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Sicherheit und eine gute Zukunft

Quelle: VGA/Sammlung Kunisch

Wahlplakat der SPÖ für die Nationalratswahl vom 5. Oktober 1975

Die Nationalratswahl vom 5. Oktober 1975 wurde bei der SPÖ durch die beiden Themen Zukunft und Sicherheit - vereint im Slogan "Sicherheit und eine gute Zukunft mit Kreisky" - bestimmt.

Mit der starken Bewerbung der Sicherheit, wie sich das auch in der "Wahlplattform 1975" fand, nahm die SPÖ auf die allgemeine psychische Stimmung in der Bevölkerung Rücksicht bzw. machte diese geschickt zum Ausgang ihrer Wahlstrategie. Ausschlaggebend hierfür war unter anderem eine IFES-Umfrage vom April 1975, die ergeben hat, dass - angesichts der größer werdenden wirtschaftlichen Unsicherheit, ausgelöst durch die Erdölkrise von 1973 - Fragen der wirtschaftlichen und sozialen Sicherheit eine hohe Priorität für die österreichische Bevölkerung hatten. Die SPÖ betonte in ihrer Wahlwerbung daher die Fortführung ihres Erfolgskurses und warb für "4 weitere gute Jahre mit Kreisky" bzw. für "Kreisky - wen sonst".

Das erklärte Wahlziel von Bruno Kreisky war zum zweiten Mal die Erringung der absoluten Mehrheit, wobei Kreisky Meinungsumfragen des IFES hatten ergeben, dass die Erreichung dieses Ziels möglich sei, wenn im Wahlkampf die Person Kreisky betont würde - hatten wiederum andere Studien (ebenfalls des IFES) doch ergeben, dass die Popularität des Kanzlers eine größere ist, als jene der Partei. Der Wahlkampf wurde deshalb ganz auf die Person des Kanzlers abgestimmt - textiert unter anderem mit "Kreisky ? wer sonst".

Dass "Sicherheit und eine gute Zukunft" Österreich bzw. den ÖsterreicherInnen gelten sollten, wurde auf symbolischer Ebene durch die Format füllende, im Wind wehende und folglich dynamische rot-weiß-rote Fahne dargestellt. Hiermit wählte die SPÖ ein Symbol, das bis dato v.a. von der ÖVP verwendet worden war. Eine noch stärkere Verwendung fanden die Farben Rot-Weiß-Rot dann bei den Nationalratswahlen 1979, was auf Veränderungen in der Haltung der SPÖ zu Staat Österreich schließen lässt (vgl. hierzu die folgenden Plakate).

Zur Nationalratswahl vom 5. Oktober 1975:

Bei der Nationalratswahl vom 5. Oktober 1975 kandidierten folgende Parteien: SPÖ, ÖVP, FPÖ, KPÖ, Liste Steinacher Franz, Gruppe Revolutionäre Marxisten.

Den Einzug in den Nationalrat schafften SPÖ, ÖVP und FPÖ, wobei die SPÖ 2,326.201 bzw. 50,4% der abgegebenen Stimmen (93 Mandate), die ÖVP 1,981.291 bzw. 42,9% der abgegebenen Stimmen (80 Mandate) und die FPÖ 249.444 bzw. 5,4% der abgegebenen Stimmen (10 Mandate) erreichte.

Im Vergleich zur vorhergehenden Wahl blieb das Machtverhältnis im österreichischen Nationalrat somit unverändert; die SPÖ besaß unverändert mit 93 Mandaten die absolute Mehrheit im österreichischen Nationalrat. Maßgeblich für ihr positives Wahlergebnis war die 1971 fortgesetzte Reformpolitik Kreiskys.

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