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Der Weg ist vorgezeichnet: Es geht bergab
Der Weg ist vorgezeichnet: Es geht bergab
Wahlplakat der ÖVP für die Nationalratswahl vom 9. Oktober 1949
Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Der Wahlkampf der ÖVP wurde 1949 - wie auch in den kommenden Jahren bis zur Wahl 1970 - in thematischer Hinsicht von den Feindbildern Kommunismus und Sozialismus bzw. der Warnung vor der "Volksdemokratie-Gefahr" bestimmt.

Inhaltlich stand - entgegen jeder politischen Realität, in der die SPÖ auf deutliche Distanz zur KPÖ ging, - die Aussage im Zentrum, wonach SPÖ und KPÖ "zwei Früchte vom selben Baum seien". So wurde unter deutlicher Verwendung der Parteisymbole von SPÖ und KPÖ (der sozialistischen Drei Pfeile und dem kommunistischen Hammer und Sichel) plakatiert, dass auch die SPÖ Österreich zu Sozialismus, Kommunismus und zur Volksdemokratie führen werde - bewahren hiervor könne die WählerInnen nur die ÖVP, die sich somit als einzig echte Verteidigerin der Demokratie darstellte.

Zur Nationalratswahl vom 9. Oktober 1949:

Bei der Nationalratswahl vom 9. Oktober 1949, bei der der Großteil der (1945 von der Wahl ausgeschlossenen) ehemaligen NationalsozialistInnen wieder wählen konnte - es handelte sich um rund 500.000 Personen, die aufgrund des Nationalsozialistengesetzes 1947 als "minderbelastet" eingestuft worden waren - kandidierten insgesamt zehn Parteien: ÖVP, SPÖ, Linksblock (Kommunistische Partei Österreichs und Linkssozialisten), WdU (VdU), Demokratische Union, Vierte Partei (Ergokraten), Demokraticna fronta delovnegna ljudstva, Demokratische Partei Österreichs, Wirtschaftspartei der Haus- und Grundbesitzer.

Den Einzug in den Nationalrat schafften ÖVP, SPÖ, KPÖ und der Verband der Unabhängigen (VdU), der bei den Nationalratswahlen als "Wahlpartei der Unabhängigen" (WdU) kandidiert hatte. Entstanden war der VdU als "Sammelbecken der Ehemaligen" (gemeint sind ehemalige NationalsozialistInnen). Erfolgt war seine Etablierung mit maßgeblicher Unterstützung der SPÖ, vor allem von Innenminister Oskar Helmer, die sich durch die Kandidierung des VdU eine Schwächung der ÖVP erhoffte.

Die einzelnen Parteien erreichten folgende Ergebnisse: ÖVP 44% bzw. 1,846.581 Stimmen, SPÖ 38,7% bzw. 1,623.524 Stimmen, Linksblock 5,1% bzw. 213.066 Stimmen, WdU 11,7% bzw. 489.273 Stimmen, Demokratische Union 0,28% bzw. 12.059 Stimmen, Vierte Partei 0,17% bzw. 7.134 Stimmen, Demokraticna fronta delovnegna ljudstva 0,004% bzw. 2.088 Stimmen. Den Einzug in den Nationalrat schafften ÖVP (77 Mandate), SPÖ (67 Mandate), Linksblock (5 Mandate) und der WdU (16 Mandate).

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