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Mock. Der Mann, der`s besser macht.

Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Wahlplakat der ÖVP für die Nationalratswahl vom 23. November 1986

Sowohl SPÖ als auch ÖVP bestritten ihren Wahlkampf 1986 mit einem starken Österreich-Bezug auf visueller Ebene. Dokumentiert sind sowohl Plakate, die den Spitzenkandidaten der SPÖ, Franz Vranitzky, als auch jenen der ÖVP, Alois Mock, vor einer wehenden, Dynamik signalisierenden rot-weiß-roten Fahne zeigen. Beide Parteien konkurrierten im Wahlkampf somit um das Image der "Österreich-Partei" mit denselben Mitteln. Was das Zitat der rot-weiß-roten Fahne betrifft, ist auf Seiten von SPÖ und ÖVP somit eine Angleichung des Symbolhaushaltes feststellbar ist; durch die gleichzeitige Verwendung der Farben Rot und Schwarz - den klassischen "Parteifarben" von SPÖ und ÖVP - blieben die Parteien jedoch - abgesehen von den unterschiedlichen Spitzenkandidaten - zumindest auf den zweiten Blick noch unterscheidbar.

Die ÖVP inszenierte ihren Spitzenkandidaten Alois Mock auf den Wahlplakaten als direkte Alternative zu Franz Vranitzky, indem sie ihn als "Mann, der`s besser macht" plakatierte. Dargestellt wurde Mock leger, mit einem über die Schultern geworfenen Anzugssakko. Die wehende Fahne im Hintergrund und die ebenfalls wehende Krawatte des Spitzenkandidaten signalisieren Dynamik und Veränderung und sollen somit die Textbotschaft visualisieren. Wie bei der SPÖ war die versprochene "bessere Zukunft" somit stark an den Spitzenkandidaten geknüpft; im Gegensatz zu Vranitzky war Mock auf den Wahlplakaten der ÖVP jedoch nicht omnipräsent; es traten auch andere soziale AkteurInnen - etwa eine Gruppe Jugendlicher gemeinsam mit Mock - auf den ÖVP-Wahlplakaten in Erscheinung.

Zur Nationalratswahl vom 23. November 1986:

Bei den Nationalratswahlen vom 23. November 1986 kandidierten folgende Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, KPÖ, Die Grüne Alternative - Liste Freda Meissner-Blau, Die Grünalternativen - demokratische Liste, Kärntner Grüne - VGÖ - VÖGA - Unabhängige Gemeinderäte, Aktionsliste "Mir reicht`s!".

Den Einzug in den Nationalrat schafften vier Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ und GAL. Die SPÖ erreichte 2,092.024 bzw. 43,1% der abgegebenen Stimmen (80 Mandate), die ÖVP 2,003.663 bzw. 41,3% der abgegebenen Stimmen (77 Mandate), FPÖ 472.205 bzw. 9,7% der abgegebenen Stimmen (18 Mandate), die GAL 234.028 bzw. 4,8 % der abgegebenen Stimmen (8 Mandate). Die SPÖ verlor somit im Vergleich zur vorhergehenden Nationalratswahl erneut an Stimmen.

Maßgeblich für die Abhaltung der Wahl war die Aufkündigung der Kleinen Koalition durch Bundeskanzler Vranitzky, nachdem Jörg Haider auf dem Innsbrucker Parteitag im September zum neuen FPÖ-Obmann gewählt worden war. Bundeskanzler Fred Sinowatz war bereits im Juni 1986 nach der Wahl von Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten zurückgetreten. Die Koalitionsverhandlungen nach der Wahl vom 23. November 1986 führten im Jänner 1987 zur Bildung einer neuerlichen Großen Koalition unter Bundeskanzler Franz Vranitzky und Vizekanzler Alois Mock.

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