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Bürgerblock - Sozialismus
Bürgerblock - Sozialismus
Wahlplakat des LIF für die Nationalratswahl vom 17. Dezember 1995
Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Das LIF führte seinen Plakatwahlkampf 1995 mit dem Slogan "Setzen Sie ein Zeichen!" und knüpfte damit an seinen Wahlkampf 1994 an, als es hieß "Setzen wir ein Zeichen!"

Wofür das Liberale Forum ein Zeichen setzen wollte (und es auch die WählerInnen tun sollten), erläuterte es in einer Serie von schlicht gestalteten Bild- und Textplakaten, entweder mit der Abbildung von Heide Schmidt oder ohne deren Portrait: für die Bürger(-gesellschaft) und gegen den Bürgerblock, für Soziales und gegen den Sozialismus, für die Freiheit und gegen Freiheitliche, für die Wirtschaft und gegen das Verwirtschaften.

Plakatiert wurden die Entweder-Oder-Botschaften jeweils so, das mittels eines (an das Wahlkreuz erinnernden) Zeichens in Hellblau, d.h. der Parteifarbe des LIF, jeweils jener Wortteil durchgestrichen wurde, gegen den sich die Politik des LIF wendete. Visuell transportiert wurde hierdurch somit eine zweifache Botschaft: die Abwahl bestehender Politikmuster und das "Ja" zu einer neuen liberalen Politik, wobei anzumerken ist, dass mit "Sozialismus" und "Bürgerblock" Termini verwendet wurden, die SPÖ und ÖVP bezeichnen sollten, von diesen in ihrer Selbstdefinition aber nicht (mehr) verwendet wurden. Das plakatierte Feindbild des LIF bezog sich somit nicht nur auf Gegenwart und Zukunft, sondern war auch stark historisch geprägt.

Zur Nationalratswahl vom 17. Dezember 1995:

Die nach der Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994 gebildete große Koalition hatte keinen langen Bestand. Nachdem Wolfgang Schüssel am 22. April 1995 Erhard Busek nach einem innerparteilichen Machtkampf als ÖVP-Obmann ablöste und am 4. Mai 1995 auch seine Nachfolge als Vizekanzler (sowie als Nachfolger von Alois Mock auch als Außenminister) angetreten hatte, initiierte Schüssel angesichts massiver Budgetprobleme vorzeitige Neuwahlen, die am 17. Dezember durchgeführt wurden. Die Hoffnung, die ÖVP zur stimmenstärksten Partei zu machen, ging jedoch nicht in Erfüllung - im Gegenteil die ÖVP verlor sogar ein Mandat, während die SPÖ sechs Mandate dazu gewinnen konnte. Bundeskanzler Vranitzky brachte diese Wahl, die neuerlich zur Bildung einer großen Koalition führte, das beste Ergebnis seiner Kanzlerschaft ein

Von den insgesamt 13 Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grünen - Die Grüne Alternative, Liberales Forum - Heide Schmidt, Vereinte Grüne Österreichs - Liste Adi Pinter, KPÖ, Bürgerliche Grüne Österreichs, Freie Demokraten - Die Liberalen, Verband der Sozialversicherten Bürgerlisten und Unabhängige, Nein - Bürgerinitiative gegen den Verkauf Österreichs, Christliche - Wähler - Gemeinschaft, Österreichische Naturgesetz-Partei, Fritz Georg, Die Beste Partei) schafften fünf Parteien den Einzug in den Nationalrat: SPÖ 38,1% (1,843.679) der abgegebenen Stimmen bzw. 71 Mandate, ÖVP 28,3% (1,370.497) der abgegebenen Stimmen und 53 Mandate, FPÖ 21,9% (1,060.175) der abgegebenen Stimmen und 40 Mandate, Die Grünen 4,8% (233.232) der abgegebenen Stimme und 9 Mandate, LIF 5,5% (267.078) der abgegebenen Stimmen und 10 Mandate.

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