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Schluss mit den alten Hüten, wir brauchen Köpfe
Schluss mit den alten Hüten, wir brauchen Köpfe
Wahlplakat der SPÖ für die Nationalratswahl vom 25. November 1945
Quelle: Österreichische Nationalbibliothek, Flugblätter-, Plakate- und Exlibris-Sammlung

Im Plakatwahlkampf der SPÖ spielte 1945 nicht nur der Nationalsozialismus, sondern auch der autoritäre "Ständestaat" eine wesentliche Rolle. Deutlich wird dies auf dem abgebildeten Plakat, indem die Partei anhand der "alten Hüte" Zylinder (für den Kapitalismus stehend), der Hahnenschwanz-Kappe (für Heimwehr und "Ständestaat" stehend) und der braunen Kappe der SA (für den Nationalsozialismus stehend) eine Entwicklung portraitiert, die Österreich in Diktatur und Krieg geführt hat. Nun aber, da die Demokratie wieder herzustellen ist und die "Folgen" der rechten Feindeskoalition zu beseitigen sind, sind neue Köpfe - in diesem Fall jene der SPÖ - gefordert. Als letztes Element in der Reihe stehen deshalb auch die sozialistischen Drei Pfeile, die einst als Gegensymbol zum nationalsozialistischen Hakenkreuz geschaffen wurden, darüber hinaus aber eine dreifache Ablehnung (Kapitalismus, Faschismus und Reaktion) symbolisieren.

Zur Nationalratswahl vom 25. November 1945:

Bei den ersten freien Nationalratswahlen nach dem Ende des austrofaschistischen und nationalsozialistischen Regimes kandidierten mit Zustimmung der Alliierten vier Parteien: ÖVP, SPÖ, KPÖ und die Demokratische Partei Österreichs. Durchgeführt wurden die Wahlen vom 25. November 1945 aufgrund eines eigenen Wahlgesetzes, das ehemalige NationalsozialistInnen oder Mitglieder der NS-Wehrverbände - insgesamt rund 500.000 Personen - vom Wahlrecht ausschloss. Das Wahlergebnis, das vorwiegend von den Frauen bestimmt war - sie stellten mit rund 63% die Mehrheit der WählerInnen - machte die ÖVP zur stimmenstärksten Partei; die KPÖ schnitt deutlich schlechter ab, als sie es erwartet bzw. Teile der österreichischen Bevölkerung und der westlichen Alliierten befürchtet hatten.

Konkret verteilten sich die abgegebenen Stimmen folgendermaßen auf die kandidierenden Parteien: die ÖVP erreichte 1,602.227 oder 49,8% der abgegebenen Stimmen, die SPÖ erreichte 1,434.898 oder 44,6% der abgegebenen Stimmen, die KPÖ 174.257 oder 5,4% der abgegebenen Stimmen, die Demokratische Partei Österreichs 5.972 oder 0,2% der abgegebenen Stimmen.

Den Einzug in den Nationalrat schafften ÖVP (85 Mandate), SPÖ (76 Mandate) und KPÖ (4 Mandate), die eine Konzentrationsregierung bildeten, um die drängenden Probleme - Wiederaufbau von Wirtschaft, Demokratie, Verwaltung - zu lösen. Gleichzeitig bildeten die alliierte Besatzung und das Streben um eine staatliche Souveränität ein starkes Motiv für die Zusammenarbeit. Politisch entscheidend war aber auch eine prinzipielle Konsensbereitschaft der Parteieliten, die auf die Entwicklung der Ersten Republik zurückzuführen war. "Nie wieder Bürgerkrieg" war eine Lektion, die von allen gelernt worden war. Ihr Ende fand die Konzentrationsregierung mit dem Ausscheiden des kommunistischen Ministers Karl Altmann im November 1947, worauf SPÖ und ÖVP eine große Koalition bildeten.

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