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Wenn Ihr wollt, erneuern wir Österreich!

Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Wahlplakat der FPÖ für die Nationalratswahl vom 17. Dezember 1995

Bei den Nationalratswahlen 1995 (nicht mehr 1999) warb die FPÖ als "Die Freiheitlichen", womit sie sich als Bewegung und nicht mehr als Partei positionieren wollten, um Zustimmung bei den WählerInnen. Dominiert war der Wahlkampf 1995 von den Themen Ehrlichkeit und Erneuerung, womit die Freiheitlichen an den Wahlkampf 1994 ("Er sagt, was wir denken" und "Sie sind gegen ihn, weil er für sie ist") bzw. an jenen von 1990 ("Die Unbestechlichen") anknüpften. 1995 setzten sie diese Entwicklung mit den Slogans "Einfach ehrlich. Einfach Jörg", "Er hat euch nicht belogen" und "Wenn ihr wollt, erneuern wir Österreich" fort, womit sich die Freiheitlichen nicht nur als Alternative zu den anderen Parteien, sondern als "Beginn eines neuen Österreichs" sahen. Dass die Entscheidung über ein "neues Österreich" bei den WählerInnen liegt, signalisierte die Betonung des "Ihr", womit eine deutliche Handlungsanleitung an die WählerInnen - jene zur Wahl der Freiheitlichen - abgegeben wurde. Wer eine zentrale Rolle in diesem "neuen Österreich" spielen sollte, zeigt das Portrait von Jörg Haider, dem Spitzenkandidaten der Freiheitlichen, der 1995 - sei es textlicher oder bildlicher Form - auf allen Wahlplakaten präsent war und eindeutig den Mittelpunkt in der Wahlwerbung der Freiheitlichen - als zentraler Imageträger und "Programm der Bewegung" - darstellte.

Zur Nationalratswahl vom 17. Dezember 1995:

Die nach der Nationalratswahl vom 9. Oktober 1994 gebildete große Koalition hatte keinen langen Bestand. Nachdem Wolfgang Schüssel am 22. April 1995 Erhard Busek nach einem innerparteilichen Machtkampf als ÖVP-Obmann ablöste und am 4. Mai 1995 auch seine Nachfolge als Vizekanzler (sowie als Nachfolger von Alois Mock auch als Außenminister) angetreten hatte, initiierte Schüssel angesichts massiver Budgetprobleme vorzeitige Neuwahlen, die am 17. Dezember durchgeführt wurden. Die Hoffnung, die ÖVP zur stimmenstärksten Partei zu machen, ging jedoch nicht in Erfüllung - im Gegenteil die ÖVP verlor sogar ein Mandat, während die SPÖ sechs Mandate dazu gewinnen konnte. Bundeskanzler Vranitzky brachte diese Wahl, die neuerlich zur Bildung einer großen Koalition führte, das beste Ergebnis seiner Kanzlerschaft ein

Von den insgesamt 13 Parteien (SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grünen - Die Grüne Alternative, Liberales Forum - Heide Schmidt, Vereinte Grüne Österreichs - Liste Adi Pinter, KPÖ, Bürgerliche Grüne Österreichs, Freie Demokraten - Die Liberalen, Verband der Sozialversicherten Bürgerlisten und Unabhängige, Nein - Bürgerinitiative gegen den Verkauf Österreichs, Christliche - Wähler - Gemeinschaft, Österreichische Naturgesetz-Partei, Fritz Georg, Die Beste Partei) schafften fünf Parteien den Einzug in den Nationalrat: SPÖ 38,1% (1,843.679) der abgegebenen Stimmen bzw. 71 Mandate, ÖVP 28,3% (1,370.497) der abgegebenen Stimmen und 53 Mandate, FPÖ 21,9% (1,060.175) der abgegebenen Stimmen und 40 Mandate, Die Grünen 4,8% (233.232) der abgegebenen Stimme und 9 Mandate, LIF 5,5% (267.078) der abgegebenen Stimmen und 10 Mandate.

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