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Im Interesse Österreichs

Quelle: Österreichische Nationalbibliothek, Flugblätter-, Plakate- und Exlibris-Sammlung

Wahlplakat der ÖVP für die Nationalratswahl vom 3. Oktober 1999

Der zentrale Spitzenkandidat im Wahlkampf der ÖVP 1999 war Wolfgang Schüssel. Dieser wurde einerseits in Verbindung mit dem Slogan "Der bessere Weg" plakatiert, womit auf den SPÖ-Wahlkampf und deren Gegenüberstellung von "falschem" und richtigem" Weg für Österreich Bezug genommen wurde. Andererseits wurde Schüssel in Kombination mit dem Plakattext "Im Interesse Österreichs" affichiert, wobei der ÖVP-Wahlkampf 1999 durch folgende Themen bestimmt war: Arbeit, Wirtschaft, Familie.

In symbolischer Hinsicht dominierte die Plakate der ÖVP 1999 lediglich das Parteilogo der ÖVP, das mit seiner integrierten wehenden rot-weiß-roten Fahne auch wesentlich das Selbstbild der ÖVP als einer Partei mit starkem Österreich-Bezug ausmachte. In formaler Hinsicht baute das Logo auf dem Parteilogo von 1995 auf, das ebenfalls ein schwarzes Textfeld - damals hieß es hier "Die neue ÖVP" - und eine wehende rot-weiß-rote Fahne umfasste. Interessant im Wahlkampf 1999, dass die ÖVP zeitweise auf die Verwendung ihres Parteilogos verzichtete und stattdessen ein kleines Portrait Schüssels, das wie ein Icon wirkte, an dessen Stelle setzte.

Zur Nationalratswahl vom 3. Oktober 1999:

Bei der Nationalratswahl vom 3. Oktober 1999 kandidierten insgesamt neun Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, LIF, Die Grünen, KPÖ, DU (Die Unabhängigen - Liste Lugner), NEIN (Nein zu NATO und EU Neutrales Österreich Bürgerinitiative) und CWG (Christliche Wählergemeinschaft).

Hiervon schafften folgende Parteien den Einzug in den Nationalrat: SPÖ: 33,2% (1,532.448) der abgegebenen Stimmen oder 65 Mandate, ÖVP: 26,9% (1,243.672) der abgegebenen Stimmen oder 52 Mandate, FPÖ: 26,9% (1,244.087) der abgegebenen Stimmen oder 52 Mandate, Die Grünen: 7,4% (342.260) der abgegebenen Stimmen oder 14 Mandate. Das LIF schaffte 1999 mit 3,65% (168.612) der abgegebenen Stimmen den Einzug in den Nationalrat nicht mehr, ebenso gelang es der erstmals kandidierenden DU (Die Unabhängigen - Liste Lugner) nicht, ins österreichische Parlament einzuziehen.

Den Wahlen folgte die Bildung einer ÖVP-FPÖ-Koalitionsregierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, der noch im Wahlkampf angekündigt hatte, bei einem Abrutschen auf den dritten Platz in Opposition zu gehen. Nach den Wahlen wurde zunächst Viktor Klima als Vorsitzender der stimmenstärksten Partei, der SPÖ, beauftragt, Sondierungs- bzw. Koalitionsgespräche zu führen. Die Gespräche zwischen SPÖ und ÖVP scheiterten jedoch aus verschiedenen Gründen (Gerüchte über Parallel-Verhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ, Widerstände der SP-Gewerkschaften, die Forderung der ÖVP nach Übernahme des Finanzressorts, wogegen sich die SPÖ wehrte, etc.), worauf FPÖ und ÖVP beschlossen - ohne Auftrag des Bundespräsidenten - Verhandlungen über eine Regierungsbildung aufzunehmen, die zu einem positiven Ergebnis führten. Innerhalb der Europäischen Union wurde dies deutlich kritisch rezipiert und führte zu den so genannten "Sanktionen" der EU-14. Nicht zuletzt deswegen, da Klima inzwischen ein zweites Mal mit der Bildung einer Regierung gescheitert war, gelobte Bundespräsident Klestil am 4. Februar 2000 die erste ÖVP-FPÖ-Regierung an.

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