnung der EU, ansprach und mit der Ablehnung von AusländerInnen und EU ihre scheinbare Solidarität mit der "Heimat Österreich" argumentierte.

Der Spitzenkandidat der Partei, H.C. Strache, wurde auf den Plakaten der FPÖ als "Der Patriot" beworben. Fixer Bestandteil der Plakate war neben den Portraits Straches auch der Slogan "Wir für Euch" bzw. "Er für Euch", was an die Wahlkämpfe der FPÖ aus den 1990er Jahren erinnert, als Jörg Haider u.a. mit den Slogans "Er sagt, was wir denken" und "Sie sind gegen ihn, weil er für Euch ist" plakatiert wurde. Wie damals wurde auch 2006 von der FPÖ das vertrauliche "Du" bzw. "Euch" gegenüber den potentiellen WählerInnen verwendet.

Als weitere Kontinuität ist auffallend, dass die Partei auch unter ihrem neuen Obmann H.C. Strache das alte blau-rote Logo beibehielt, an dieses - entsprechend der thematischen Ausrichtung im Wahlkampf 2006 - aber die Textbotschaft "Die soziale Heimatpartei" anschloss.

Zu Heinz-Christian Strache:

Heinz-Christian Strache wurde 1969 in Wien geboren. Er erlernte den Beruf des Zahntechnikers und war von 1993 bis 2000 als selbständiger Zahntechniker tätig, später auch als Gesellschafter einer Werbeagentur. 2005 übernahm er nach der Spaltung der FPÖ in BZÖ und FPÖ die Führung der FPÖ. Seit 2006 ist er Abgeordneter zum Nationalrat und Klubobmann des Freiheitlichen Parlamentsklubs. Zuvor übte Strache für die FPÖ auf Wiener Ebene verschiene Funktionen aus: 1991 bis 1996 war er Bezirksrat von Wien/Landstraße, 1996 bis 2006 Mitglied des Wiener Gemeinderates und Abgeordneter zum Wiener Landtag.

Strache vertritt in der Politik eine rechtspopulistische Linie. Themen, die seine Politik dominieren sind: die Warnung vor einer "Überfremdung", auch einer "Islamisierung", der "Asylmissbrauch" und ein vermeintlicher Österreichpatriotismus.

Zur Nationalratswahl vom 1. Oktober 2006:

Bei der Nationalratswahl vom 1. Oktober 2006 kandidierten bundesweit insgesamt sieben Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, BZÖ, KPÖ und die Liste Dr. Martin (MATIN), wobei fünf Parteien auch der Einzug in den Nationalrat gelang.

Stimmenstärkste Partei wurde die SPÖ mit 1.663.986 Stimmen (35,34% der abgegebenen Stimmen) und 68 Mandaten, zweitstärkste Partei wurde die ÖVP mit 1.616.493 (34,33% der abgegebenen Stimmen) und 66 Mandaten. Die Grünen wurden drittstärkste Partei mit 520.130 Stimmen (11,05% der abgegeben Stimmen) und 21 Mandaten. Die FPÖ erhielt 519.598 Stimmen (11,04% der abgegebenen Stimmen) und ebenfalls 21 Mandate, das BZÖ erreichte 193.539 Stimmen (4,11% der abgegebenen Stimmen) und sieben Mandate.

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