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Über das Projekt Bildstrategien

Ausgehend von der enormen Bedeutung visueller Medien in der modernen Informationsgesellschaft hat sich in den letzten Jahren auch in der Politik- und Kommunikationswissenschaft die Erkenntnis durchgesetzt, dass gesellschaftsrelevante Forschung nicht auf die Analyse struktureller Gesetzmäßigkeiten in der Bildkommunikation verzichten kann.

Im Rahmen des Forschungsprojektes Politische Bildstrategien. Wahlplakate zu den Nationalratswahlen der Zweiten Republik hat das Demokratiezentrum Wien diesem Umstand Rechnung getragen und das Wahlplakat als zentrale zeitgeschichtliche Quelle untersucht.

Analysiert wurden im Rahmen des Projekts rund 1150 Wahlplakate (vorwiegend Bildplakate) der zwischen 1945 und 2002 kandidierenden Parteien, die später durch Plakate aus den Nationalratswahlgängen 2006 und 2013 ergänzt wurden. Ein Schwerpunkt in der Arbeit wurde auf die Imagepolitik der Parteien gelegt, sowohl was die Selbst- als auch die Fremddarstellung betrifft – verbunden mit der eingesetzten Symbolik und den zur Anwendung gekommenen Kommunikationsstrategien.

Analog zu Marion G. Müller, deren Untersuchungsset auf drei Ebenen angelegt ist – der Produktionsanalyse, der Produktanalyse und der Wirkungsanalyse – wurde der primäre Fokus somit auf die Produktanalyse gelegt, die vom Plakatinhalt ausgeht und die bildimmanente Bedeutung vor dem entsprechenden historisch-politischen Kontext analysiert. Die Produktionsanalyse, die die Entstehungsbedingungen und den Entstehungskontext berücksichtigt, sowie die Wirkungsanalyse, die den AdressatInnen- bzw. RezipientInnenkreis verstärkt in die Untersuchung mit einbezieht, wurden hingegen marginalisiert (Müller, Marion G., Grundlagen der visuellen Kommunikation, Konstanz 2003).

Den theoretischen Rahmen der Studie bildeten die Soziosemiotik bzw. die "visual grammar" von Kress/van Leeuwen, die von der Zeichenbezogenheit der Realität bzw. von einer wechselseitige Abhängigkeit von Wahrnehmung und Zeichenproduktionen ausgehen (Kress, Gunther / van Leeuwen, Theo, Reading Images. The Grammar of Visual Design, London 1996). Gleichzeitig fand auch die Kritische Diskursanalyse bzw. die diskurshistorische Schule nach Wodak et. al. Eingang in die Studie was den Bereich den der Plakatkonzeption zu Grunde gelegten (Kommunikations-) Strategien betrifft (Reisigl, Martin / Wodak, Ruth, Discourse and Discrimination. Rhetorics of racism and anti-Semitism, London/New York 2001).

Die im Rahmen der Studie analysierten Plakate stammen aus der Flugblätter-, Plakate- und Exlibris-Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, der Plakatsammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek sowie aus der so genannten "Fotodokumentation Kunisch", die eine in der SPÖ angelegte Fotodokumentation von Wahlplakaten der kandidierenden Parteien zwischen 1945 und 1996 bezeichnet.

Für Ihre Unterstützung möchten wir v.a. folgenden Personen danken: Mag. Marianne Jobst-Rieder, Agnes Zaunegger (Flugblätter- Plakate- und Exlibrissammlung der Österreichischen Nationalbibliothek) und Mag. Markus Feigl (Plakatsammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek) für die Zurverfügungstellung von Plakaten aus ihren Sammlungen, ihre bereitwillige Hilfe bei offenen Fragen sowie zahlreiche Informationen und Anregungen sowie SPÖ-Vorsitzendem Dr. Alfred Gusenbauer für die Zurverfügungstellung der "Fotodokumentation Kunisch".

Ermöglicht wurde das Projekt durch die finanzielle Unterstützung des bm:bwk.

Projektteam:

Mag.a Getraud Diendorfer (Projektleitung) diendorfer@demokratiezentrum.org
Mag.a. Maria Wirth, Demokratiezentrum Wien
Mag.a Dr. Ernestine Bennersdorfer, Kulturmanufaktur
Mag.a Petra Mayrhofer (Verfassung von Bildtexten)

© Demokratiezentrum Wien

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